Sonntag, 26. Februar 2012

Rezension "Smaragdjungfer" von Mara Laue


 
Smaragdjungfer
Mara Laue
Taschenbuch
269 Seiten
Erscheinungsjahr: 2011
Sutton Verlag
ISBN 978-3-86680-870-6
12,00 €

 


Der Weg zu mir: Hier ist ein Buch zu mir gelangt, für das ich mich bei LovelyBooks zum einen wegen des Genres – lupenreiner Krimi – aber auch wegen des Verlags – Sutton – beworben habe. Denn bisher habe ich soweit ich weiß ich nichts aus dem Sutton Verlag gelesen. Mir erschien das Verlagsprogramm im Bereich Belletristik jedoch ganz interessant, und dann hatte ich auch noch Glück mit dem Leserunden-Buchgewinn. Mara Laue hat die Runde begleitet und tut es noch – sie ist eine sehr sympathische Autorin, über die wir viel über die Berufs-Schriftstellerei erfahren haben. Vielen Dank also an Mara Laue, LovelyBooks und den Sutton Verlag

Der erste Satz: „Jasmin Stojanovic schloss ihren Wagen ab und blickte sich suchend um.“

Das Äußere:  Ein Taschenbuch im klassischen Stil mit schwarzem Cover, ganz wie es sich für einen Krimi gehört ;-) Auf dem Cover zu sehen ist die Namensgeberin des Romans: eine Smaragdjungfer. Das ist übrigens eine Libellenart und gleichzeitig der Künstlername von Jasmin Stojanovic, die als Hostess in Wilhelmshaven arbeitet. 

Das Innere: Paula Rauwolf, Kriminalkommissarin in Wilhelmshaven, kehrt nach langer Abwesenheit an ihren Arbeitsplatz zurück.  Mehrere Monate musste sie aussetzen, denn während des letzten Falles wurde ihr Partner und Lebensgefährte Christopher getötet. Kaum ist sie zurück im Dienst, wird sie mit einem neuen Mitarbeiter – Lukas Rambacher - konfrontiert und muss sie sich den Anfeindungen eines Teils ihrer Kollegen aussetzen, die ihr die Schuld am Tod von Christopher geben. Außerdem ist ein neuer Fall auf ihrem Tisch, der sie bis ins Milieu führt: Die Hostess Jasmin Stojanovic ist in ihrer Wohnung erstochen worden. Der scheinbar auf frischer Tat ertappte Jerome Kastor, der von der Polizei mit einer Hand in Jasmins Schmuckschatulle aufgegriffen wurde, muss auf Anweisung von oben wieder frei gelassen werden. Gibt es etwa Drahtzieher im Hintergrund? Und welche Rolle spielt Witold Graf, der bekannte Reeder, bei der ganzen Sache?

Das Wesentliche:  Ich hatte direkt einen ganz tollen Einstieg ins Buch und war sehr begeistert! Ich mag die Schreibweise, die nicht allzu kurzen Sätze und kleinen Einschübe. Der Mord an Jasmin Stojanovic zu Beginn ist gerade ausreichend beschrieben worden für meinen Geschmack - mehr brauche ich in einem Krimi nicht. 

Paula ist mir enorm sympathisch. Interessante Namenswahl des Nachnamens "Rauwolf" übrigens! Sie ist so ein bisschen ein einsamer Wolf nachdem sie ihren Partner verloren hat. Und ein Raubein ist sie auch, was ihre Umgangsformen betrifft. Andererseits ist sie sehr verletzlich - und hält sich an dem fest, was ihr Psychologe ihr beigebracht hat. Dieser Zwiespalt macht ihre Persönlichkeit erst richtig interessant. 

Paulas neuer Mitarbeiter Lukas Rambacher ist sehr gewissenhaft was seinen Job angeht. Aber aufgrund Paulas ablehnender Haltung dauert es etwas, bis beide langsam eine Arbeitsebene miteinander finden. Diese Annäherung – und die Art, wie sie beschrieben ist - ist nur eines von vielen Beispielen im Buch, wie geschickt die Charaktere und ihre Eigenarten sowie persönlichen Hintergründe im Laufe der Zeit immer deutlicher herausgearbeitet werden. Das ist Mara Laue durchgängig besonders gut gelungen. 

Übrigens: Ich habe zwar schon viele Krimis gelesen - aber noch nie fand ich die Schilderungen auf dem Revier so nahegehend. Das ist zum Teil das pure Mobbing, was da herrscht. Besonders kommt es bei einer Dienstbesprechung raus, als Sitzplätze verteidigt und nach Rangordnung zugewiesen werden. Ich habe mir nur gedacht: "Gut, dass du in einem solchen Umfeld nicht arbeiten musst."

Klasse auch die verschiedenen Hinweise auf einen Fadenzieher im Hintergrund: Jerome Kastor, der mögliche Täter, der seinen "Chef" anruft. Und auch Severin, Geschäftsführer des Eskortservice, bei dem Jasmin tätig war, sendet eine SMS an eine ominöse Nummer von einem Handy, das im Tresor verwahrt werden muss. Ich mag solche Teaser auf die kommende Handlung sehr.

Die Handlung erfährt an vielen Stellen übrigens eine Wendung, auf die der Leser definitiv nicht gefasst ist. Mara Laue hat die Handlung so gut konstruiert, dass man beim Lesen einfach dran bleiben muss und das Buch kaum beiseitelegen kann.

Das Fazit:  Ein besonderer Krimi, zum einen aufgrund der sympathischen Kriminalkommissarin, zum anderen aufgrund der Handlung, die sich nach und nach vor dem Leser aufblättert wie eine Blume. Exakt dosiert bekommen sowohl die Charaktere als auch die Story immer mehr Farbe. Einfach toll, gerne mehr davon!

Die Bewertung: 

1 Kommentar:

  1. Hey,
    tolle Rezi....ich muss meine auch noch verfassen.
    Das Buch war aber auch super...ich lese von ihr bestimmt noch das ein oder andere Buch!
    Liebe Grüße

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