Sonntag, 29. April 2012

Wälzer-Challenge: Status 2012-04

Es wird mal wieder Zeit für ein Update der Wälzer-Challenge.


Gelesen habe ich bisher:

  1. Sabine Thiessler: Der Kindersammler (526 Seiten)
  2. Stephan Rother: Ich bin der Herr deiner Angst (576 Seiten)
  3. Richard Dübell: Die Pforten der Ewigkeit (861 Seiten)
Strenggenommen dürfte ich "Die Pforten der Ewigkeit" noch nicht mitzählen, da die Rezension noch nicht veröffentlicht ist, aber ich werde das in den nächsten Tagen ohnehin erledigen.

Nach vier Monaten habe ich tatsächlich erst drei Wälzer gelesen - das finde ich jetzt irgendwie bedenklich. Ich liebe es doch, in einem Roman abzutauchen und erst nach langer, langer Zeit wieder an die Oberfläche zu kommen. Wie kann ich nur ohne diese Bucherlebnisse auskommen? Seltsam.

Nun gut, ein paar Wälzer habe ich auf jeden Fall im SUB-Angebot, und so werde ich mich ab dem Mai verstärkt diesen Büchern widmen. Zum Beispiel:
Und das ist nur eine kleine Auswahl. Da wird doch was zu finden sein! 

Freitag, 27. April 2012

Rezension "Fremdling" von Sibylle Knauss



Vergangenheit im Heute



Sibylle Knauss
383 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Hoffmann und Campe Verlag
ISBN 978-3-40358-9
22,99 €




Der Weg zu mir: Hier hatte ich das Glück, den Roman im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks zu gewinnen. Vielen Dank an LovelyBooks und den Hoffman und Campe Verlag – das war ein wirklich außergewöhnliches Leseerlebnis!

Der erste Satz: „Du wirst keine Schmerzen haben, sagte er.“

Das Äußere:  Das in dunkelgrau gebundene Buch liegt gut in der Hand. Bei 383 Seiten ist das Buch angenehm handlich. Das Cover zeigt das Auge einer Eule – was nun überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun hat, mir aber trotzdem gut gefällt.

Das Innere: Was als geheimes Experiment von ein paar Forschern beginnt, wird auf einmal Realität. Zum einen, um ihrem Freund Tim einen Wunsch zu erfüllen, zum anderen, weil sie selbst von Forscherdrang erfüllt ist, lässt sich Maria mit der DNA eines Neandertalers künstlich befruchten. Tatsächlich wird sie schwanger! Doch bevor das Experiment zu einer Zeit, in der es noch zu verantworten wäre, abgebrochen werden kann, beschließt Maria, das Kind zur Welt zu bringen. Auf einer beschwerlichen Reise an den Rand der Zivilisation versucht sie, ihrem Sohn Jo ein Leben nach seinen Möglichkeiten zu bieten. Natürlich geht das nicht lange gut, denn die Behörden werden auf sie und den Jungen aufmerksam…

Das Wesentliche:  Wow, was für ein Stoff für einen Roman: Eine junge Frau bringt einen Neandertaler zur Welt. Man stelle sich vor, es gäbe ein solches Experiment tatsächlich. Bei dem, was man öfter mal in den Medien liest oder sieht, könnte es sein, dass wir gar nicht so weit davon weg sind, dass irgendjemand das tatsächlich realisiert. Diese dennoch nahezu unglaubliche Vorstellung versetzt Sibylle Knauss in ihrem Roman sozusagen in die Realität.

Maria ist eine junge Wissenschaftlerin, die für ihren verheirateten Freund Tim alles tun würde. So muss sie nur kurz überlegen, bevor sie dem Experiment zustimmt, bei dem es von Anfang an nur darum ging, die Entwicklung eines Neandertaler-Embryos im Mutterleib in den ersten Monaten der Schwangerschaft zu beobachten. Zu einer „noch zu verantwortenden“ Zeit sollte das Experiment abgebrochen und die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden. Doch Maria entwickelt Gefühle für „ihr“ Kind. Kurzerhand brennt sie durch und begibt sich mit einem Campingbus auf eine wahnsinnige Tour nach Osteuropa. Dort, irgendwo im Hinterland, bringt sie den Jungen mit der Hilfe einer Ärztin zur Welt.

Alle halten das Kind für hässlich – was nach heutigen Maßstäben sicher nachzuvollziehen ist. Maria verbirgt den Jungen, den sie Jo nennt, möglichst vor den Augen aller anderen und wird schließlich sesshaft irgendwo in den Bergen. Trotz aller Vorsicht werden die kroatischen Behörden auf sie aufmerksam, und Maria wird gezwungen, den Jungen in ein Heim zu geben – der Beginn einer Odyssee ganz besonderer Härte für das Kind, das sich in der Natur und bei wilden Tieren am besten aufgehoben fühlt.

Bis hierhin bin ich dem Buch nahezu atemlos gefolgt. Erst an dieser Stelle fiel mir auf, dass Maria recht zwiespältig reagiert: Sie verkriecht sich sich lange Jahre mit dem Kind in den Bergen, hat ihr komplettes Leben und ihre Karriere für den Jungen aufgegeben, und trotzdem kämpft sie nicht darum, dass Jo bei ihr bleiben kann. Geradezu distanziert sieht sie den Geschehnissen zu und scheut auch nicht davor zurück, nach Deutschland zurückzukehren, als Jo aus dem Kinderheim fliehen kann und verschwindet. Hier hätte ich irgendwie mehr Engagement von Maria erwartet. Dass sie einfach so in die Zivilisation zurückkehrt, wieder einen Beruf ergreift und sich eine schicke Wohnung nimmt, erscheint mir irgendwie nicht richtig.

Jo ist ein einsames Kind, das zu einem einsamen jungen Mann wird. Schließlich weiß er nicht, wo er herkommt, was seine Wurzeln sind. Sein einziger Bezug zu der Zeit, in die er eigentlich gehört, sind „die Anderen“, die ihm wie eine Vision erscheinen und die ihm auf diesem Weg nicht nur viel über seine Art näherbringen, sondern sogar ganz praktische, handwerkliche Dinge erklären. Diese Visionen scheinen wie eine Flucht aus der Wirklichkeit für Jo zu sein – sie sind für den Leser aber ein schönes stilistisches Mittel der Autorin, um mehr über die Natur der Neandertaler zu erfahren.

Maria trifft scheinbar (fast) nur auf Männer, die auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind: zuerst Tim, der sie das Experiment durchführen lässt, und nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ist es Siegfried, ebenfalls ein Wissenschaftler, der Jo als wissenschaftliche Sensation betrachtet und den er deswegen ins Licht der Öffentlichkeit zerren möchte. Es hat mich förmlich gegruselt, wie Maria als Frau und „Mutter“ nur so vertrauensselig sein kann.  Im Laufe des Buches habe ich mich dann irgendwann mit Maria arrangiert, denn glücklicherweise kommt Marias Beschützerinstinkt dann doch wieder zum Vorschein.

Es geschieht noch eine ganze Menge im Leben von Jo, über das ich hier natürlich nichts im Detail berichten möchte. Nur so viel: es gibt neben vielen Tiefen auch einige Höhen in seinem Leben – Sibylle Knauss ist es erzähltechnisch sehr gut gelungen, beides so zum Ausdruck zu bringen, dass der Leser gefesselt bleibt.

Übrigens: An die Eigenart der Autorin, direkte Rede nicht mit Anführungszeichen zu kennzeichnen, sondern jeweils eine neue Zeile zu verwenden, hatte ich mich nach kurzer Zeit gewöhnt und konnte das Buch flüssig lesen.

Das Fazit: Ein ungewöhnliches Buch mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Wenn die Hintergründe für Marias Handlungsweisen noch etwas deutlicher gemacht worden wären und ein paar Zeitsprünge mit mehr Erläuterungen ausgefüllt worden wären, wäre ich noch glücklicher mit dem Buch gewesen. Aber als Leser kann man halt nicht alles haben und muss auch mal damit leben, dass die Autorin keine 1.000 Seiten sondern nur knapp 400 schreibt ;-)

Die Bewertung: 

Montag, 23. April 2012

Neuzugänge mit SUB-Aufbau

Hallo in die Runde,

hier meine Errungenschaften aus dem schon erwähnten Einkauf bei Weltbild. Alle Bücher waren mit 2 oder 3 Euro zwar als Mängelexemplare ausgezeichnet, aber so sensationell günstig, dass ich nicht anders konnte. Kurt spielt hier auf dem Bild erst einmal bereitwillig Bücherstütze, bevor er sich über die Lektüre her macht.
  1. Nicholas Evans: Die wir am meisten lieben
    Dieses Buch habe ich schon im Blick, seit es im letzten Jahr erschienen ist. Damals hatte ich mich für ein Leseexemplar bei Lovelybooks beworben, aber kein Glück gehabt. Jetzt habe ich es glücklicherweise für kleines Geld bekommen können. Nicholas Evans mag ich seit dem "Pferdeflüsterer".
  2. Bettina Haskamp: Hart aber Hilde
    Hier haben wir mal einen voraussichtlich etwas seichteren, aber hoffentlich unterhaltsamen Roman. Wird mir sicher zwischendurch mal ganz gut tun.
  3. W. Bruce Cameron: Ich gehöre zu dir
    In diesem Buch geht es um einen kleinen Hund, der als Rassehund geboren wurde, in dem aber immer noch der Straßenköter aus dem letzten Leben steckt. Da ich so etwas noch überhaupt nie gelesen habe, habe ich einfach mal zugegriffen. Nicht zuletzt weil mir der Hund auf dem Cover so tief in die Augen geschaut hat, hach...
  4. Linda Castillo: Blutige Stille
    Dies ist Teil 2 der Reihe um Polizeichefin Kate Burkholder. Teil 1, "Die Zahlen der Toten", kennt ihr vielleicht. Im Mai kommt schon Teil 3 heraus: "Wenn die Nacht verstummt". Insofern ist das mal eine Reihe, bei der ich voll auf der Höhe der Zeit bin.
  5. Sarah Kuttner: Wachstumsschmerz
    Hier habe ich zugegriffen, weil ich die Autorin gerne mal kennenlernen wollte. Auf verschiedenen Blogs habe ich schon von ihr gelesen - jetzt mache ich mir mal selbst ein Bild.
Da mit diesem Kauf mein SUB-Stapel naturgemäß anwächst, werden die Bücher 2 bis 4 erst einmal vorübergehend bei meiner Mutter einziehen. Sie hat sich sowieso schon beklagt, dass ihr Lektüre fehlt - na da weiß ich doch Abhilfe.

In einem separaten Post zeige ich euch noch meine neuen Hörbücher aus dem Wanderpaket.

Bis dann, und genießt den Rest vom Welttag des Buches! Ich verteile meine "Schneewittchens" weiterhin fleißig.

Eure LeseMaus


Freitag, 20. April 2012

Einer geht noch...

...dann sind die Hundert tatsächlich voll. Wie toll ist das denn! Jetzt bin ich natürlich mal so richtig gespannt, wer der 100-ste Leser meines Blogs sein wird. Ich hatte ja ein Gewinnspiel versprochen, wenn es so weit ist, und habe auch schon mal etwas in der Buchhandlung herumgestöbert, was es denn dieses Mal werden könnte. Aber jetzt wird natürlich noch nichts verraten.

Diese Woche war buchkauftechnisch ziemlich hart für mich. Und zwar konnte ich nicht am Weltbild Shop vorbeigehen, der aufgrund einer Renovierungsaktion alle möglichen Bücher reduziert hat. Am zweiten Tag bin ich sogar früher von der Arbeit gegangen, um genug Zeit zum Stöbern zu haben, denn natürlich ist dort nichts nach Themen sortiert sondern total und komplett durcheinander. Was ich dort gefunden habe, zeige ich euch natürlich im Laufe des Wochenendes.

Auch in Sachen Hörbüchern war die Woche richtig toll. Und zwar habe ich bei einer Hörbuch-Wanderaktion mitgemacht - das erste Mal überhaupt. Schon spannend, so ein Paket auszupacken und einfach so zu behalten, was mir gefällt. Morgen bringe ich das Paket neu bestückt wieder auf den Weg - die neuen Hörbücher werde ich für euch noch fotografieren.

Morgen steht übrigens die Abholung der Bücher für die Welttag-des-Buches-Aktion an. Ich hatte ja hier schon geschrieben, dass ich auch Buch-Schenker werde. Ich habe mir schon im Geiste eine Liste gemacht, wen ich alles bedenken möchte. Hoffentlich reichen die 30 Bücher aus...

Jetzt geht es erst einmal in ein hoffentlich gemütliches Wochenende. Den morgigen LovelyBooks-Lesemarathon-Teilnehmern wünsche ich übrigens auf diesem Wege viel Spaß! Ich selbst mache nicht mit, denn wie ich mich kenne würde ich dabei viel zu schnell einschlafen ;-)

Liebe Grüße
Eure LeseMaus

Mittwoch, 18. April 2012

Rezension "Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert" von Trixi von Bülow


Leicht und luftig

 

Trixi von Bülow
Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert

327 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Thiele Verlag

ISBN 978-3-85179-185-3
18,00 €


 


Der Weg zu mir: Ich hatte mir ja vorgenommen, in die Debütautoren-Challenge bei LovelyBooks einzusteigen. Dummerweise habe ich bisher bei keiner Verlosungsaktion Glück gehabt. Als ich dann bei Kossi von diesem Buch gehört habe, habe ich mir gedacht, dass ich mir diesen Roman auf jeden Fall selbst kaufen muss. 

Der erste Satz: „Das Erste, was mir auffällt, ist, dass ich nichts denke.“

Das Äußere:  Zunächst einmal mag ich das Cover – es zeigt eine Frau, die verträumt aus dem Fenster sieht. Das ist bestimmt die Frau, in deren Leben etwas passieren soll! Das gebundene Buch ist recht klein und handlich, so dass man es gut in seinen Alltag mitnehmen kann.

Das Innere: Der Roman schildert aus der Perspektive von Friederike Berger ­– fast 40-jährige Lektorin und alleinerziehende Mutter – wie sie sich im Anschluss an die Trennung von ihrem Mann ihren Platz im Leben wieder erkämpft. Und das Leben wächst ihr oft genug über den Kopf. Kein Wunder, dass sie sich bei der erstbesten Gelegenheit auf einer Urlaubsreise verliebt und sich Hals über Kopf in diese Beziehung hineinstürzt. Der Leser begleitet Fritzi, wie sie von ihren Freunden genannt wird, auf dem Weg durch diesen Lebensdschungel und kann hautnah miterleben, wie sie versucht, die Zügel wieder in die Hand zu bekommen und parallel den Mann fürs Leben zu finden. 

Das Wesentliche:  So ein fluffiges Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Nachdem es in meinem zuletzt gelesenen Roman („Leichenblässe“ von Simon Beckett) nur so vor Leichen wimmelte, brauchte ich nun definitiv was fürs Herz und für die Seele. Wie gut, dass ich zu Trixi von Bülows Debütroman „Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert“ gegriffen habe. Die Autorin hat so einen leichten und lockeren Schreibstil ohne ins Naive oder Triviale abzurutschen, dass es ein echter Lesegenuss ist. 

Man ist versucht, von Bülows Roman mit Cecilia Ahern zu vergleichen, denn inhaltlich gehen beide schon in eine ähnliche Richtung. Beide schildern Frauen jüngeren bis mittleren Alters auf dem Weg zur Selbstfindung. Im direkten Vergleich übertrifft von Bülow Cecilia Ahern meiner Meinung nach um Längen. Vielleicht nur, weil ihre Schilderungen aus Fritzis Leben immer im Realen bleiben – vielleicht aber auch, weil ihr Schreibstil für meine Begriffe deutlich eleganter und tiefgehender ist.

Man kann Fritzi so gut verstehen: während sie versucht, alle Fäden ihres Lebens im Griff zu behalten, kommt ihr das Leben selbst mehr als einmal in die Quere. Sie kümmert sich um ihre kleine Tochter Lilli, muss sich über nicht eingehaltene Absprachen mit ihrem Ex-Mann oder über Anfeindungen einer Kollegin ärgern, und in Liebesdingen ist weit und breit kein Glück in Sicht. 

Wie gut, dass man Freundinnen hat, und so kann auch Fritzi bei jedem kleineren oder größeren (liebestechnischen) Schicksalsschlag auf die Unterstützung von Johanna zählen, die im Gegensatz zu Fritzi mit ihrem gutsituierten Mann und ihrem Sohn in einem tollen Vorort lebt. Natürlich versucht Johanna, Trixi immer wieder in die Gegenwart zu holen, indem sie den einen oder anderen Verkuppelungsversuch unternimmt. Einer dieser Versuche führt dementsprechend auch dazu, dass sich Fritzi kopfüber in eine Beziehung stürzt und dabei jegliche Zurückhaltung fahren lässt. 

Fritzi ist himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, unstet und ruhelos, professionell in ihrem Job, aber immer auf der Suche nach dem großen Glück. Sie ist ein Charakter, den man selbst so kennen könnte. Man möchte sie zur Freundin haben, mit ihr feiern und shoppen gehen, auf ihre Tochter aufpassen und sie manchmal durchrütteln und auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Und: man wünscht ihr als Leser alles Glück der Welt. 

Das Fazit:  Ein toller Roman für alle Fans von Cecilia Ahern und darüber hinaus. Eine herrlich leichte Lektüre, aber ohne die totale Trivialität, die so manch anderer „Frauenroman“ mit sich bringt. Nur wer einen höheren feministischen Anspruch an seine Lektüre hat, sollte vielleicht etwas vorsichtiger an das Buch herangehen.

Die Bewertung: Vier von fünf Leselöwen
 

Sonntag, 15. April 2012

Rezension zu "Unsichtbare Blicke" von Frank M. Reiifenberg

Gefährliche Netze


Frank M. Reifenberg
Taschenbuch
395 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-499-21617-6
12,99 €
Empfohlenes Lesealter: 16 – 17 Jahre



Der Weg zu mir: Ein spannendes Buch mit einer spannenden Geschichte von einem mir unbekannten Autor – da habe ich mich doch gerne bei LovelyBooks für die Leserunde beworben. Also ein Dankeschön an LovelyBooks und an den Rowohlt Verlag für das Leseexemplar – und auch an Frank Reifenberg selbst, der als Autor die Runde begleitet hat.

Der erste Satz: „Ich erkannte den Tod am Geruch.“

Das Äußere:  Das Cover zeigt den Titel des Buches als Schriftzug auf schwarzem Untergrund. Zwei rote Punkte leuchten wie zwei Augen in der Dunkelheit – was zum Inhalt des Buches gut passt. Ich hatte jedoch als erste Assoziation einen Totempfahl im Sinn, lach.

Das Innere: Josie, eine 17-jährige Jugendliche, hat äußerst strenge Eltern. Fast ein Wunder, dass sie für ihre Hausaufgaben ein Laptop benutzen darf. Das verwendet sie jedoch auch unerlaubterweise dazu, im Internet zu surfen. Dabei stößt sie auf Geronimo, mit dem sie sich virtuell anfreundet, obwohl sie zeitgleich auch im wirklichen Leben auf den jungen Felix trifft, den sie sehr mag. Was Josie nicht weiß: Geronimo hegt andere Absichten, als ihre Freundschaft zu gewinnen. Als Josie klar wird, mit wem sie sich da online eingelassen hat und wie intensiv er bereits an ihrem Leben teilnimmt, gibt es für Geronimo schon keinen Weg zurück mehr.

Das Wesentliche:  Josie ist eine interessante junge Frau. Ihre Eltern halten die erzieherischen Zügel sehr eng und besonders Josies Vater erlaubt ihr außerhalb der Schule nur wenig Kontakte zu anderen Jugendlichen. Und dennoch geht Josie ihren eigenen Weg, unter anderem dadurch, dass sie als Aushilfe in einem Altenheim tätig ist. Dadurch erkämpft sie sich kleine Freiräume im Leben. Zu dieser Zeit trifft sie auch auf Felix, einen Jungen aus ihrer Schule, mit dem sie sich sehr gut versteht und dem sie im Laufe des Buches näher kommt. Diese Annäherung ist schön und gefühlvoll geschildert.

Der Perspektivenwechsel, den der Autor in das Jugendbuch eingebaut hat, hat mir gut gefallen. Es gibt nicht nur Josies Sichtweise, sondern auch die des mutmaßlichen Täters und die der Ermittler. Manchmal war mir nicht ganz klar, wo das alles drauf hinauslaufen sollte, insbesondere, wenn von Kindheit und Jugend des Mörders die Rede war – hier hieß es Augen aufhalten und aufmerksam bleiben.

Komischerweise war mir fast bis zur Hälfte des Buches total egal, wer von den vorgestellten Protagonisten der Täter sein könnte, während viele in der Leserunde von Beginn an mitgerätselt haben, wer aus Josies Umfeld derjenige welche sein könnte. Mir erschien die Handlung als solche auch so spannend genug, denn durch die Szenen aus Kindheit/Jugend des mutmaßlichen Täters hätte sich der Kreis auch so für ausreichend geschlossen.

Die einzigen Charaktere, über die ich gerne noch mehr gelesen hätte, war das Ermittlerduo Sarah und Saito. Sarahs Intuition und ihre gemeinsame Interaktion haben mir gut gefallen, so dass ich fast hoffe, den beiden in einem anderen Roman erneut zu begegnen. Insofern könnte dieses Buch durchaus der Auftakt für eine neue Ermittlerreihe sein.

Frank Reifenberg rückt mit seinem Roman „Unsichtbare Blicke“ die Gefahren, die gerade auf junge Leute im Netz lauern, in den Mittelpunkt der Handlung. Natürlich sollte man jetzt nicht in jedem Online-Kontakt einen etwaigen Mörder vermuten – dennoch ist etwas Vorsicht durchaus angebracht. Insofern hat mich das Buch da tatsächlich zum Nachdenken angeregt. So ganz traue ich meiner Webcam auch nicht über den Weg…

Das Fazit:  Ein spannendes Buch, das auch gut und gerne als Thriller für Erwachsene durchgehen kann. Ich habe mich durchgängig sehr gut unterhalten gefühlt und war sozusagen ständig mittendrin. Lesen!

Die Bewertung:  

Mittwoch, 11. April 2012

Rezension "Bitteres Blut" von Willi Voss


Langwierige Ermittlung



Willi Voss
Bitteres Blut
Taschenbuch
317 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Ullstein Verlag
ISBN 978-3-86680-958-1
12,00 €



Der Weg zu mir: Nachdem ich vor kurzem meinen ersten Krimi aus dem Sutton Verlag gelesen hatte und damit total happy war, habe ich mir den Verlag gemerkt. Als dann bei LovelyBooks eine neue Leserunde zu einem Sutton-Krimi angeboten wurde, habe ich mir nur allzu gerne wieder beworben. Danke an LovelyBooks und an den Sutton Verlag für das Leseexemplar - und natürlich an Willi Voss für die Begleitung der Runde.

Der erste Satz: „<Ich versteh das nicht>, murmelte Hollenberg fassungslos.“

Das Äußere:  Das Cover ist typisch Krimi-schwarz. Darauf zu sehen ist ein Seil, dessen Ende mit Blut getränkt ist, das auch noch nach unten tropft. Man rechnet aufgrund des Covers eigentlich mit mehr reißerischem Inhalt, hat jedoch einen handfesten Regionalkrimi vor sich.

Das Innere: Eine Leiche verschwindet, die kurz zuvor noch von Bauer Hollenberg hängend in einer Scheune gesehen wurde. Es soll sich um Thorsten Böse gehandelt haben, den Adoptivsohn von Wolfhardt Böse, dem verbitterten und ungemütlichen Alten, der niemandem über den Weg traut. Kriminalobermeister Lorinser muss sich auf die Suche nach der verschwundenen Leiche machen und sich dabei den Hänseleien seiner Kollegen aussetzen. Die Dorfbewohner sind wie zu erwarten auch nicht wirklich kooperativ, so dass Lorinsers Ermittlungen eine ganz schön knifflige Angelegenheit werden. Ist Thorsten Böse tatsächlich ermordet worden oder ist alles nur ein schlechter Scherz?

Das Wesentliche: Klar, der Roman startet mit etwas weniger Drive weil zu Beginn die Leiche fehlt. Ich fand es jedoch ganz angenehm, dass dadurch zuerst der Ermittler, Kriminalobermeister Lorinser, näher vorgestellt wird. Auch seine Kollegen lernt man in einer eher unaufgeregten Situation kennen. Eine gute Idee!

Dennoch war es etwas langwierig für Lorinser, gegen Windmühlen anzurecherchieren und mit Hinz und Kunz erfolglos zu reden. Meine Hoffnung war, dass sich das Tempo steigern würde, sobald die verschwundene Leiche ausfindig gemacht werden konnte. Zwar wird eine Leiche gefunden (sonst wäre der Krimi ja auch sinnlos) – eine Beschleunigung der Handlung hatte das leider nicht zur Folge.

Dabei ist Lorinser ein ganz sympathischer Beamter: Frisch auf seiner Diepholzer Dienststelle, ist er eifrig bei der Sache und lässt sich von seinem Spürsinn nicht abbringen. Auch als ihm Kriminalhauptkommissarin Hildebrandt fast seinen Fall abnimmt, geht er unbeirrt seiner Wege. Unterstützung findet er in dem ihm zugeteilten Partner Steinbrecher, der das Ganze aufgrund seines Alters und seiner längeren Erfahrung etwas gelassener sieht, aber verlässlich mit anpackt, wenn es darauf ankommt.

Willi Voss ist es gut gelungen, die Atmosphäre von Beklemmung, Misstrauen und Geheimnissen im Dorf glaubhaft darzustellen. Die Bewohner sind allesamt auf ihre Art sowohl skurril als auch schwierig im Umgang – hierbei kommt so richtig der Regionalkrimi zum Vorschein. Und auch Thorsten Böse, dessen Spuren Lorinser verfolgt, hat wohl ein paar Geheimnisse und entsprechend Dreck am Stecken.

Als Nebenhandlung finden sich aber auch ein paar Geschehnisse im Buch, die von Willi Voss leider erzähltechnisch nicht zu Ende geführt werden. So taucht beispielsweise Lorinsers Schwester Katta bei ihm auf, misshandelt und am Ende ihrer Kräfte – aber ebenso unvermittelt verschwindet Katta auch wieder. Ein paar Fäden bleiben also offen, was ich recht schade fand. Mit nur ein paar Seiten mehr für gehaltvollere Nebenhandlungen hätte man sich als Leser vielleicht vom Autor etwas weniger im Stich gelassen gefühlt.

Ansonsten war mir der Schreibstil sehr angenehm. Nicht eingängig, sondern herausfordernd. Ich mochte die etwas hochgestochene Sprechweise mancher Protagonisten und auch die verschachtelten Sätze. Wie man auf seiner Homepage sehen kann, ist Voss sowohl im Bereich Krimis als auch in Sachen Politthriller unterwegs - da hätte ich schon Interesse auch mal in einen anderen Roman hineinzulesen.

Das Fazit:  So komplett und richtig warm geworden bin ich leider mit dem Krimi nicht. Nachdem es schon zu Beginn des Romans keine Leiche gibt, empfand ich die Begleitung der umfangreichen Ermittlungen von Kriminalobermeister Lorinser mehr als langwierig und manchmal sogar fast langweilig. Wer einem Beamten gerne auf verschlungenen Wegen im Rahmen seiner Ermittlungen folgt, ist hier aber auf jeden Fall gut aufgehoben.

Die Bewertung: Drei von fünf Leselöwen

Montag, 9. April 2012

Mein erster Award

Ich habe mich heute riesig gefreut, denn ich habe gleich zweimal einen Award verliehen bekommen. Und das ist das gute Stück:



Andrea von Angels Bücherecke und Elisa mit ihrem Blog Mybookbubble haben heute fast zeitgleich an mich gedacht - juhuu!

Hier sind die Regeln für den Award:

  1. Kopiere den Award auf deinen Blog.
  2. Verlinke den Blogger, der dir den Award verliehen hat. 
  3. Wähle deine fünf liebsten Blogs mit weniger als 200 Followern und benachrichtige sie darüber, dass sie den Award gewonnen haben. 
  4. Hoffe, dass die fünf Auserwählten die Liebe an weitere fünf Blogger weiterreichen.
Nun denn, ich reiche den Award an die folgenden Blogs weiter, die ich sehr gerne lese:
Ich hoffe, ich habe kein "No awards, please" bei euch überlesen. 

Während ich einen schönenn Platz für den Verbleib des Awards auf meinem Blog suche, stelle ich fest, dass ich schon bald 100 Leser habe. Da kann ich ja schon in Kürze wieder ein Gewinnspiel starten, das finde ich riesig!

Allen, bei denen morgen der Alltag wieder los geht, wünsche ich einen guten Start!

Liebe Grüße

Eure LeseMaus
  

Sonntag, 8. April 2012

Rezension "Flammenmond" von Rebekka Pax


Toughe Vampire



Rebekka Pax
Taschenbuch
462 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Ullstein Verlag
8,99 €


 

Der Weg zu mir: „Flammenmond“ habe ich aufgrund meiner Bewerbung bei einer LovelyBooks-Testleserunde gewonnen. Vielen Dank an LovelyBooks und den Ullstein Verlag! Und natürlich ein herzliches Dankeschön an Rebekka Pax für die nette Begleitung der Leserunde. Ich habe mich für das Buch interessiert, weil ich den Vorgängerroman „Septemberblut“ bereits im vergangenen Jahr gelesen habe und nun auch Lust auf die Fortsetzung hatte.

Der erste Satz: „In der kleinen Werkstatt war es still geworden.“

Das Äußere:  Auf dem Cover ist eine futuristische Stadt zu sehen, zusammen mit dem Bild eines jungen Mannes. Es passt nicht so ganz zum Inhalt, da die Geschichte fast komplett weit, weit weg von irgendeiner Großstadt spielt -  aber es ist gut gemacht.

Das Innere: Julius Lawhead ist ein Meistervampir. Allerdings ist er zu Beginn des Buches ziemlich gehandicapped, weil er eine Strafe verbüßen muss, die ihm vom Clanobersten am Ende des vorhergehenden Bandes auferlegt wurde. So verbringt er seine Zeit zunächst eingesperrt in seinem Sarg. Sein Zeitvertreib ist der gedankliche Kontakt zu seiner Dienerin und Geliebten Amber. Als jedoch Julius Clanangehöriger Brandon von Nathaniel Coe, einem anderen Vampirmeister, entführt und gequält wird, wird Julius endlich freigelassen. Er macht sich mit Amber und Christina, Brandons Freundin, auf den Weg, ihn zu retten.

Das Wesentliche: Ich kenne Teil 1 (Septembermond) auch, allerdings ist es schon ein paar Monate her. Ich versuche mir vorzustellen, wie man in das Buch hineinkommt, wenn man „Septembermond“ nicht kennt. Es funktioniert bestimmt, ich denke jedoch, es ist schöner, wenn man die Vorgeschichte von Julius und Amber kennt. Nicht nur, dass man besser verstehen kann, was es mit den sogenannten „Siegeln“ auf sich hat, die die beiden verbinden. Auch wird man den Anfang des Buches – Julius Gefangenschaft im Sarg – besser einschätzen und bewerten können.

Der Einstieg in den Roman ist recht spannend. Als Julius aus dem Sarg geholt wird, wird es sogar einmal kurzfristig gefährlich für Amber, seine Geliebte, die fast zwischen den Vampiren lebt, als wäre sie eine von ihnen. Die Vorstellung, unter Vampiren zu leben ohne die ständige Angst, dass jemand über einen her fällt, ist für mich gar nicht ganz so einfach nachzuvollziehen.

Rebekka Pax hat ein paar schöne Ideen in ihren Roman eingebaut, so nutzt Coe, Brandons Entführer, den Stein „Schwarzer Turmalin“, um die Verbindung zu und den Energieaustausch mit Julius, seinem Clanführer, zu unterbrechen. Ich habe in der Leserunde in Erfahrung gebracht, ob da ein Körnchen Wahrheit hinter steckt: Diese Idee hat die Autorin tatsächlich aus einem Esoterikforum, in dem sie sich einmal beim Surfen verlaufen hatte. Dort wurde der Stein als Hilfsmittel angepriesen, um die eigenen Energien bei sich zu behalten. Ein weiteres interessantes Detail ist das Wohnmobil, mit dem sich die Retter auf den Weg machen. Hier sind drei, vier Särge so untergebracht, dass sie bei einer oberflächlichen Inspektion des Wagens nicht auffallen würden.

Coe, der Entführer, ist ein richtiger Fiesling. Aber ohne einen bösen Protagonisten geht's halt nicht. Ich habe mich jedoch stellenweise gefragt, was Julius eigentlich dazu bringt, Coe zu vertrauen? Er begibt sich mehrfach freiwillig in die Höhle des Löwen, um mit Coe zu verhandeln, und nimmt auch noch Amber mit. Mich hat gewundert, dass er keine Angst hat, dass ihr etwas zustoßen könnte. Aber in den Auswirkungen der Blutschwüre und Vorgaben der Vampir-Codices [Einschub: hier musste ich kurz die Mehrzahl von „Kodex“ nachschlagen, grins] steckt man als normaler Mensch halt nicht drin.

Amber hat in diesem Roman eine Entwicklung vollzogen, in der viel mehr von ihr zum Vorschein kommt als man in Teil 1 gedacht hätte. Sie hatte immer schon eine etwas ambivalente Beziehung zu den Riten der Vampire, zu denen auch schon einmal gehört, jemand anderen zu töten – nicht zuletzt ist Julius ja ein Vampir-Jäger. In Teil 2 behauptet sie sich mehrfach gegenüber Julius, was mir gut gefallen hat. Amber versucht im Laufe der Geschichte übrigens einen Alleingang, mit dem ich nicht gerechnet hätte – da könnt ihr wirklich gespannt sein!

Mich hat gefreut, in „Flammenmond“ mehr über Brandon, seine Herkunft und seine Ideale zu erfahren. Er ist indianischer Abstammung, und im Laufe des Romans steht in Frage, ob er je zu seinen Wurzeln zurückfinden wird. Da Brandon im Mittelpunkt dieses Buches steht, muss er zahlreiche Prüfungen bestehen, und dies nicht nur in der Gefangenschaft. Er ist mir im Laufe des Buches dadurch deutlich mehr ans Herz gewachsen als in Teil 1.

Einige Kapitel der Geschichte sind allerdings sehr krass und ziemlich blutig. Glücklicherweise konnte ich dadurch, dass es halt eine Vampir-Story ist, eine recht gute Distanz dazu aufbauen. Der Handlungsaufbau ist stringent und gleichzeitig abwechslungsreich. Es ist immer leichter, eine Story spannend aufzubauen, die an verschiedenen Orten spielt, und so ist die Reise, die der Befreiung von Brandon dient, eine gute Ausgangsbasis für das Kennenlernen verschiedener weiterer Charaktere und das Bestehen so mancher Abenteuer.

Der Cliffhanger am Ende macht deutlich, dass es bald schon in Band 3 weitergehen wird, den ich sicher auch wieder lesen werde.

Das Fazit:  Eine spannende Geschichte, die mir persönlich stellenweise etwas zu detailreich beschrieben war, wenn es so richtig zur Sache ging. Natürlich müssen Vampire auch mal morden und böse sein, aber meinen Geschmack trifft der Roman damit leider nicht ganz. Für uneingeschränkte Vampir-Fans sicher trotzdem eine echte Leseempfehlung.

Die Bewertung: 

Samstag, 7. April 2012

Frohe Ostern!


Hallo ihr Lieben,

ich wünsche euch eine schöne, lesereiche (und vielleicht auch Neu-Buch-reiche) Feiertage und viel Zeit für euch selbst und eure Familien.


Wer kein Buch im Osterkörbchen erwartet, sollte vielleicht mal morgen bei Amazon reinschauen. Es ist eine Osterüberraschung angekündigt, und zwar auf dieser Seite rechts. Komischerweise ist noch nichts dazu im Kindle Blog zu lesen. Ich hoffe jedoch ganz stark auf ein richtig tolles, kostenloses E-Book - und nicht nur auf reduzierte Ladegeräte oder Skins.

Wer von euch auch mal gerne ein Sachbuch liest und einen Reader hat, der mit dem ePub-Format klarkommt, kann auch mal auf diese Seite bei Kobobooks schauen. Da gibt es nämlich momentan das Buch "Die Kunst des klaren Denkens" von Rolf Dobelli kostenlos.

Liebe Grüße

Eure LeseMaus

Freitag, 6. April 2012

Rezension "Ich bin der Herr deiner Angst" von Stephan M. Rother


Thriller mit Background


Stephan M. Rother
Ich bin der Herr deiner Angst

Taschenbuch
574 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Rowohlt Verlag
9,99 €




Der Weg zu mir: Dieses Buch ist das Zweite, das ich bei Vorablesen gewonnen habe. Vielen Dank dafür auch an den Rowohlt Verlag! Beworben habe ich mich dafür, weil ich doch mal wissen wollte, was hinter dem Buch steckt, für das es ein Alternate Reality Game gab. Sonst bin ich normalerweise etwas zaghaft, was solche Thriller angeht.

Der erste Satz: „Die Augen sind unsichtbar.“

Das Äußere:  Das Cover zeigt nur den Schriftzug des Buchtitels. Das allerdings auf raffinierte Art und Weise, denn das Ganze sieht irgendwie räumlich verzerrt aus. Dieser Effekt ist auf dem Bild vom Buch nicht richtig zu erkennen, sondern nur, wenn man das Buch tatsächlich in den Händen hält. Normalerweise habe ich Bilder auf dem Cover lieber – hier passt es allerdings gut, denn letztlich kann da alles dahinter stecken, alles bleibt offen. Ich glaube jedoch, ich habe ein sogenanntes „Montagsbuch“ erhalten, denn leider löst sich beim Cover vorne die Deckfolie. Ansonsten ist das Buch trotz seiner 574 Seiten total stabil und zeigt keinerlei Leserillen am Buchrücken.

Das Innere: Hauptkommissar Jörg Albrecht und seine Kollegin Hannah Friedrichs sind Ermittler in Hamburg. Eines Tages werden sie zum Fleur du Mal gerufen, dem Schauplatz eines furchtbaren Mordes im Rotlichtviertel. Zu Tode gekommen ist ein Kollege der beiden, der Undercover im Lokal ermittelt hat. Als kurz darauf unvermittelt noch eine weitere Beamtin getötet wird, wird klar, dass der Mörder es ganz gezielt auf die Einsatzkräfte des Dezernats abgesehen hat. Albrecht muss seine Schäflein beisammen halten und gleichzeitig alle erdenklichen Wege gehen, um den Täter zu fassen. Der einzige Täter, der zu den Morden passt – der Traumfänger –, ist jedoch seit 30 Jahren inhaftiert…

Das Wesentliche:  Ich habe ganz zaghaft angefangen zu lesen, denn schon die Leseprobe hat mir etwas Sorgen gemacht, ob mir der Thriller bzw. die darin geschehenden Morde nicht zu heftig sind. Ich bin sonst eher der Fan von etwas „weichgespülten“ Krimis, in denen nicht allzu Furchtbares passiert. In diesem Thriller jedoch bin ich vollends aufgegangen, ich konnte ihn fast nicht aus der Hand legen. Das liegt sicher zum Teil an den Teasern, die immer mal wieder in den Text eingestreut sind, wie z. B.:

„Jeder von uns trägt in seinem Kopf seine Leichen mit sich herum. Bei Jörg Albrecht ist es Ole Hartung und die halbe Welt, bei mir sind es diese fünf Sekunden. Diese fünf Sekunden, die ich mir nicht verzeihen werde, solange ich lebe.“ [Seite 44]

„Wir standen ganz am Anfang. Und konnten doch nicht ahnen, dass das in jeder Hinsicht zutraf. Dass der Albtraum gerade erst begonnen hatte.“ [Seite 48]

Solche Teaser mag ich! Auch wenn das eher eine plumpe Art ist, die kommende Handlung anzudeuten, ich kann dann definitiv nicht aufhören zu lesen. 

Die Handlung wird übrigens aus der Sicht der beiden Hauptprotagonisten, Jörg Albrecht und Hannah Friedrich, erzählt. Beide haben ihr Päckchen im Leben zu tragen: während Hannah Friedrich damit zu leben versucht, dass ihr Mann sie betrügt, muss Jörg Albrecht damit zurechtkommen, dass seine Frau mit den gemeinsamen Kindern bei einem anderen Mann eingezogen ist. So gibt es neben der eigentlichen Handlung immer ein paar separate Erzählstränge, in denen die Hintergründe der beiden Charaktere näher beleuchtet werden. Diese sind jedoch so geschickt in die Haupthandlung eingewoben, dass sie nicht vom eigentlichen Thema ablenken. 

Nicht nur Albrecht und Friedrich wurden mir als Leser auf perfekte Art und Weise näher gebracht, sondern auch die übrigen Charaktere. Da wäre zum Beispiel Kriminalhauptkommissar Horst Wolfram a. D., der den Traumfänger-Fall damals bearbeitet und auf übelste Weise in den letzten Mord des Traumfängers involviert wurde, oder auch Joachim Merz, der Staatsanwalt, dessen Verführungskünsten Hannah Friedrich erlegen ist, die damit unterschwellig versucht, es ihrem Mann heimzuzahlen. Für diese und weitere Nebendarsteller ist genug Raum gelassen, dass sich der Leser zu ihnen ebenfalls im Laufe der Zeit ein Bild machen kann. Übrigens: jeder einzelne ist für die Handlung und die Lösung wichtig, also bitte keinen überlesen!

Ich habe als Leser ständig versucht, ebenso die Parallelen zwischen den verschiedenen Morden zu identifizieren, wie es die Kommissare taten. Natürlich bin ich nicht selbst dahinter gekommen, dafür ist die Lösung zu verstrickt und an manchen Stellen etwas weit hergeholt gewesen. Es gibt aber keinerlei logische Brüche, soweit ich feststellen konnte. Die Handlungsfäden laufen alle perfekt ineinander.
Es geschehen natürlich nicht nur die zwei oben beschriebenen Morde, sondern eine Reihe weiterer. Glücklicherweise erfährt der Leser eigentlich immer nur das „Endergebnis“ mit einer Erläuterung, wie das Ganze vonstattengegangen ist, bekommt aber nicht den Tathergang live geschildert, was ich vollkommen ausreichend finde. 

Das Einzige, was mich an diesem Roman ansatzweise genervt hat, ist, dass die Kommissare nie, wirklich nie Pistolen dabei hatten, wenn es darauf ankam ;-) 

Das Fazit:  Top! Ich war lange nicht mehr so gefesselt von einem Thriller. Meine absolute Leseempfehlung auch für die etwas zartbesaiteteren Leser unter euch, denn der spannende Plot entschädigt für die eine oder andere Schilderung der Leichen.

Die Bewertung:

Mittwoch, 4. April 2012

Neuzugang im Hause Maus

Es gibt bei Kurt und mir wieder Neuzugänge. Und weil ich mir eines der Bücher direkt selbst geschnappt habe, ist Kurt auf dem Bild etwas zickig und will einfach nicht in die Kamera lächeln. Jetzt muss er damit leben, dass er auf diesem Bild nicht so freundlich wie gewohnt 'rüberkommt. Ich hab's ihm gesagt, aber denkt ihr, der hört mal? Keine Spur!


Direkt geschnappt, weil im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks gewonnen, habe ich mir:

"Fremdling" von Sybylle Knauss
Da ich dieses Jahr zwar schon viel Glück bei Leserunden hatte, aber komischerweise nicht, wenn es um Debutromane geht, habe ich mir meinen ersten Debutroman halt einfach selbst gekauft. Eigentlich hatte ich das Buch schon im Blick, seit es bei Kossi vorgestellt wurde, denn ein Buch mit diesem Titel muss man einfach lesen:

"Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert" von Trixi von Bülow
Dann hatte ich das Glück, noch einen tollen Fantasy-Roman zu gewinnen, der inzwischen angekommen ist. Gewonnen habe ich das Buch bei der Autorin höchstselbst auf ihrem Blog Books and Biscuit. Super vielen Dank dafür, eine Rezension ist hier natürlich Ehrensache! Was man auf dem Foto nicht so gut erkennen kann, ist, dass die Augen darauf einen richtig anstrahlen - das Cover ist schon mal ganz toll gemacht, und ich bin schon sehr auf den Inhalt gespannt:

"Tor zum Schattenland" von Miriam Broicher