Mittwoch, 18. April 2012

Rezension "Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert" von Trixi von Bülow


Leicht und luftig

 

Trixi von Bülow
Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert

327 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
Thiele Verlag

ISBN 978-3-85179-185-3
18,00 €


 


Der Weg zu mir: Ich hatte mir ja vorgenommen, in die Debütautoren-Challenge bei LovelyBooks einzusteigen. Dummerweise habe ich bisher bei keiner Verlosungsaktion Glück gehabt. Als ich dann bei Kossi von diesem Buch gehört habe, habe ich mir gedacht, dass ich mir diesen Roman auf jeden Fall selbst kaufen muss. 

Der erste Satz: „Das Erste, was mir auffällt, ist, dass ich nichts denke.“

Das Äußere:  Zunächst einmal mag ich das Cover – es zeigt eine Frau, die verträumt aus dem Fenster sieht. Das ist bestimmt die Frau, in deren Leben etwas passieren soll! Das gebundene Buch ist recht klein und handlich, so dass man es gut in seinen Alltag mitnehmen kann.

Das Innere: Der Roman schildert aus der Perspektive von Friederike Berger ­– fast 40-jährige Lektorin und alleinerziehende Mutter – wie sie sich im Anschluss an die Trennung von ihrem Mann ihren Platz im Leben wieder erkämpft. Und das Leben wächst ihr oft genug über den Kopf. Kein Wunder, dass sie sich bei der erstbesten Gelegenheit auf einer Urlaubsreise verliebt und sich Hals über Kopf in diese Beziehung hineinstürzt. Der Leser begleitet Fritzi, wie sie von ihren Freunden genannt wird, auf dem Weg durch diesen Lebensdschungel und kann hautnah miterleben, wie sie versucht, die Zügel wieder in die Hand zu bekommen und parallel den Mann fürs Leben zu finden. 

Das Wesentliche:  So ein fluffiges Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Nachdem es in meinem zuletzt gelesenen Roman („Leichenblässe“ von Simon Beckett) nur so vor Leichen wimmelte, brauchte ich nun definitiv was fürs Herz und für die Seele. Wie gut, dass ich zu Trixi von Bülows Debütroman „Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert“ gegriffen habe. Die Autorin hat so einen leichten und lockeren Schreibstil ohne ins Naive oder Triviale abzurutschen, dass es ein echter Lesegenuss ist. 

Man ist versucht, von Bülows Roman mit Cecilia Ahern zu vergleichen, denn inhaltlich gehen beide schon in eine ähnliche Richtung. Beide schildern Frauen jüngeren bis mittleren Alters auf dem Weg zur Selbstfindung. Im direkten Vergleich übertrifft von Bülow Cecilia Ahern meiner Meinung nach um Längen. Vielleicht nur, weil ihre Schilderungen aus Fritzis Leben immer im Realen bleiben – vielleicht aber auch, weil ihr Schreibstil für meine Begriffe deutlich eleganter und tiefgehender ist.

Man kann Fritzi so gut verstehen: während sie versucht, alle Fäden ihres Lebens im Griff zu behalten, kommt ihr das Leben selbst mehr als einmal in die Quere. Sie kümmert sich um ihre kleine Tochter Lilli, muss sich über nicht eingehaltene Absprachen mit ihrem Ex-Mann oder über Anfeindungen einer Kollegin ärgern, und in Liebesdingen ist weit und breit kein Glück in Sicht. 

Wie gut, dass man Freundinnen hat, und so kann auch Fritzi bei jedem kleineren oder größeren (liebestechnischen) Schicksalsschlag auf die Unterstützung von Johanna zählen, die im Gegensatz zu Fritzi mit ihrem gutsituierten Mann und ihrem Sohn in einem tollen Vorort lebt. Natürlich versucht Johanna, Trixi immer wieder in die Gegenwart zu holen, indem sie den einen oder anderen Verkuppelungsversuch unternimmt. Einer dieser Versuche führt dementsprechend auch dazu, dass sich Fritzi kopfüber in eine Beziehung stürzt und dabei jegliche Zurückhaltung fahren lässt. 

Fritzi ist himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, unstet und ruhelos, professionell in ihrem Job, aber immer auf der Suche nach dem großen Glück. Sie ist ein Charakter, den man selbst so kennen könnte. Man möchte sie zur Freundin haben, mit ihr feiern und shoppen gehen, auf ihre Tochter aufpassen und sie manchmal durchrütteln und auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Und: man wünscht ihr als Leser alles Glück der Welt. 

Das Fazit:  Ein toller Roman für alle Fans von Cecilia Ahern und darüber hinaus. Eine herrlich leichte Lektüre, aber ohne die totale Trivialität, die so manch anderer „Frauenroman“ mit sich bringt. Nur wer einen höheren feministischen Anspruch an seine Lektüre hat, sollte vielleicht etwas vorsichtiger an das Buch herangehen.

Die Bewertung: Vier von fünf Leselöwen
 

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