Dienstag, 24. Januar 2012

Rezension "Zeitenzauber" von Eva Völler




Zeitenzauber 
Eva Völler
Gebundenes Buch
332 Seiten
Erscheinungsdatum: 2011
Baumhaus Verlag
ISBN 9783833900266
14,99 €

 

 
Der Weg zu mir: Dieses Buch ist durch eine Leserunde bei LovelyBooks zu mir gelangt, an der auch die Autorin teilgenommen hat. Beworben habe ich mich dafür, weil ich ein Fan von Zeitreisen und Fantasy bin. Diese Kombination in einem Jugendbuch, ein Genre, das ich erst seit einem Jahr lese, hat mir gut gefallen. Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für das Leseexemplar und vielen Dank an Eva Völler und LovelyBooks für die schöne Leserunde.

Der erste Satz: „Zuerst das Wichtigste: Mein Name ist Anna.“

Das Äußere:  Das gebundene Buch ist eine schön gemachte Ausgabe. Durch die Illustrationen von Tina Dreher sind viele hübsche Kleinigkeiten zum Thema Venedig im Buch zu sehen (Gondeln, Paläste, Masken). Der Prolog führt auf schöne Weise ins Buch ein, denn es handelt sich um einen Brief (von Anna, der Hauptprotagonistin), der in Schreibschrift-Anmutung gedruckt wurde und viele kleine Tintenkleckse aufweist. Das Cover ist mit einem Mädchen in einer roten Gondel vor einem Vollmond ebenfalls sehr süß gemacht.

Das Innere: Die 17-jährige Anna begleitet ihre Eltern zu einer Dienstreise nach Venedig. Während einer Bootsparade gibt es ein kleines Gerangel rund um eine Bootsfahrt mit einer roten Gondel. Dabei rutscht sie aus und fällt ins Wasser. Als sie wieder erwacht, befindet sich Anna jedoch nicht mehr in der Gegenwart, sondern im Venedig des Jahres 1499. Hier findet Anna neue Freunde – wie zum Beispiel Clarissa, die ebenfalls aus der Zukunft kommt – aber auch Feinde. Zu diesen gehören die fiesen Malapiero-Brüder, die es darauf abgesehen haben, die Zukunft zu ändern, und dabei auch nicht vor einem Attentat zurückschrecken. Hier kommt es ganz auf Anna an, denn wie ihr prophezeit wird, muss sie erst eine besondere Aufgabe lösen, bevor sie zurück in die Zukunft gelangen kann. Glücklicherweise kann Anna dabei auf die Hilfe des gutaussehenden Sebastiano zählen.

Das Wesentliche:  Eva Völler hat in ihrem Roman „Zeitenzauber“ ein Story mit viel Potenzial umgesetzt – und dieses Potenzial auch hervorragend genutzt. Denn es handelt sich natürlich nicht nur um einen einfachen Zeitsprung, der Anna in die Vergangenheit schleudert. Vielmehr stellt sich schnell heraus, dass nahezu eine ganze Organisation in die Zeitreisen involviert ist, um Verschwörungen in der Vergangenheit zu verhindern, die ein Zeitparadoxon – also die Entstehung von ganz anderen Zeitlinien – verursachen könnten. In dieser aufregenden Vergangenheit muss Anna ihren Platz finden, was ihr auch nach kurzer Zeit recht glaubhaft gelingt. 

Zu Beginn des Romans ist Anna noch eine „typische“ 17-jährige,  die sich mehr für Ihre Online-Kontakte und ihren iPod als für ihre Umgebung interessiert. Sie erscheint zu Beginn des Buches nahezu naiv. Dies wandelt sich jedoch sobald Anna in die Vergangenheit gelangt. Sie trägt die veränderten Lebensumstände nach dem Zeitsprung mit überraschend großer Fassung. Ihre Charakterstärke zeigt sich besonders, als sie im Venedig des ausgehenden 15. Jahrhunderts verschiedene Prüfungen bestehen muss, die sie unerschrocken angeht. Glaubhaft vermittelt Eva Völler die Motive und Handlungsweisen des Mädchens.

Wieso die Malapiero-Brüder allerdings so versessen darauf sind, die Vergangenheit zu ändern, bleibt mit etwas zu sehr im Dunkeln – hier hätte ich mir etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht.
Schön gemacht sind die Dialoge in der Vergangenheit. Natürlich dürfen die Zeitreisenden ihr Wissen aus der Zukunft nicht ausplaudern. Damit das nicht passiert, sorgt eine sogenannte „Sperre“ dafür, dass moderne Wörter automatisch in zeitgemäße Sprache umgewandelt und gar nicht ausgesprochen werden können. So wird aus dem iPod auf einmal ein „Spiegel“ und aus einem guten Kumpel ein „vorzüglicher Kamerad“. Daher können die wichtigen Informationen über die Funktionen und Hintergründe der Zeitreise auch nur dann ausgetauscht werden, wenn niemand zuhören kann, der der Vergangenheit angehört – klasse konstruiert!

Natürlich darf in einem Jugendroman unserer Tage eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Diese finden wir also auch hier. Sebastiano, der Junge, der Anna bereits in der Gegenwart aufgefallen ist, taucht auch in der Vergangenheit auf und gehört zu den Personen, die die Verschwörung der Malapiero-Brüder verhindern wollen. Mir hat gut gefallen, dass die Liebesgeschichte genau richtig dosiert ist und nicht ständig im Vordergrund steht.

Man kann sich auch auf ein spannendes Finale freuen, in dem der eine oder andere Charakter noch sein wahres Gesicht zeigt, und ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage, dass Anna in die Gegenwart zurückkommt – denn Teil 2 des Buches ist bereits in Sicht.

Das Fazit: Zeitenzauber ist ein tolles Jugendbuch mit viel Spannung und Humor. Gleichzeitig lässt es sich durch seine unkomplizierte Sprache flüssig lesen. Als großer Zeitreisen-Fan kann ich gar nicht anders als fünf von fünf Leselöwen zu geben! 

Die Bewertung:

Kommentare:

  1. Hallo, danke daß du Leser meines Blogs geworden bist. :D Deine Rezi gefällt mir sehr und die Idee mit dem ersten Satz finde ich witzig. Das hat was, bei diesem Buch hier auf den ersten Blick zwar leicher verwirrend, aber macht ja nichts. :D

    LG Blue

    AntwortenLöschen
  2. ich bin ja an sich nicht so der zeitreisen-fan, aber dies buch hört sich echt nicht schlecht an! ab damit auf den wunschzettel! :)
    lg katrin

    AntwortenLöschen
  3. Klingt gut, mein Wunschzettel wird auch immer länger ;o)

    LG Andrea

    AntwortenLöschen
  4. Hey :D
    Schöne Rezi :)
    Jetzt ist meine WuLi wieder länger... :)

    Würde mich über einen Gegenbesuch freuen.

    LG
    Weisselilie

    AntwortenLöschen