Mittwoch, 29. Februar 2012

Der Mausemonat 2012-02 (Februar)

Hallo ihr Lieben,

ein etwas verlängerter Februar neigt sich dem Ende zu. Schon wieder Zeit für eine Monatsstatistik. Gefühlt war die letzte erst vergangene Woche, seufz. Aber ein paar Bücher sind schon zusammengekommen:


Statistik Februar 2012:

7  gelesene Bücher:
1.727 Seiten gesamt
= durchschnittlich 247 Seiten pro Buch
= durchschnittlich 60 Seiten pro Tag

1 gehörtes Buch:
317 Minuten gesamt
= durchschnittllich 317 Minuten pro Hörbuch
= durchschnittlich 11 Minuten pro Tag

In diesem Monat sind nicht so viele Seiten zusammengekommen, was daran liegt, dass ich ein Buch auf Seite 300 nochwas abbrechen musste:  "Das Mysterium der Zeit" von Rita Monaldi war diesen Monat definitiv nicht mein Buch. Zu kompliziert von der Sprache her, zu langweilig in der Handlung. Eine zweite Chance werde ich dem Buch noch einmal geben - dann fange ich aber mit dem Anhang an, in dem wohl vieles erläutert wird, was man an historischen Elementen in die Handlung eingestreut findet.

Dann bin ich ja noch in der Leserunde von "Die Pforten der Ewigkeit" mit Richard Dübell, das wird planmäßig noch einige Zeit dauern, da wir jede Woche nur einen Abschnitt lesen. Bin momentan bei etwa 480 Seiten. Ein tolles Buch!

Tja, und das Thema Hörbuch war diesen Monat nicht so super. Hera Lind hat ihren Roman "Schleuderprogramm" selbst vorgelesen, und wer sie schon mal gehört hat, wird vielleicht wissen, was ich meine. An vielen Stellen fiel es mir sehr schwer, zuzuhören, weil die Betonung für meinen Geschmack etwas zu künstlich ist. Zum Ende hin wurde es besser und auch viel gefühlvoller, aber da musste ich erst mal hinkommen. Jetzt starte ich als nächstes mit meinem Valentinsgeschenk "Nero Corleone kehrt zurück", das wird bestimmt schneller gehen!

Was ich nächstes Wochenende vor habe, weiß ich auch schon: die fehlenden Rezensionen schreiben <grins>.

Viele Grüße

Eure LeseMaus

Wälzer-Challenge: Status 2012-02

Nachdem der Februar heute herum sein wird, schon mal ein Zwischenstand zur Wälzer-Challenge. Hier gibt es ja nur alle zwei Monate ein Update - dementsprechend heute das erste Mal.

Ich habe sage und schreibe nur einen einzigen Wälzer bisher gelesen:

1. Sabine Thiesler: Der Kindersammler (526 Seiten)

Da Wälzer erst ab 510 Seiten zählen, kommt Peter Pranges Himmelsdiebe, ein Roman von 503 Seiten, leider nicht mit auf die Liste. Wälzer Nr. 2 ist in Arbeit und wird erst beim nächsten Mal auf der Liste auftauchen. Das wird dann "Die Pforten der Ewigkeit" von Richard Dübell mit 861 Seiten sein.


Liebe Grüße


Eure LeseMaus

Sonntag, 26. Februar 2012

Rezension "Der Regler" von Max Landorff



Der Regler
Max Landorff
Broschiert
335 Seiten
Erscheinungsjahr: 2011
Scherz Verlag
ISBN 978-3-502-11066-8
13,95 €




Der Weg zu mir: Auf den Regler bin ich – wie soll es anders sein – auch über LovelyBooks gekommen. Durch die Werbung, die letztes Jahr für das Buch gemacht wurde, wurde ich darauf aufmerksam. Aus meiner Bücherei habe ich das Buch dann letztens ausleihen können.

Der erste Satz: „Gabriel Tretjak saß in einem englischen Clubsessel und beobachtete den Kellner, der ihm einen Gin Tonic brachte.“

Das Äußere:  Die broschierte Ausgabe zeigt auf dem Titelblatt schemenhaft einen Mann mit langem Mantel. Der Titel ist perspektivisch dargestellt, so dass der Mann auf den Leser zuzukommen scheint. Der Mann wirkt irgendwie anonym – und das will der Regler auch sein.

Das Innere: Gabriel Tretjak ist ein Mann, der für Geld (fast) alle Probleme löst. Er sorgt dafür, dass Aufsichtsräte ausgetauscht, Seitensprünge vertuscht oder Brücken abgebrochen und neue Leben begonnen werden. Es scheint ihm alles zu gelingen, und er ist bei den Reichen ein echter Geheimtipp, denn er ist zusätzlich noch äußerst diskret. Aber eines Tages geschieht etwas, bei dem selbst der Regler mit seinem Latein am Ende ist. Während er mit einem Klienten zu Tisch sitzt, erreicht ihn die kryptische telefonische Nachricht, dass im vierten Rennen ein Pferd namens Nu Pagadi siegen würde. Tretjak weiß so lange nichts mit der Nachricht anzufangen, bis die Leiche eines Hirnforschers zusammen mit dem Handy, von dem aus er angerufen wurde, in einem Pferdetransporter gefunden wird – denn nun steht die Polizei vor seiner Tür.

Das Wesentliche: Gabriel Tretjak hat einen ungewöhnlichen Job, denn er bringt mit seiner Tätigkeit die Welt von anderen ins Wanken. Er gräbt so lange im Dunklen, bis er etwas über eine Person heraus bekommt, das er gegen diese verwenden kann. Auf diesem Weg erreicht er immer sein Ziel. Doch auf einmal wendet sich das Blatt gegen ihn, denn man scheint ihm einen Mord in die Schuhe schieben zu wollen. Parallel dazu scheint er auf einmal derjenige zu sein, dem nachspioniert wird. Es passieren auch für den Leser dabei ganz überraschende Dinge: z. B. taucht Tretjaks Putzfrau auf einmal nicht mehr auf, denn sie bekommt ein Flugticket in die argentinische Heimat – angeblich von ihm selbst.

Schnell wird klar, dass es irgendetwas in Tretjaks Vergangenheit sein muss, was dazu geführt hat, dass er selbst auf einmal auf der Abschussliste steht. Und in dieser Vergangenheit gibt es für den Leser einiges zu erfahren. Tretjak hat selbst alle Brücken in seine Vergangenheit abgebrochen. Bei Erläuterung der Hintergründe keimt manchmal ein Anflug von Verständnis Tretjak gegenüber auf – wird aber schnell durch Tretjaks Nüchternheit wieder zunichte gemacht. Dennoch habe ich mich gefreut, als die Finanzbeamtin Fiona Neustadt in sein Leben tritt – zaghaft taut er bei ihr auf und wird dadurch fast sympathisch.

Der Regler steht also aufgrund seines Jobs stets über den Dingen, gleichzeitig wirkt er irgendwie bescheiden. Dieser Zwiespalt – zusammen mit dem Gefühl, dass der Hauptprotagonist vor mir als Leser Geheimnisse hat – machte es mir nicht ganz leicht, mit Tretjak und dem Buch warm zu werden. Von Anfang an muss der Leser die Augen offen halten, denn es werden ständig neue Weichen gestellt. Einmal falsch abgebogen, und die Handlung fließt auf einmal weiter, ohne dass der Leser ihr folgen kann. So ging es zumindest mir. Es gab eigentlich keine Minute Pause. Fast wie in einem James Bond Film – da habe ich zwischendurch auch immer mal gefühlte Black-outs, und mir ist einfach nicht mehr klar wieso und warum James Bond auf die und die Tatsache gestoßen ist, die ihn an den und den Ort geführt hat. 

Das Fazit:  Das Buch war spannend, jedoch für meinen Geschmack etwas zu verwirrend. Ich hatte das Gefühl, ich hätte das Buch direkt noch einmal lesen müssen, um komplett zu durchblicken, welche Wendungen die Geschichte an welchen Stellen genommen hat. Gleichzeitig wurde ich mit mir selbst bis zum Schluss nicht einig, ob ich Gabriel Tretjak mag oder nicht. Wer einen Thriller lesen und ihm durchgängig die uneingeschränkte Aufmerksamkeit widmen möchte, dem gefällt dieses Buch jedoch ganz sicher.

Die Bewertung: 

Rezension "Smaragdjungfer" von Mara Laue


 
Smaragdjungfer
Mara Laue
Taschenbuch
269 Seiten
Erscheinungsjahr: 2011
Sutton Verlag
ISBN 978-3-86680-870-6
12,00 €

 


Der Weg zu mir: Hier ist ein Buch zu mir gelangt, für das ich mich bei LovelyBooks zum einen wegen des Genres – lupenreiner Krimi – aber auch wegen des Verlags – Sutton – beworben habe. Denn bisher habe ich soweit ich weiß ich nichts aus dem Sutton Verlag gelesen. Mir erschien das Verlagsprogramm im Bereich Belletristik jedoch ganz interessant, und dann hatte ich auch noch Glück mit dem Leserunden-Buchgewinn. Mara Laue hat die Runde begleitet und tut es noch – sie ist eine sehr sympathische Autorin, über die wir viel über die Berufs-Schriftstellerei erfahren haben. Vielen Dank also an Mara Laue, LovelyBooks und den Sutton Verlag

Der erste Satz: „Jasmin Stojanovic schloss ihren Wagen ab und blickte sich suchend um.“

Das Äußere:  Ein Taschenbuch im klassischen Stil mit schwarzem Cover, ganz wie es sich für einen Krimi gehört ;-) Auf dem Cover zu sehen ist die Namensgeberin des Romans: eine Smaragdjungfer. Das ist übrigens eine Libellenart und gleichzeitig der Künstlername von Jasmin Stojanovic, die als Hostess in Wilhelmshaven arbeitet. 

Das Innere: Paula Rauwolf, Kriminalkommissarin in Wilhelmshaven, kehrt nach langer Abwesenheit an ihren Arbeitsplatz zurück.  Mehrere Monate musste sie aussetzen, denn während des letzten Falles wurde ihr Partner und Lebensgefährte Christopher getötet. Kaum ist sie zurück im Dienst, wird sie mit einem neuen Mitarbeiter – Lukas Rambacher - konfrontiert und muss sie sich den Anfeindungen eines Teils ihrer Kollegen aussetzen, die ihr die Schuld am Tod von Christopher geben. Außerdem ist ein neuer Fall auf ihrem Tisch, der sie bis ins Milieu führt: Die Hostess Jasmin Stojanovic ist in ihrer Wohnung erstochen worden. Der scheinbar auf frischer Tat ertappte Jerome Kastor, der von der Polizei mit einer Hand in Jasmins Schmuckschatulle aufgegriffen wurde, muss auf Anweisung von oben wieder frei gelassen werden. Gibt es etwa Drahtzieher im Hintergrund? Und welche Rolle spielt Witold Graf, der bekannte Reeder, bei der ganzen Sache?

Das Wesentliche:  Ich hatte direkt einen ganz tollen Einstieg ins Buch und war sehr begeistert! Ich mag die Schreibweise, die nicht allzu kurzen Sätze und kleinen Einschübe. Der Mord an Jasmin Stojanovic zu Beginn ist gerade ausreichend beschrieben worden für meinen Geschmack - mehr brauche ich in einem Krimi nicht. 

Paula ist mir enorm sympathisch. Interessante Namenswahl des Nachnamens "Rauwolf" übrigens! Sie ist so ein bisschen ein einsamer Wolf nachdem sie ihren Partner verloren hat. Und ein Raubein ist sie auch, was ihre Umgangsformen betrifft. Andererseits ist sie sehr verletzlich - und hält sich an dem fest, was ihr Psychologe ihr beigebracht hat. Dieser Zwiespalt macht ihre Persönlichkeit erst richtig interessant. 

Paulas neuer Mitarbeiter Lukas Rambacher ist sehr gewissenhaft was seinen Job angeht. Aber aufgrund Paulas ablehnender Haltung dauert es etwas, bis beide langsam eine Arbeitsebene miteinander finden. Diese Annäherung – und die Art, wie sie beschrieben ist - ist nur eines von vielen Beispielen im Buch, wie geschickt die Charaktere und ihre Eigenarten sowie persönlichen Hintergründe im Laufe der Zeit immer deutlicher herausgearbeitet werden. Das ist Mara Laue durchgängig besonders gut gelungen. 

Übrigens: Ich habe zwar schon viele Krimis gelesen - aber noch nie fand ich die Schilderungen auf dem Revier so nahegehend. Das ist zum Teil das pure Mobbing, was da herrscht. Besonders kommt es bei einer Dienstbesprechung raus, als Sitzplätze verteidigt und nach Rangordnung zugewiesen werden. Ich habe mir nur gedacht: "Gut, dass du in einem solchen Umfeld nicht arbeiten musst."

Klasse auch die verschiedenen Hinweise auf einen Fadenzieher im Hintergrund: Jerome Kastor, der mögliche Täter, der seinen "Chef" anruft. Und auch Severin, Geschäftsführer des Eskortservice, bei dem Jasmin tätig war, sendet eine SMS an eine ominöse Nummer von einem Handy, das im Tresor verwahrt werden muss. Ich mag solche Teaser auf die kommende Handlung sehr.

Die Handlung erfährt an vielen Stellen übrigens eine Wendung, auf die der Leser definitiv nicht gefasst ist. Mara Laue hat die Handlung so gut konstruiert, dass man beim Lesen einfach dran bleiben muss und das Buch kaum beiseitelegen kann.

Das Fazit:  Ein besonderer Krimi, zum einen aufgrund der sympathischen Kriminalkommissarin, zum anderen aufgrund der Handlung, die sich nach und nach vor dem Leser aufblättert wie eine Blume. Exakt dosiert bekommen sowohl die Charaktere als auch die Story immer mehr Farbe. Einfach toll, gerne mehr davon!

Die Bewertung: 

Mittwoch, 22. Februar 2012

Rezension "Der Parzival-Code und die Externsteine" von Achim Köppen und Horst Burger



Der Parzival-Code und die Externsteine
Achim Köppen und Horst Burger
Taschenbuch
168 Seiten
Erscheinungsjahr: k. A.
Verlag: Horst Burger
ISBN 978-3-000-28475-5
9,99 €



Der Weg zu mir: Über die Leserunden bei LovelyBooks komme ich immer wieder auf interessante Bücher, die mir sonst ggf. nicht aufgefallen wären. „Der Parzival-Code und die Externsteine“ ist so ein Buch. Die Externsteine kenne ich von dem einen oder anderen Besuch der Sonnenwendfeiern (als diese dort noch erlaubt waren), daher war klar, dass ich mich sofort bewerben musste. Einen lieben Dank an Achim Köppen, der die Leserunde selbst begleitet und Fragen beantwortet hat.

Der erste Satz: „Georg Lang deutete auf das Bild einer Germanen-Grabstätte, das von einem Beamer auf eine Leinwand projiziert wurde.“

Das Äußere:  Das broschierte Buch hat ein ungewöhnliches Format: mit ca. 15 x 21 cm geht es nicht mehr als „normales“ Taschenbuch durch. Vielmehr hatte ich den Eindruck, eine Art Sachbuch oder Ratgeber in der Hand zu halten. Mir ist das „Buch-Gefühl“ immer sehr wichtig, und das bekomme ich bei diesem Format nicht so recht. Leider ist beim Setzen des Buches zudem ein technischer Fehler aufgetreten, das den Lesegenuss etwas erschwert: Viele fehlende Absätze. Damit wird dem Leser an der einen oder anderen Stelle eine Transferleistung abverlangt, die er sonst nicht leisten muss. Dafür ist die Aufteilung der Kapitel mittels Kapitelüberschriften – zum großen Teil jeweils mit Angabe von Ort und sogar Tageszeit - gut gemacht und bringt den Leser dadurch immer auf den Stand der Dinge. 

Das Innere: Wir lernen Georg Lang kennen, Geowissenschaftler und Dozent. Er befindet sich im Handlungsstrang "Gegenwart" und wird kontaktiert von einem etwas undurchsichtigen Herrn Dr. Walter Müller, der seine Expertise an den Externsteinen benötigt. Lang ist sich nicht sicher, was er davon halten soll, und geht erst einmal auf Abstand. Kurz darauf taucht die Archäologiestudentin Miriam Weber bei Lang auf und möchte von ihm wissen, was aus ihrer Schwester Tessa geworden ist, die nach einem Kontakt mit Dr. Müller spurlos verschwunden ist. Lang unternimmt daraufhin gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Dr. Richard Bauer die Untersuchung der Externsteine auf eigene Faust – nur um bald darauf von einer Geheimorganisation verfolgt zu werden, die vor nichts zurückschreckt…

Der zweite Handlungsstrang findet in der Vergangenheit statt. Edgar de Brion und Philipp, zwei Tempelritter, werden damit beauftragt, einen Schrein mit wohl brisantem und wichtigem Inhalt aus Jerusalem heraus und in Sicherheit zu bringen. Die Reise Richtung Deutschland ist mit zahlreichen Stolpersteinen versehen, denn die Verfolger sind ihnen bereits auf der Spur. Erst Wolfram von Eschenbach kann das Blatt wenden…

Im Laufe des Romans werden beide Handlungsstränge miteinander verwoben, so dass sich nach und nach das Geheimnis um die Externsteine und den Schrein lüftet.

Das Wesentliche:  Der Einstieg ins Buch gelingt mühelos, und Spannung wird auch direkt aufgebaut. Der Leser kann den Weg von Georg Lang von Bielefeld aus über Dortmund, Tübingen, Rom und Jerusalem verfolgen. Auf seinem Weg kann er sich auf seinen Freund Richard Bauer verlassen, der ihn in jeder Hinsicht unterstützt. Ich konnte mir beide Protagonisten gut vorstellen, und habe mich gefreut, dass mit der Studentin Miriam Weber auch eine weibliche Hauptperson eine wesentliche Rolle spielte. Miriam sorgt sich um ihre verschwundene Schwester, und so wird aus den dreien ein Team, das sich gegen die Geheimorganisation rund um den geheimnisvollen Dr. Müller behaupten muss. 

Denn an den Externsteinen gibt es etwas, was bisher niemand entdeckt hat: einen Hohlraum, bei dem mit Hilfe eines tragbaren Gammastrahlen-Detektors eine gewisse Strahlung zu messen ist. Was sich dort verbergen könnte, erschließt sich im zweiten Handlungsstrang. Hier nehmen die beiden Tempelritter mit ihrer geheimen Fracht den umgekehrten Weg – von Jerusalem nach Deutschland.

Der Roman ist so konstruiert, dass in der Gegenwart eher Dialoge stattfinden, während die Geschehnisse in der Vergangenheit mehr durch Beschreibungen übermittelt werden. Das brachte mich an der einen oder anderen Stelle etwas ins Stolpern, denn ich habe dadurch nicht immer ganz nachvollziehen können, wieso die Protagonisten sich so verhalten, wie sie es tun. Ein Beispiel: Die Studentin Miriam Weber überfällt Georg Lang mit der Information, dass ihre Schwester verschwunden ist und sie davon ausgeht, dass Lang dahintersteckt. Sie scheint zunächst aufgebracht zu sein, ist jedoch kurz darauf schon bereit, ihm zu vertrauen, dass er nichts mit dem Verschwinden ihrer Schwester zu tun hat. Und das nur, indem sie ein paar Worte gewechselt haben. 

Ich vermisse an ein paar Stellen die Gefühle. Es passiert viel, aber was das in den Protagonisten auslöst bleibt manches Mal im Dunkeln. Und das wiederum erschwert, die Handlungsweisen zu verstehen. Es gibt beispielsweise auch eine kleine Liebesgeschichte im Roman, deren Entstehung die beiden Autoren durchaus etwas mehr Zeit hätten geben können – oder alternativ ganz weglassen. 

Ein interessantes Gestaltungselement sind die im Buch verwendeten Bilder. Hier werden zum Teil historische Kunstwerke gezeigt, auf die die Wissenschaftler bei ihren Recherchen stoßen und die sie immer ein kleines Stück weiter bringen auf ihrem Weg, das Geheimnis um die Externsteine zu lösen.

Gut gefallen haben mir die verschiedenen Schauplätze, an denen die Handlung spielt und die Wissenschaftler ihre Recherchen betreiben. Das machte die Geschichte rasant und vielseitig. Für Ortskundige sind ein paar lokale Bezüge eingestreut (z. B. bestimmte Lokale, Namen von Autobahnausfahrten), die mir persönlich immer Spaß machen. 

Außerdem gibt es einen spannenden Show-Down zum Ende des Buches (und dies in beiden Handlungssträngen), da ging mir das Umblättern der Seiten nochmal schneller von der Hand.

Das Buch hat übrigens reale Hintergründe: Es basiert auf den archäologischen Forschungsunterlagen von Horst Burger, die Achim Köppen mit eigenen Recherchen – insbesondere bezogen auf die Passagen, die in der Vergangenheit spielen – und die Romanhandlung angereichert hat. Gerade das macht für mich den Reiz des Buches aus: es könnte ja doch etwas Wahres dran sein ;-) Horst Burger betreibt übrigens ein Ingenieurbüro für archäologische und geophysikalische Bodenuntersuchungen. Den Gammastrahlen-Detektor nutzt er dabei tatsächlich. 

Das Fazit:  Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für alle, die Bücher rund um Verschwörungen und Geheimorganisationen mögen. Auf der knappen Anzahl an Seiten ist mächtig viel Inhalt untergebracht, so dass man als Leser ständig gespannt darauf ist, was wohl als nächstes geschieht. Die Entwicklung der Story hätte ich mir an ein paar Stellen detaillierter gewünscht, will sagen: die Geschichte hätte deutlich mehr Seiten vertragen können. Dann wären die Charaktere sicher plastischer geworden, und ich hätte mich besser hineinversetzen können. Daher vier von fünf Leselöwen. Einen weiteren Leselöwen muss ich leider noch dafür abziehen, dass das Lesen des Buches durch fehlende Absätze nicht komplett den Genuss bringt, den der Leser hätte haben können.

Die Bewertung: 

Sonntag, 19. Februar 2012

1. Bloggewinnspiel: 60 Leser

Hallo ihr Lieben,

letztes Wochenende habe ich ja angekündigt, dass ich aufgrund meiner 50 erreichten Mitleser gerne ein Dankeschön-Gewinnspiel veranstalten möchte. Zwischenzeitlich sind es schon 60 Leser - super super super!!! Hier ist es also: Mein 1. Bloggewinnspiel.



Die Woche über habe ich mir überlegt, wie ich das am besten anstelle. Natürlich möchte ich Literatur verlosen. Das sollten dann aber schon neue Bücher sein, keine von mir bereits gelesenen. Da ich ja noch nicht so lange blogge, habe ich allerdings überhaupt keine Idee, wie man z. B. an Leseexemplare für Gewinnspiele gelangt. Dafür bin ich einfach noch nicht lange genug dabei, und bestimmt muss meine Leserschaft dafür mindestens dreistellig sein, vermute ich mal.

Außerdem wollte ich Bücher, mit denen ich mich selbst auskenne. Andererseits sollte für jeden etwas dabei sind. Also bin ich kurzerhand gestern zur Buchhandlung marschiert und habe einfach etwas ausgesucht. Beide Bücher habe ich im vergangenen Jahr gelesen (damals noch ohne Rezension), aber beide haben mir sehr gut gefallen. Ich denke, damit kann ich den Geschmack unterschiedlicher Leser treffen. Hier die Bücher:


  1. Felix J. Palma: Die Landkarte der Zeit
    Klappentext: London, 1896: Die Vergangenheit ändern, die Zukunft sehen - alles scheint möglich durch Expeditionen in die vierte Dimension. Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in der Zeit zurück, um seine große Liebe vor Jack the Ripper zu retten. Claire, frustriert vom viktorianischen London, flieht dagegen in die Zukunft - und verliebt sich dort. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden der Geschichte laufen zusammen bei einem dämonischen Bibliothekar. Denn nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit...
  2. Morgan Callan Rogers: Rubinrotes Herz, eisblaue See
    Klappentext: Florine lebt geborgen bei ihren Eltern und ihren Großeltern an der Küste Maines - bei ihre Mutter eines Tages verschwindet. Das Mädchen versteht nicht, wie das Leben um sie herum weitergehen kann, und gibt die Hoffnung nie auf. Ein zauberhaftes Buch über Hoffnung, Liebe, Trauer und Glücklichsein
Nun zu den Regeln. Die sollen zum 1. Gewinnspiel noch nicht so kompliziert sein, also:
  • Seid oder werdet Leser meines Blogs bzw. werdet Mitglied meines Blogs mit Google Friend Connect.
  • Hinterlasst mir einen Kommentar hier unter dem Gewinnspiel, für welches der beiden Bücher ihr in die Lostrommel hüpfen möchtet.
  • Sendet mir euren Kommentar inkl. Angabe des Namens, mit dem ihr kommentiert habt, an: buecherhaus+gewinnspiel@googlemail.com. Eine Adresse brauche ich jetzt noch nicht, ich melde mich beim Gewinner dann vor Versand zurück.
So, ich hoffe, ich habe an alles gedacht. Ihr solltet übrigens zur Teilnahme 18 Jahre als sein. Werbung machen dürft ihr natürlich auch, wenn ihr meinen Blog empfehlen möchtet. Dafür dürft ihr auch gerne das obige Bild verwenden.

Es zählen alle Kommentare, die bis Samstag, den 3. März eingehen. Die Auslosung erfolgt am Sonntag darauf. Ich drücke euch jetzt aber erst einmal die Daumen!

Liebe Grüße

Eure LeseMaus 

EDIT 20.02.2012: Oops, Klappentexte vertauscht. Jetzt stimmt es aber! Vielen Dank, Denise.

    Neuzugänge der letzten Woche

    In der letzten Woche habe ich mir seit langem mal wieder Bücher gekauft. Zwar mit einem skeptischen Seitenblick auf meinen SUB - aber bei vier Büchern für einen Preis von 10 Euro konnte ich am Krabbeltisch bei Weltbild leider nicht vorbei gehen. Zudem beherbergen Krabbeltische immer geheime Schätze, die unbedingt zu mir wollen. Diese hier habe ich mitgenommen:
    Linwood Barclay war mir bisher völlig unbekannt. Momentan läuft eine Leserunde bei LovelyBooks zum ganz neuen Roman, durch die ich auf den Autor gekommen bin. "Kein Entkommen" ist erst Anfang letztes Jahr erschienen. Besonders freue ich mich auch über "Glanz". Karl Olsberg ist Thriller-technisch echt ein Held, und auch live auf einer Lesung konnte er mich überzeugen. "Glanz" steht schon seit Erscheinen im letzten Jahr auf meiner Wunschliste. Die beiden anderen Bücher fand ich einfach vom Klappentext her interessant.

    Dann sind noch zwei Testlesebücher angekommen:

    Fotografieren konnte ich aber nur eines, denn das zweite ist ein E-Book:
     Jetzt habe ich erst einmal genug Lesefutter für die nächste Woche!

    Liebe Grüße

    Eure LeseMaus
    Hallo und einen schönen Sonntag!

    Mich hat das erste Mal ein Tag erreicht. Und zwar von Manja mit ihrem Blog Manjas Buchregal.

    Die Regeln dazu lauten:
    1. Verlinke die Person, die dich getagged hat.
    2. Nenne fünf Dinge,die du in der letzten Zeit extrem häufig/gerne tust/hörst/spielst/liest/etc. ...
      (Du kannst auch das Bild dazu benutzen,wenn du willst).
    3. Tagge drei weitere Leute.
    Na dann mache ich das doch mal.

    Fünf Dinge, die ich in letzter Zeit gerne oder häufig
    • bearbeite: Meinen Blog, der mir wirklich viel Spaß macht. Ich lese natürlich die Kommentare und sehe mir an, was sich in den Blogs meiner Blogroll so tut. Auch dort schreibe ich gerne einen Kommentar hinein und gebe ein Lebenszeichen von mir. Das kostet natürlich auch etwas Zeit - die nehme ich mir aber echt gerne.
    • in den Zug mitnehme: Meinen Kindle. Ein echtes Schätzchen, und immer ist was Interessantes drin :-) Im Moment zum Beispiel von C. M. Singer: ...und der Preis ist dein Leben (Teil 1)
    • fotografiere: Den Leselöwen Kurt. Er ist aber auch ein dankbares Motiv, ihm muss ich nicht sagen: "Jetzt guck mal so oder so.." oder "Tu doch den Arm jetzt mal da und da hin." Er weiß immer von selbst wie er am besten posiert. 
    • aufräume: Meinen Schreibtisch. Nee, nicht gerne natürlich. Aber leider häufig. Kaum drehe ich mich um liegt schon wieder irgendetwas darauf, und ich habe das Gefühl, dass das kein Ende nimmt. Wenn jemand ein Patentrezept für einen freien Schreibtisch hat: Immer her damit!!!
    • lese: Bücher von mir unbekannten Autoren. Ich finde es klasse, dass man z. B. bei LovelyBooks häufig die Möglichkeit hat, an Leserunden mit Autoren teilzunehmen, die ihren Debütroman veröffentlicht haben. Dann mit man sozusagen Leser der ersten Stunde - genial. Hier sei z. B. Thilo Corzilius genannt, von dem ich ja letztens Ravinia gelesen habe und bei dem ich mich schon auf Teil 2 freue. Oder Sylvia M. Dölger, die mir über LovelyBooks Ihren Jugendroman Zum Teufel mit Barbie zum Lesen zur Verfügung stellte (hierzu schreibe ich euch noch eine Rezension).
    So, das wären meine fünf Antworten. Weitergeben möchte ich den Tag nicht so gerne, weil mich das immer so ein bisschen an die Kettenbriefe von früher erinnert, bei denen immer was ganz Schlimmes passieren sollte, wenn man den Brief nicht innerhalb von so und soviel Tagen an so und soviele Leute weitergegeben hatte. Ich hoffe, das ist okay!

    Viele Grüße und bis später

    Eure LeseMaus

    Mittwoch, 15. Februar 2012

    Mein Valentinsgeschenk

    Heute abend muss ich euch doch noch schnell mein gestriges Valentinsgeschenk zeigen, das - wie soll es anders sein - zum Teil mit Büchern zu tun hat. Kurt wollte wieder mit aufs Bild, aber diesmal durfte er nicht weil es ja schließlich mein Geschenk ist :-)

    Es gab:
    • die Valentinskarte
    • einen kleinen Schutzengel namens Fridolin von Mila
    • Elke Heidenreichs "Nero Corleone kehrt zurück" als Hörbuch
    • ein süßes Lesezeichen vom Grüffelo - da kann man die Seiten zwischen Magneten sozusagen einklemmen, ganz interessante Technik
    • was Leckeres
    Ich liebe Geschenke! Und den Valentinstag mag ich auch lieber als viele andere Feiertage bzw. Events.

    Liebe Grüße

    Eure LeseMaus

    Sonntag, 12. Februar 2012

    Schon mehr als 50 Leser - ich bin so happy!

    Ihr Lieben, jetzt mal ein großer Dank an euch!

    Ich hätte nicht gedacht, dass ich in der kurzen Zeit, in der mein Blog "auf der Welt ist", schon so eine große Leserzahl erreiche. Erst Heiligabend im vergangenen Jahr habe ich angefangen. Etwas zaghaft bin ich an den eigenen Blog herangegangen, denn ich habe selbst an mich recht hohe Erwartungen und wusste nicht, ob ich diese auch wirklich erfüllen kann.

    Aber Lesen nimmt nun mal einen hohen Stellenwert in meinem Leben ein, und nun bin ich froh dass ich meine Begeisterung auch sozusagen mit der Welt teilen kann. Bisher macht mir das Bloggen richtig viel Spaß, und ich habe einige Ideen dazu, was ich hier gemeinsam mit Kurt noch so alles verwirklichen kann. Auch sehe ich mich gerne auf euren Blogs um und habe mir schon zahlreiche Leseanregungen geholt.

    Auf jeden Fall soll die "50" gebührend gefeiert werden! Ich mache mir mal die Woche über Gedanken, wie ich meine Freude nicht nur virtuell, sondern mit einem kleinen Gewinnspiel zum Ausdruck bringen kann.

    Einen wunderschönen Sonntagabend wünsche ich euch!

    Eure LeseMaus

    Rezension "Himmelsdiebe" von Peter Prange



    Peter Prange
    Himmelsdiebe
    Taschenbuch
    503 Seiten
    Erscheinungsjahr: 2012
    Piper Verlag
    ISBN 978-3-492-27342-8
    9,99 €




    Der Weg zu mir: Auch dieses Buch ist aufgrund einer Leserunde bei LovelyBooks zu mir gelangt. Also auch hier ein herzlicher Dank an LovelyBooks und den Piper Verlag – aber vor allem auch an Peter Prange für die Begleitung der Leserunde.

    Der erste Satz: „Laura liefen die Augen über.“

    Das Äußere:  Das Taschenbuch ist mit seinen knapp über 500 Seiten gerade noch gut zu handeln. Der Buchrücken ist stabil und nach einmaligem Lesen noch nicht „rundgelesen“ – das finde ich immer sehr wichtig. Das Cover zeigt ein schemenhaftes Pärchen vor Pariser Kulisse. Man sieht den Eifelturm im Hintergrund. Aufgrund des Covers könnte man an eine einfache Liebesgeschichte denken, aber so einfach macht das Buch es einem nicht.

    Das Innere: In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts trifft Laura Paddington auf den wesentlich älteren Maler Harry Winter. Immer schon hat sie den Künstler geliebt. Als sie sich kennenlernen, ist klar, dass sie zusammenbleiben – aber es soll einige Zeit dauern, bis sie auch wirklich Liebende werden. Zunächst gelangen sie in den Wirren der 30er Jahre gemeinsam nach Paris und geben sich einige Zeit dem Leben im mondänen, künstlerischen Paris hin. Doch der Krieg rückt immer näher, und so flüchten beide zunächst nach Saite-Odile-d’Ardèche, einem kleinen Ort in der Provence. Hier sind sie so kreativ wie nie zuvor und erschaffen gemeinsam ein großartigen Wandgemäldes, die „Himmelsbeute“. Leider bleibt ihr Glück nicht von Dauer, denn zum einen ist Laura scheinbar schwer krank, zum anderen wird Harry als Deutscher kurz nach Kriegsausbruch von den Franzosen interniert. Laura vermisst Harry sehr, doch ob sie trotz des Krieges wieder zueinander gelangen können?

    Das Wesentliche: Wie oben schon erwähnt, eine leichte Liebesgeschichte, wie sie das Cover vielleicht versprechen mag, versteckt sich in diesem Buch definitiv nicht. Vielmehr ist es schwierig, sich auf das Paar einzulassen. Das Pariser Künstlermetier erstaunt mehr als dass es beeindruckt. Hinzu kommt Harrys Unwillen, sich zu Beginn auf Laura einzulassen, obwohl er offensichtlich auch von ihr bezaubert ist. Da verwundert es fast nicht, dass Laura sich zunächst einem anderen aus der Riege der Künstler zuwendet.

    Besonders schön beschrieben ist dann – nach meinem Geschmack – erst die Idylle im sog. „Zauberhaus“ in der Provence. Hier können beide ihre Liebe leben und müssen sich nach nichts sonst richten. Lauras Krankheit wird zwar auch hier thematisiert, aber der Leser erfährt immer noch nichts Genaueres. Erst an dieser Stelle im Buch habe ich mich ganz darauf einlassen können und habe die beiden so sein lassen können, wie sie sind. Hier habe ich die große Liebe der beiden nahezu mitempfinden können.

    Der Kriegseinbruch bringt die Idylle mächtig ins Wanken. Laura muss mit Harrys Abwesenheit zurechtkommen, zerbricht aber fast daran. Ihre Halluzinationen gehen irgendwann so weit, dass sie nicht mehr alleine bleiben kann. Dies löst im Leser widersprüchliche Gefühle aus. Man möchte Laura fast bei den Schultern packen und schütteln, damit sie wieder zu sich kommt. Denn Harry erscheint parallel dazu im Lager eher reifer zu werden und Verantwortung zu übernehmen.

    Es gibt einige Charaktere im Buch, die ebenfalls beeindrucken: hier ist zum einen Lauras beste Freundin Geraldine zu nennen, die sich um Laura in ihrer geistigen Umnachtung kümmert, obwohl sie sich lange Zeit nicht mehr gesehen haben. Auch Harrys Sohn aus erster Ehe, Bobby, entwickelt sich vom um die Eltern besorgen Sohn zu einem Mann, der fest im Leben steht. Er reist voraus nach Amerika und versucht seine Eltern zu überzeugen, das europäische Kriegsgebiet so schnell wie möglich zu verlassen. Auch erwähnen sollte man Debbie, die amerikanische Kunstsammlerin, die sich ebenfalls zu Harry hingezogen fühlt und dabei sich selbst fast aufgibt.

    Überhaupt ist Harry als Mann scheinbar unglaublich attraktiv – viele Frauen sind von ihm beeindruckt, obwohl er nicht immer freundlich mit ihnen umspringt. Harry, Laura und Debbie haben übrigens jeweils ein Vorbild im wirklichen Leben; mehr möchte ich jedoch nicht verraten. Dennoch hat mich das Buch am Ende so beindruckt, dass ich mir vorstellen kann, die eine oder andere Biographie zu lesen – was definitiv lange kein Buch mehr in mir ausgelöst hat. Man hat mich bei der Mayerschen Buchhandlung auf jeden Fall schon auf der Couch sitzen sehen können, schmökernd in Bildbänden…

    Wer mehr wissen will: Peter Prange hat auf seiner Homepage etwas mehr dazu beschrieben. Auch von seiner Reise auf den Spuren der Vorbilder seiner Protagonisten.

    Das Fazit:  Das Buch hat mich beeindruckt. Ich musste aber eine ganze Menge anfängliches Unverständnis für die Protagonisten und ihre Handlungsweisen beiseitelassen, um zu diesem Urteil zu gelangen. Wer sich auf das Buch einlassen kann und will, wird mit einem Leseerlebnis belohnt, das lange nachwirkt. Vier von fünf Leselöwen daher von mir – nur einer wird abgezogen, weil der Beginn für mich etwas sperrig war.

    Die Lieblingspassage: „Worauf es ankommt“, wandte er sich wieder an Laura, „ist, dass wir keine Angst vor dem haben, was unsere Seele uns sagt. Nur wenn wir den Mut haben, aus unserer eigenen, inneren Bilderwelt zu schöpfen, erkennen wir die Kunst, die in allen Dingen verborgen ist. Dann bedarf es meist nur noch einer kleinen Zauberei, um sie Wirklichkeit werden zu lassen.“ (Seite 139)

    Die Bewertung: 

    Mittwoch, 8. Februar 2012

    Neuer Augenschmaus im Februar

    Bei Kurt und mir ist wieder Lese-Nachschub eingetroffen, von dem ich kurz berichten möchte. Ich bin glückliche Gewinnerin von zwei Lesebüchern, die über LovelyBooks zu mir gelangt sind.

     
    Das eine ist "Der Parzival-Code und die Externsteine". Dies ist ein Buch, das auf Forschungsergebnissen von Horst Burger in Bezug auf die Externsteine in Horn-Bad Meinberg beruht, welche durch Achim Köppen in Romanform gegossen wurden. Sehr spannend, da ich selbst schon mal zur Sommersonnenwende an den Externsteinen war, was mich ziemlich beeindruckt hat. Die Leserunde bei LovelyBooks wird durch Achim Köppen begleitet. 

    Beim zweiten Buch ist eine deutsch-japanische Liebesgeschichte von Andreas Séché: Namiko und das Flüstern. Ein Reporter aus Deutschland fliegt nach Japan mit dem Auftrag, über japanische Gartenkunst zu berichten, und trifft dort auf die junge Studentin Namiko. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Liebesroman über die Grenzen der Kulturen hinweg etwas ganz Besonderes ist. Auch bei diesem Buch wird die Leserunde vom Autor begleitet. Selten eine Leserunde gehabt, bei der schon vor der Verlosung so viel diskutiert wurde wie hier - Klasse!

    Das Buch kam übrigens vom Ars Vivendi Verlag mit der Postkarte, auf der ein Bücherstapel abgebildet ist - und an der Ecke der Karte ist ein Button befestigt, auf dem "LESEMAUS" steht - ist das nicht irre? Die anderen haben Buttons mit den Aufschriften "BÜCHERNARR" oder "IM-BETT-LESER" - aber nur bei mir entspricht der Button meinem LovelyBooks-Namen! Ich bin fast hintenüber gefallen vor Freude.

    Buch Nr. 3 ist Kurt und mir mal wieder "über den Weg gelaufen", und zwar in der Bücherei. "Raum" von Emma Donoghue ist eines meiner Wunschlistenbücher, seit es im vergangenen Jahr erschienen ist. Eine wahrscheinlich sehr beklemmende Geschichte über eine Mutter, die mit ihren kleinen Jungen in nur einem einzigen Zimmer lebt, so dass er glaubt, die Welt besteht nur aus diesem einen Raum. Ich musste direkt an den Film "Eve und der letzte Gentleman" von 1999 denken: hier ist Brendan Fraser mit seinem Eltern lange Jahre in einem unterirdischen Bunker, weil alle geglaubt haben, es sei ein Atomkrieg ausgebrochen. Als er wieder an die Oberfläche kommt, versteht er natürlich die Welt nicht mehr und trifft glücklicherweise auf Alicia Silverstone, die ihm die Welt wieder näherbringt. Nun, in "Raum" wird das wohl alles nicht ganz so lustig sein - aber ganz bestimmt spannend. Ich berichte euch dann!

    Viele Grüße

    Eure LeseMaus




    Sonntag, 5. Februar 2012

    Autoren-Lesechallenge: Status 2012-01

    Und noch ein erster Stand zur Autoren-Lesechallenge von Kerstin auf Kastanies Bücher Blog:


    Stand Januar 2012:
    A: Ahern, Cecilia: Ein Moment fürs Leben
    B:
    C: Corzilius, Thilo: Ravinia
    D:
    E:
    F:
    G:
    H:
    I:
    J:
    K: Koch, Herman: Sommerhaus mit Swimmingpool
    L:
    M:
    N:
    O:
    P: Prange, Peter: Himmelsdiebe
    Q:
    R:
    S:
    T: Thiesler, Sabine: Der Kindersammler
    U:
    V: Völler, Eva: Zeitenzauber
    W:
    X:
    Y:
    Z:

    Sechs Buchstaben sind schon mal mit Büchern besetzt, für den Februar habe ich schon ein "D" und ein "R" in Mache. Also läuft alles bisher gut :-)

    Seitenzähl-Challenge: Status 2012-01

    Und hier der erste Statusbericht zur Seitenzähl-Challenge von Bella:

    Stand Januar 2012:
    1. Thilo Corzilius: Ravinia (399 Seiten)
    2. Cecilia Ahern: Ein Moment fürs Leben (419 Seiten)
    3. Sabine Thiesler: Der Kindersammler (526 Seiten)
    4. Eva Völler: Zeitenzauber (336 Seiten)
    5. Herman Koch: Sommerhaus mit Swimmingpool (345 Seiten)
    Macht insgesamt 2.025 gelesene und - wie vorgegeben - auch rezensierte Buchseiten. 20.000 waren mein Ziel - da habe ich ja noch richtig viel Luft.

    Back-to-the-Roots-Challenge: Status 2012-01

    Nun habe ich auch meine Challenges up-to-date. Ich fange mal an mit der Back-to-the-Roots-Challenge von Crini an.


    Stand Januar 2012:
    1. Thilo Corzilius: Ravinia - gelesen 1/2012 - NEU
    2. Sabine Thiesler: Der Kindersammler - gelesen 1/2012 - BEKANNT
    3. Eva Völler: Zeitenzauber - gelesen 1/2012 - NEU
    4. Peter Prange: Himmelsdiebe - gelesen 1/2012 - NEU
    5.  
    6.  
    7.  
    8.  
    9.  
    10.  
    11.  
    12.  
    Nicht schlecht für einen Monat. Vier von zwölf deutschen Autoren gelesen, davon drei für mich bisher unbekannte Autoren. Bis Ende 2012 sind also noch 5 unbekannte Autoren zu entdecken.

    SUB oder nicht SUB, das ist hier die Frage

    Hallo und einen schönen Sonntag!

    Ich habe mal die Zeit genutzt, um meinen SUB aufzuräumen. Das war gar nicht so einfach! Denn ich lade ja immer mal zwischendurch kostenfreie E-Books auf meinen Kindle, bei denen ich gar nicht weiß, ob ich die überhaupt gut finde und lesen möchte. Ich kann aber auch nicht alle sofort anlesen. Jetzt habe ich die Lösung gefunden.

    Ich werde meinen Sub trennen in "echter SUB" und "SUB zu prüfen". Den Prüf-SUB führe ich aber nur bei LovelyBooks, so dass in meinem Blog immer nur die Bücher auf der Liste stehen, die tatsächlich Stand heute auch "lesbar" sind.  Außerdem bleiben sie so lange als ungelesen auf der Liste, bis ich sie tatsächlich durchgelesen habe.

    Hier mal ein paar Beispiele für Bücher, bei denen ich wirklich noch nicht weiß, wie ich damit umgehen soll:
    Mal ehrlich, was würdet ihr damit machen? Sie gar nicht erst auf den Kindle laden? 

    Auf jeden Fall bin ich erst einmal erleichtert, dass mein SUB mit aktuell 138 Büchern durch dieses Umsortieren wieder etwas gesunken ist.

    Liebe Grüße

    Eure LeseMaus

    Mittwoch, 1. Februar 2012

    Der Mausemonat 2012-01 (Januar)

    Hallo ihr Lieben,

    jetzt ist der erste Monat des neuen Jahres schon wieder herum - nicht zu verkennen, ist es doch auf allen Blogs Zeit für die Monatsstatistik. Bei mir gibt es auch die erste Monatsstatistik nach dem Start meines Blogs. Ob es bei dieser Einteilung bleiben wird, werde ich im Laufe der Zeit sehen, aber erst einmal starte ich so:

    Statistik Januar 2012:

    6  gelesene Bücher:
    2.525 Seiten gesamt
    = durchschnittlich 420 Seiten pro Buch
    = durchschnittlich 81 Seiten pro Tag

    2 gehörte Bücher:
    900 Minuten gesamt
    = durchschnittllich 450 Minuten pro Hörbuch
    = durchschnittlich 29 Minuten pro Tag

    Ich bin zufrieden diesen Monat - habe tolle Bücher entdeckt und für zwei davon wird es eine Fortsetzung geben (Ravinia und Zeitenzauber). Da freue ich mich jetzt schon ganz besonders drauf!

    Die Hörbücher sind ebenfalls sensationell gewesen. Wenn ihr noch nie ein Hörbuch von Karl Olsberg gehört habt: versucht es mal. Die sind vom Spannungsaufbau her einfach klasse.

    Ich habe überlegt, auch die Cover der Bücher nochmal zu zeigen, habe mich aber jetzt lieber dafür entschieden, die Links zur Rezi und zum Buch bei Amazon einzufügen. Die Statistik zum SUB fehlt noch, da ich damit momentan nicht im Reinen bin. Kommt also dann noch extra, genau wie die Zwischenstände zu den Challenges.

    Viele Grüße

    Eure LeseMaus

    Rezension "Sommerhaus mit Swimmingpool" von Herman Koch



    Herman Koch
    Sommerhaus mit Swimmingpool
    Gebundenes Buch
    345 Seiten
    Erscheinungsjahr: 2011
    Kiepenheuer & Witsch
    ISBN 978-3-462-04344-0
    19,99 €



    Der Weg zu mir: Das Buch ist mir aufgrund einer Leserunde bei LovelyBooks sozusagen zugeflogen. Herzlichen Dank dafür an LovelyBooks und den Kiepenheuer & Witsch Verlag.

    Der erste Satz: „Ich bin Hausarzt.“

    Das Äußere:  Das Buch hat ein recht handliches Hardcover-Format. Das Titelbild zeigt eine behandschuhte Hand mit einem Skalpell – hier ist schon der kleine Hinweis auf die Tätigkeit des Hauptprotagonisten zu sehen, die man ja schon am ersten Satz erkennt. Aufgrund des Covers hätte ich mir das Buch nicht unbedingt ausgesucht, aber ich muss sagen, dass es im Nachhinein sehr gut passt.

    Das Innere: Marc Schlosser ist Hausarzt. Ein Hausarzt der Sorte, die man nicht aufsuchen sollte, denn er hat eine solche Distanz zu seinen Patienten, dass seine Meinung ihm eigentlich im Gesicht geschrieben stehen müsste. Dennoch ist er recht erfolgreich in seinem Beruf und lernt auf diesem Weg auch den Schauspieler Ralf Meier kennen, der ihn mit Frau und zwei Töchtern in sein Sommerhaus nach Frankreich einlädt. Während dieses Urlaubs amüsieren sich die beiden Kinder ganz hervorragend, bis auf einmal etwas passiert, das alles andere in den Schatten stellt. In der Retrospektive – Ralf ist mittlerweile verstorben – werden die Ereignisse dieses einen Sommers nach und nach aufgerollt. Einer hat damals ein falsches Spiel gespielt – doch wer war es?

    Das Wesentliche:  Der Einstieg in das Buch ist nicht leicht. Marc schildert seinen Praxisalltag auf so scheußliche Art und Weise, dass der Leser ihn direkt zu Beginn des Buches schon verabscheut. Marc steht einfach über seinen Patienten und betrachtet sie auf eine Art und Weise, wie man es sich selbst von seinem Hausarzt nicht vorstellen möchte. Über diese Betrachtungen kommt die Handlung zu Beginn des Buches zu Beginn leider etwas zu kurz. 

    Nachdem Marc Ralf in seiner Praxis kennengelernt hat, treffen die beiden das erste Mal mit ihren Frauen im Theater aufeinander. Hier stellt sich recht schnell heraus, dass Marc nicht nur ein fieser Hausarzt, sondern auch ein Schwerenöter ist, denn Ralfs Frau Judith hat es ihm direkt angetan. Die Paare lernen sich etwas näher kennen, und so kommt die Einladung ins Sommerhaus zustande. Marc nimmt diese Einladung mit dem offensichtlichen Hintergedanken an, dass er die Gelegenheit ergreifen könnte, mit Judith eine Affäre zu beginnen. Dieser Hintergedanke überwiegt auch noch, als Caroline zu bedenken gibt, dass die jungen Mädchen im Sommerhaus nicht so sicher aufgehoben sein könnten wie es eigentlich der Fall sein müsste. Ein unverständliches Verhalten für einen Vater. Und noch mehr für Caroline, die sich meiner Meinung nach schleunigst ihre Mädchen packen und aus dem Staub machen sollte. So farblos bleibt Caroline jedoch leider im ganzen Buch, man kann sie nicht so recht einordnen, da sie nur wenig Aktivität entwickelt.

    Es gibt neben Marc und Ralf noch mehr Männer im Haus: da ist zum einen Stanley, ein amerikanischer Regisseur, der mit seiner jugendlichen Freundin ebenfalls den Sommer in Frankreich verbringt. Ein etwas zwielichtiger Mensch, der zu Überprungshandlungen neigt. Und es gibt noch Ralfs Kinder, zwei Jungen fast im gleichen Alter wie Marcs Mädchen. Die Kinder werden im Laufe des Sommers zu guten Freunden.
    Die Charaktere haben alle ihre Eigenheiten. Neben Marc verblassen jedoch alle. So ist es nicht ganz einfach neben einer Haltung Marc gegenüber für die übrigen Darsteller eine Position zu entwickeln.

    Die Handlung entwickelt sich nach einigen Anläufen dann doch recht flüssig, und es geschehen ein paar überraschende Wendungen, mit denen man als Leser nicht gerechnet hätte. Hierzu gehört nicht zuletzt Ralfs Tod, über den man bereits im Klappentext lesen kann. Das Buch zieht einen irgendwann tatsächlich in seinen Bann. 

    Das Fazit:  Natürlich weiß ich, dass Marc nur ein Protagonist in diesem Buch ist – aber dennoch kann ich mich von meiner Meinung über ihn nicht so frei machen, dass ich das Buch nur anhand des Inhalts und nicht aufgrund meiner Sympathie für den Hauptcharakter bewerte. Aufgrund meiner eigenen Unzulänglichkeit gebe ich daher nur drei von fünf möglichen Leselöwen. 

    Die Lieblingspassage:   „Würdest du mit ihr?“, dachte ich und schaute ihr in die Augen. „Ja“, lautete die Antwort. Und Judith erwiderte meinen Blick. Es ist eine Frage von Sekunden. Wie lange man einander in die Augen schaut. Und so hatten wir uns angesehen. Etwas länger, als gemeinhin als anständig gilt. Und während ich ihren Namen vergaß, lachte sie mich an. Es war nicht so sehr ihr Mund, der lachte, als vielmehr ihre Augen. „Ja“, sagten diese Augen. „Ich mit dir auch.“

    Die Bewertung: