Freitag, 6. April 2012

Rezension "Ich bin der Herr deiner Angst" von Stephan M. Rother


Thriller mit Background


Stephan M. Rother
Ich bin der Herr deiner Angst

Taschenbuch
574 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Rowohlt Verlag
9,99 €




Der Weg zu mir: Dieses Buch ist das Zweite, das ich bei Vorablesen gewonnen habe. Vielen Dank dafür auch an den Rowohlt Verlag! Beworben habe ich mich dafür, weil ich doch mal wissen wollte, was hinter dem Buch steckt, für das es ein Alternate Reality Game gab. Sonst bin ich normalerweise etwas zaghaft, was solche Thriller angeht.

Der erste Satz: „Die Augen sind unsichtbar.“

Das Äußere:  Das Cover zeigt nur den Schriftzug des Buchtitels. Das allerdings auf raffinierte Art und Weise, denn das Ganze sieht irgendwie räumlich verzerrt aus. Dieser Effekt ist auf dem Bild vom Buch nicht richtig zu erkennen, sondern nur, wenn man das Buch tatsächlich in den Händen hält. Normalerweise habe ich Bilder auf dem Cover lieber – hier passt es allerdings gut, denn letztlich kann da alles dahinter stecken, alles bleibt offen. Ich glaube jedoch, ich habe ein sogenanntes „Montagsbuch“ erhalten, denn leider löst sich beim Cover vorne die Deckfolie. Ansonsten ist das Buch trotz seiner 574 Seiten total stabil und zeigt keinerlei Leserillen am Buchrücken.

Das Innere: Hauptkommissar Jörg Albrecht und seine Kollegin Hannah Friedrichs sind Ermittler in Hamburg. Eines Tages werden sie zum Fleur du Mal gerufen, dem Schauplatz eines furchtbaren Mordes im Rotlichtviertel. Zu Tode gekommen ist ein Kollege der beiden, der Undercover im Lokal ermittelt hat. Als kurz darauf unvermittelt noch eine weitere Beamtin getötet wird, wird klar, dass der Mörder es ganz gezielt auf die Einsatzkräfte des Dezernats abgesehen hat. Albrecht muss seine Schäflein beisammen halten und gleichzeitig alle erdenklichen Wege gehen, um den Täter zu fassen. Der einzige Täter, der zu den Morden passt – der Traumfänger –, ist jedoch seit 30 Jahren inhaftiert…

Das Wesentliche:  Ich habe ganz zaghaft angefangen zu lesen, denn schon die Leseprobe hat mir etwas Sorgen gemacht, ob mir der Thriller bzw. die darin geschehenden Morde nicht zu heftig sind. Ich bin sonst eher der Fan von etwas „weichgespülten“ Krimis, in denen nicht allzu Furchtbares passiert. In diesem Thriller jedoch bin ich vollends aufgegangen, ich konnte ihn fast nicht aus der Hand legen. Das liegt sicher zum Teil an den Teasern, die immer mal wieder in den Text eingestreut sind, wie z. B.:

„Jeder von uns trägt in seinem Kopf seine Leichen mit sich herum. Bei Jörg Albrecht ist es Ole Hartung und die halbe Welt, bei mir sind es diese fünf Sekunden. Diese fünf Sekunden, die ich mir nicht verzeihen werde, solange ich lebe.“ [Seite 44]

„Wir standen ganz am Anfang. Und konnten doch nicht ahnen, dass das in jeder Hinsicht zutraf. Dass der Albtraum gerade erst begonnen hatte.“ [Seite 48]

Solche Teaser mag ich! Auch wenn das eher eine plumpe Art ist, die kommende Handlung anzudeuten, ich kann dann definitiv nicht aufhören zu lesen. 

Die Handlung wird übrigens aus der Sicht der beiden Hauptprotagonisten, Jörg Albrecht und Hannah Friedrich, erzählt. Beide haben ihr Päckchen im Leben zu tragen: während Hannah Friedrich damit zu leben versucht, dass ihr Mann sie betrügt, muss Jörg Albrecht damit zurechtkommen, dass seine Frau mit den gemeinsamen Kindern bei einem anderen Mann eingezogen ist. So gibt es neben der eigentlichen Handlung immer ein paar separate Erzählstränge, in denen die Hintergründe der beiden Charaktere näher beleuchtet werden. Diese sind jedoch so geschickt in die Haupthandlung eingewoben, dass sie nicht vom eigentlichen Thema ablenken. 

Nicht nur Albrecht und Friedrich wurden mir als Leser auf perfekte Art und Weise näher gebracht, sondern auch die übrigen Charaktere. Da wäre zum Beispiel Kriminalhauptkommissar Horst Wolfram a. D., der den Traumfänger-Fall damals bearbeitet und auf übelste Weise in den letzten Mord des Traumfängers involviert wurde, oder auch Joachim Merz, der Staatsanwalt, dessen Verführungskünsten Hannah Friedrich erlegen ist, die damit unterschwellig versucht, es ihrem Mann heimzuzahlen. Für diese und weitere Nebendarsteller ist genug Raum gelassen, dass sich der Leser zu ihnen ebenfalls im Laufe der Zeit ein Bild machen kann. Übrigens: jeder einzelne ist für die Handlung und die Lösung wichtig, also bitte keinen überlesen!

Ich habe als Leser ständig versucht, ebenso die Parallelen zwischen den verschiedenen Morden zu identifizieren, wie es die Kommissare taten. Natürlich bin ich nicht selbst dahinter gekommen, dafür ist die Lösung zu verstrickt und an manchen Stellen etwas weit hergeholt gewesen. Es gibt aber keinerlei logische Brüche, soweit ich feststellen konnte. Die Handlungsfäden laufen alle perfekt ineinander.
Es geschehen natürlich nicht nur die zwei oben beschriebenen Morde, sondern eine Reihe weiterer. Glücklicherweise erfährt der Leser eigentlich immer nur das „Endergebnis“ mit einer Erläuterung, wie das Ganze vonstattengegangen ist, bekommt aber nicht den Tathergang live geschildert, was ich vollkommen ausreichend finde. 

Das Einzige, was mich an diesem Roman ansatzweise genervt hat, ist, dass die Kommissare nie, wirklich nie Pistolen dabei hatten, wenn es darauf ankam ;-) 

Das Fazit:  Top! Ich war lange nicht mehr so gefesselt von einem Thriller. Meine absolute Leseempfehlung auch für die etwas zartbesaiteteren Leser unter euch, denn der spannende Plot entschädigt für die eine oder andere Schilderung der Leichen.

Die Bewertung:

Kommentare:

  1. ja ich dachte mir, die alten, ja hm, also.. :D
    ich wollte einfach mal wieder ein bisschen aufräumen =]

    der Löwe ist übrigens total süß♥

    Elske

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  2. Schöne Rezension. :)
    Ich lese das Buch gerade und kann viele Punkte nachvollziehen, die du beschreibst. Ich habe noch ca. 300 Seiten vor mir und bin total gespannt, was noch alles so passiert.
    Zum Teil finde ich das Buch aber schon ziemlich heftig. ^^

    Lieben Gruß,
    Jessica

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  3. Schöne Rezi. Ich fand es leider nicht so fesselnd. Aber Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. ;o)

    LG Andrea

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  4. Dieses Buch ... verfolgt mich ;o) Auf LB und Amazon stopler ich mind. 1x täglich und es zieht mich jedesmal an. Schöne Rezension, macht Lust auf mehr.

    Liebe Grüße
    Marleen

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