Sonntag, 25. März 2012

Rezension zu „Zum Teufel mit Barbie“ von Sylvia M. Dölger

Durch die Gefahr zum eigenen Weg

 
Sylvia M. Dölger
Zum Teufel mit Barbie!

E-Book
160 Seiten
Erscheinungsjahr: 2011
Satzweiss Verlag
3,99 €

 


Der Weg zu mir: „Zum Teufel mit Barbie!“ wurde von der Autorin bei LovelyBooks als Rezensionsexemplar angeboten – ich durfte es glücklicherweise auch lesen und möchte Sylvia M. Dölger an dieser Stelle dafür herzlich danken.

Der erste Satz: „Liebe Mom, lieber Pa, wenn ihr das hier lest, bin ich weit weg.“

Das Äußere:  Auf dem Cover ist die Zeichnung eines Mädchens zu sehen, das so aussieht, als hätte es genug vom Leben. Sie hockt auf dem Boden in einer Ecke und hat den Kopf in den Armen vergraben. Natürlich möchte man nun gerne wissen, warum sie so verzweifelt ist, und fängt direkt an zu lesen.

Das Innere: Sue ist ein selbstbewusstes junges Mädchen, das bereits als Baby von ihren jetzigen Eltern adoptiert wurde. Sues leibliche Mutter stammt aus Thailand und lebt noch heute dort. Ihre Adoptivmutter versucht immer wieder, zwischen beiden einen näheren Kontakt herzustellen, damit Sue sich mit ihrem Wurzeln auseinandersetzen kann, doch Sue ist mit ihrem Leben in Deutschland, ihrer Freundin Vanessa und mit ihren Kontakten im Internet vollauf beschäftigt. Das ändert sich erst, als sie an der Berufsschule keine rechten Freunde findet, aber im Netz Jimmy kennenlernt, mit dem sie chattet. Ob Jimmy mehr für Sue werden kann als eine Internet-Bekanntschaft?

Das Wesentliche:  Sue hat sich ihr Leben mit ihrer Freundin Vanessa, ihrer Ausbildungsstelle und mit ihren Kontakten im Internet eingerichtet. Doch durch die verschiedenen Ausbildungsstellen, die die Freundinnen angetreten sind, haben die beiden weniger Zeit füreinander. Verständlich, dass Sue nach Alternativen sucht, besonders, als Vanessa auch noch einen Freund hat. Jimmy gegenüber ist Sue im Netz recht offen, und Jimmy erscheint als sympathischer Junge, der für Sue und ihre Sorgen sehr viel Verständnis aufbringt. 

Da ist es nur verständlich, dass Sue sich eines Tages auf den Weg macht, um Jimmy auch „in echt“ kennenzulernen. Wie zu erwarten, ist die Begegnung jedoch alles andere als erfreulich, und Jimmy entpuppt sich leider nicht als der nette Junge von nebenan. Hals über Kopf flüchtet Sue und sucht einen Platz zum Untertauchen. Dass sie dabei gerade auf Thailand kommt – das Land, das sie aufgrund ihrer Herkunft eigentlich vehement ablehnt – ist auf den ersten Blick zwar etwas weit hergeholt, passt aber gut in die Handlung hinein. 

Thailand wird von Sylvia Dölger so vielfältig und bunt beschrieben – man merkt der Autorin dabei an, dass sie das Land selbst schon bereist hat. Hier macht Sue – nicht zuletzt aufgrund der totalen Andersartigkeit des Landes – eine Art Wandlung durch. Diese ist sehr gefühlvoll beschrieben und macht Sue noch mir ein großes Stück sympathischer. Die Suche nach Sues Wurzeln, die von ihrer Adoptivmutter ständig vorgeschlagen wurde, passiert hier auf einmal fast von selbst. 

Sue kommt zu Beginn des Buches einerseits als selbstbewusste junge Frau rüber – stellenweise jedoch ist sie noch sehr naiv, gerade im Umgang mit dem Internet. Sie kennt sich mit Facebook, Twitter & Chatrooms aus und stellt dort als manga_girl auch mal ganz ohne Scheu Fotos von ihr selbst in ihren Partyoutfits ein. Dabei achtet sie nicht immer auf die Einstellungen zur Privatsphäre. Dann möchte man sie schon mal packen und wachrütteln. 

Gut gefallen hat mir Sues Freundschaft zu dem Obdachlosen Fritz und seinem Hund Goethe. Hier hat sie ein Plätzchen, an dem sie abseits von allem ganz sie selbst sein kann und sich nicht groß verstellen muss. Fritz war in früheren Jahren selbst schon in Thailand und bringt Sue auf den Geschmack nach diesem faszinierenden Land.

Sylvia Dölgers Schreibstil ist unaufgeregt und flüssig. Zum Teil hätte ich mir längere Sätze bzw. Nebensätze gewünscht, um die Handlung vielfältiger und die Charaktere tiefer erscheinen zu lassen. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass sich die Autorin selbst etwas bremst, um den Roman altersgerecht zu schreiben – ich bin jedoch sicher, dass er mit der gleichen Handlung in einem etwas tiefgängigerem Schreibstil genauso gut bzw. noch besser ankommen würde.

Das Fazit:  Ein interessanter Roman für Jugendliche. Dieses Buch funktioniert, ohne groß den moralischen Zeigefinger zum Thema Internet zu heben. Die verschiedenen Orte an denen die Handlung spielt, bringen eine gute Bewegung in die Handlung.Ich würde den Roman ab einem Lesealter von ca. 14, 15 Jahren empfehlen. Ein Wermutstropfen ist für mich allerdings der etwas sehr sorglose Umgang der Hauptprotagonisten mit Rauchwaren aller Art. 

Die Bewertung: 


Das Buch ist als Serial erschienen, daher könnt ihr entweder die vier einzelnen Teil oder auch die Gesamtausgabe als E-Book bekommen, z. B. bei Amazon. Die Autorin hat zum E-Book einen eigenen Blog erstellt – mehr dazu im nächsten Post.

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