Dienstag, 29. Mai 2012

Rezension "Frettsack" von Murmel Clausen


Top Unterhaltung



Murmel Clausen
Frettsack
Heyne Verlag
317 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-453-43613-8
8,99  

 


Der Weg zu mir: Auch hier hatte ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks Glück. Bücher dieses Genres lese ich eher weniger – daher dachte ich mir, dass ich es damit mal versuchen könnte. Es hat mir auch richtig viel Spaß gemacht, vielen Dank an den Heyne Verlag und an LovelyBooks – sowie an Murmel Clausen für die tolle Begleitung der Leserunde.

Der erste Satz: „Ich stehe im Biergarten an der Kasse und könnte mal wieder kotzen.“

Das Äußere: Auf dem Cover ist ein kleines Frettchen zu sehen, das direkt „in die Kamera“ schaut. Es sieht so aus, als hält es den Titel des Romans als Schild in den Händen. Das Cover ist toll und hochwertig gemacht mit verschiedenen Farbaufdrucken. Dafür gibt es bestimmt einen Fachausdruck, den ich aber leider nicht kenne :-). Innen beginnt jedes Kapitel nicht mit einer Nummer, sondern mit dem Namen eines Tieres – außerdem gibt es jeweils einen kurzer Satz über die Eigenschaften oder die Besonderheiten der genannten Gattung – manchmal findet man dazu eine passende Analogie im Text. Meistens ist das natürlich eher im übertragenden Sinn zu verstehen – mir hat das gut gefallen.

Das Innere: Jens Fischer hat ein Problem. Leider kommt er bei den Frauen nicht so recht an, und beruflich hat er es leider auch nicht so weit gebracht. Also beschließt er auf Anraten seines WG-Genossen Sven, zumindest als Samenspender erfolgreich zu werden. Die Freude über die zusätzliche Einnahme und die Aussicht, zumindest auf diesem Weg für Nachkommen zu sorgen, ist aber nur von kurzer Dauer: als Sven zwei Frettchen mit in die gemeinsame Wohnung bringt, wird Jens unverhofft von einem der Tiere in den Sack gebissen und verliert die Fähigkeit, fortpflanzungsfähige Spermien zu produzieren. Nun gilt es, herauszufinden, wer denn wohl die letzte intakte Samenspende erhalten hat – denn das ist Jens‘ letzte Chance, eine eigene Familie zu gründen. Wenn da nur nicht die strenge Geheimhaltung auf Seiten der Praxis wäre, die es nun zu umgehen gilt…

Das Wesentliche:  Was für ein Drama! Ich konnte es kaum glauben, dass tatsächlich ein Frettchenbiss in den männlichen Hoden ein Thema für ein Buch sein kann. Da wollte ich mich doch mal lieber selbst von überzeugen, ob der Autor hierzu eine spannende Story erzählen kann. Und das Ergebnis ist tatsächlich einwandfrei: Das Buch strotzt nur so vor verrückten Ideen. 

Wobei – letztlich ist Jens Fischer als Protagonist fast ein Mann wie aus dem richtigen Leben. Schon stramm auf vierzig zugehend, ist er sich seines Lebens und seiner Männlichkeit gar nicht mehr so sicher, zumal die Erfolge bei den Frauen fehlen. Kein Wunder, dass er sich endlich wieder bestätigt fühlt, als er zum Samenspender wird. Und erst recht kein Wunder, dass der Frust groß ist, als klar wird, dass er nach dem Biss das Thema „Eigene Familie“ vollständig ad acta legen kann. Da kann man schon mal zu Kurzschlusshandlungen neigen – zumal Jens‘ skurriler Zimmergenosse Sven ohnehin nur Unsinn im Kopf hat. 

Sven ist tatsächlich mehr als durch den Wind, denn als zweites Standbein neben einem festen Beruf möchte er sich eine eigene Frettchenzucht aufbauen, womit das ganze Unglück seinen Anfang nimmt.  Was man sich denken kann, passiert: der Einbruch in die Arztpraxis, um herauszufinden, an wessen Adresse denn wohl die letzte Samenspende gegangen ist. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt geht alles drunter und drüber. Es entwickelt sich so eine schräge Geschichte, jedes Kapitel birgt neue Überraschungen, und oft musste ich richtig laut lachen. 

Natürlich kommen in der Geschichte auch Frauen vor: da ist zum Beispiel Maren, die tatsächlich Jens letzte Samenspende erhalten hat. Damit wird sie natürlich zum Ziel seiner Begierde, ungeachtet der Tatsache, dass sie in festen Händen ist. 

Murmel Clausens Schreibstil ist grandios. Er bewegt sich ständig dermaßen auf der Schwelle zwischen Tiefsinn und Oberflächlichkeit, dass die Lektüre eine einzige Freude ist. Ich bin sicher, dass Clausens „Schreibe“ Männern wie Frauen gleichermaßen gefällt. Auf der Website des Verlags könnt ihr euch mittels einer Leseprobe davon überzeugen.

Das Fazit: Herrlich zu lesen, mit einem Wortwitz, der seinesgleichen sucht. Ich hatte richtig Freude an Murmel Clausens Debutroman „Frettsack“ und kann es als leichte Sommerlektüre nur empfehlen. Viele Wendungen in der Geschichte sind total überraschend, so dass man als Leser immer gespannt ist, in welche Situation der Autor seine Protagonisten wohl als nächstes stolpern lässt. Toll gemacht!

Die Bewertung: 
 
Der Lieblingssatz: „Frauen sind die besseren Männer, solange es nicht um Technik oder Autos geht.“ (Seite 263)

Sonntag, 27. Mai 2012

Nachlese "Mayersche Taschenbuchtage Mai 2012"

Hallo ihr Lieben,

nachdem jetzt die Mayersche Taschenbuchtage (glücklicherweise) endgültig vorbei und die letzten weißen Wannen endgültig aus den Läden verschwunden sind, möchte ich natürlich eine kurze Nachlese machen.

Der Leselöwe Kurt und ich wollten wie immer am ersten Tag direkt los, um die aktuellsten Bücher zur Auswahl zu haben. Leider hat das zeitlich nicht geklappt, und so war ich erst an Tag 2 da. Entweder lag es daran, oder es war tatsächlich so: es gab dieses Mal weniger Aktuelles als vor einem halben Jahr. Das war doch sonst ganz anders? Aber egal, wirklich gestört hat uns das nicht, denn wir haben immer noch genug tolle Bücher gefunden. Und nachdem die Mayersche ja ein paar mehr Standorte hat, haben wir im Laufe der Zeit noch verschiedene andere Läden besucht - ich glaube, insgesamt vier Läden haben wir abgegrast.

Auch die Preislage war anders als sonst, zumindest zu Beginn. Fast vier Euro haben die Bücher gekostet, das fand ich schon recht teuer. Im Laufe der Zeit gehen die Preise dann nach und nach runter, so dass die letzten Bücher für so 1,90 über den Ladentisch gingen. Mengenrabatte waren dieses Mal auch erst später möglich, nicht in den ersten Tagen der Aktion. Glücklicherweise bekommt man mit der Kundenkarte noch einmal 20 % Rabatt, so dass ich im Schnitt mit den Preisen ganz zufrieden war. Bezahlen darf am Ende nämlich immer ich und nicht Kurt ;-)

Das Fazit: Immer noch tolle Bücher, nicht mehr so aktuell. Insgesamt habe ich für 22 (!) Bücher 64,46 Euro ausgegeben, macht einen Schnitt von 2,93 Euro pro Buch

Und das sind sie (übrigens nur 18 von den 22 - die anderen habe ich zwischenzeitlich verliehen):


Von den 19 Autoren kenne ich nur sechs - die habe ich oben grün gemalt. Von Wulf Dorn, Arnaldur Indridason, Simona van der Vlugt und Mila Lippke möchte ich schon länger mal etwas lesen. Und endlich konnte ich auch mal ein paar Bücher von der Wunschliste streichen, die für die Now-or-Never-Challenge zählen werden, denn es sind Bücher, die bereits vor 2011 erschienen sind. Natürlich waren auch ein paar Spontankäufe dabei, z. B. "Never tell a lie" oder "Vergib mir". Wie ist es - kennt ihr einige der Bücher oder Autoren?

Wo ich den ganzen Schwung unterbringen soll, weiß ich nicht so recht, seufz. Da hilft nur eins: Lesen und so schnell wie möglich wieder in die Welt entlassen. Weil es so viele sind, habe ich mich gestern bei Weltbild echt am Riemen gerissen und die vier Bücher, die ich in schon in der Hand hatte, wieder weggelegt...

Die "normalen" Neuzugänge zeige ich euch noch separat. 

So - jetzt erst einmal schöne Pfingsten! Und nicht vergessen, die beiden kostenlosen Serial-Teil der Science-Fiction-Serie "Survivor" bei Amazon für den Kindle zu laden *klick*.

Eure 
LeseMaus



Mittwoch, 23. Mai 2012

Bloglovin oder Networked Blogs?

Guten Abend, ihr Lieben,

nachdem es in dieser Woche so gut wie aussichtslos ist, so früh zuhaus zu sein, dass noch Zeit für das Verfassen einer Rezension bleibt, habe ich mir gedacht, ich mache mir wenigstens mal ein paar Gedanken zum Thema Blog-Technik.

Nachdem die Google Friend Connect Funktion wohl nicht mehr für Blogspot-ferne Blogger funktioniert, habe ich überlegt, welche Möglichkeiten es darüber hinaus gibt, Blogs zu verfolgen. Und da bin ich auf NetworkedBlogs bzw. Bloglovin gestoßen. Auf verschiedenen eurer Blogs entdecke ich mal die eine, dann die andere Funktion. Nur wenige haben beide Tools gleichzeitig auf ihrem Blog integriert. Kennt ihr euch mit den beiden Themen aus, und wenn ja, welches davon könnt ihr empfehlen?

Zwischenzeitlich bin ich schon einmal auf den Blog-Zug aufgesprungen. Das ist sozusagen eine Datenbank für Blogger. Hier geht es zu meinem Zug: Blog-Zug. Ich habe dazu auch einen Link unterhalb der Friend-Connect-Follower-Liste eingebaut.

Ich würde mich freuen, eure Meinung zu diesen Möglichkeiten zu hören.

Liebe Grüße erst einmal, mir fallen schon beim Bloggen die Augen zu...

Eure
LeseMaus




Mittwoch, 16. Mai 2012

Rezension "Die Eifelgräfin" von Petra Schier



Wie ein „Schlossroman“


 

Petra Schier
Die Eifelgräfin
Rowohlt Verlag
569 Seiten
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN 978-3-499-24956-3
9,95  

 


Der Weg zu mir: Dieses Buch habe ich schleunigst aus der Bücherei ausgeliehen, als ich erfuhr, dass es bei LovelyBooks eine Leserunde für den Nachfolgeroman „Die Gewürzhändlerin“ geben würde. Das erschien mir doch als eine gute Gelegenheit, in eine neue historische Reihe einzusteigen – und ich wurde nicht enttäuscht.

Der erste Satz: „Die Sonne brannte erbarmungslos auf das bunt zusammengewürfelte Zeltlager herab.“

Das Äußere:  Das Cover zeigt ein Gemälde mit einen Mann und einem Pferd im Vordergrund. Eine Burg ist in der Ferne zu sehen, und zusätzlich das Portrait einer Frau.  Passend zu einem historischen Roman – ich mag es aber nicht so gerne. Da ich aber bei Petra Schier immer auf guten Inhalt vertrauen darf, macht mir das Äußere nicht so viel aus. Gut hingegen: Im hinteren Teil des Buches ist die Burganlage der Burg Kempenich, dem Hauptschauplatz des Romans, zu sehen. Außerdem eine Beschreibung der Räumlichkeiten im sog. Palas, dem Hauptgebäude. Hier habe ich gerne hingeblättert, um zu schauen, wo auf der Burg sich die Protagonisten gerade befinden.

Das Innere: Die junge Elisabeth von Küneburg muss aus der Schusslinie gebracht werden, als eine Fehde ihres Onkels droht. Sie verbringt einige Monate auf Burg Kempenich in der Obhut der befreundeten Adeligen Simon und Hedwig, wo sie auf die Rückkehr ihres Verlobten warten soll. Ihre Zeit verbringt sie gerne mit Luzia, einer jungen Frau aus dem Dorf, die zu ihrer Leibmagd und Freundin wird. Als Elisabeth auf Johann von Manten trifft, einen ruppigen Adeligen mit denkbar schlechten Manieren, hat sie zusätzlich einen Gesprächspartner für eifrige Wortgefechte. Hier steckt natürlich nicht nur Abneigung dahinter, wie sich im Laufe des Romans zeigt. Jedoch zieht das Schicksal in Form der Pest auch in Burg Kempenich ein, und Elisabeth muss sich fragen, ob die Pflicht oder ihr Herz entscheiden soll. 

Das Wesentliche:  Hat man erst einmal mit dem Buch angefangen, gibt es kein Halten mehr: ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Verhaltensweisen zwischen Männern und Frauen zu dieser Zeit entlocken mir doch immer wieder ein Lächeln – unglaublich, wie umständlich der Umgang miteinander zur Zeit des 14. Jahrhunderts war. Petra Schier erzählt aus dem Alltag auf der Burg auf so hinreißende Art und Weise, dass man förmlich darin versinkt. Die Charaktere sind facettenreich beschrieben, jeder Protagonist hat seine Eigenart, die ihn unverwechselbar macht.

Elisabeth ist eine starke Persönlichkeit, sehr selbstbewusst und auch mal rechthaberisch. Das fordert den mürrischen Johann von Manten mehr als einmal heraus, und die Annäherung zwischen beiden geschieht deswegen nur sehr zögerlich. Beide haben ihre Gründe. Während Elisabeth bereits einem anderen versprochen ist, war Johann von Manten schon einmal glücklich verheiratet. Als er seine Frau verlor, hat er sich geschworen, nie wieder zu lieben – dass daraus eine der großartigsten Liebesgeschichten wächst, die ich bisher in einem historischen Roman gelesen habe, ist ja kein Wunder!

Ein sehr sympathischer Charakter ist auch Luzia, die junge Leibmagd, die sich im Laufe des Buches von der einfachen Bauerstochter zur Gesellschafterin und sogar Freundin Elisabeths entwickelt. Elisabeth fördert sie, wo es nur geht, was Luzias Position bei den anderen Bediensteten des Hauses nicht immer vereinfacht. Es ist schön zu sehen, wie sich Luzia vom schüchternen Mädchen zu einer lebenstüchtigen jungen Frau wird, die mich mehr als einmal erstaunt hat: Sie steht in jeder Hinsicht zu Elisabeth, zögert aber auch nicht, für andere einzutreten und auch mal die Prioritäten zu verschieben, wenn es erforderlich ist.

Natürlich basiert die Handlung nicht nur auf einer oberflächlichen Liebesgeschichte, nein, darüber hinaus gibt es für Elisabeth und ihre junge Leibmagd ein Rätsel zu lösen, das ihre beiden Familien seit zweihundert Jahren verbindet. Beide Frauen besitzen je ein Teil eines Amuletts, das – einmal zusammengesetzt – die Eigenschaft besitzt, vor Unheil zu warnen. Während die beiden mit Hilfe des Benediktinermönchs Bruder Georg versuchen, die Geschichte des Amuletts zu erforschen, werden sie schnell von den Geschehnissen überrollt, vor denen das Amulett sie zu warnen versucht: dem Einzug der Pest nach Deutschland und dem Eklat der Familienfehde in Elisabeths Heimat.

Das Geheimnis des Amuletts wird übrigens in diesem Roman noch nicht gelöst – hier bleibt nur, in Teil 2 der Reihe, „Die Gewürzhändlerin“ hineinzulesen.

Das Fazit: Ein wunderbarer historischer Roman mit einer tollen Liebesgeschichte, angesiedelt in der Eifel des 14. Jahrhunderts. Detailreich beschrieben, fesselt das Buch von der ersten bis zur letzten Seite. Für Freunde historischer „Schinken“ eine wahre Freude, für die ich nur zu gerne fünf Leselöwen vergebe.

Die Bewertung: 

Samstag, 12. Mai 2012

Neuzugänge und Edelfeder-Gewinn

Ich fange mal mit dem Spannendsten an: meinem Edelfeder-Gewinn! Zwar konnte ich es selbst nicht glauben, als ich die E-Mail mit folgendem Wortlaut bekam: 
Hallo und herzlichen Glückwunsch!
Wir haben dich zur vorablesen-Edelfeder gewählt! Du bekommst demnächst als Dankeschön ein Buchpaket zugeschickt.
Liebe Grüße
Vom vorablesen-Team
Aber es muss wohl tatsächlich korrekt gewesen sein, dass ich bei Vorablesen in diesem Frühjahr als eine der zehn Edelfedern gewählt wurde - der absolute Wahnsinn! Und dann kam auch das tolle Bücherpaket, und das war drin:

Bei allen Büchern handelt es sich um Teile verschiedener Reihen, was meinem SUB noch gefährlicher wird als eine einzelne Ausgabe - ich will ja dann immer gleich alles aus der Serie lesen, seufz. Aber das freut mich ja eher als dass ich mich darüber beschweren will ;-) Artemis Fowl z. B. ist schon Buch Nr. 5 der Reihe. Die Henkerstochter-Saga hat auch einen Vorgängerroman. Nur bei Ake Edwardsons Roman handelt es sich um den ersten Teil der Reihe um Erik Winter. Und Flammenmond habe ich sogar schon im Rahmen einer Leserunde gelesen und hier rezensiert - also kann diese ungelesene Ausgabe direkt schon mal in meine nächste Verlosung wandern, die Vampirfans unter euch wird das sicher freuen.

Der Weltbild Laden hier bei uns wird gerade umgebaut. Und da wurde natürlich kurzerhand alles 'rausgeworfen was nicht niet- und nagelfest war. Zum Glück, denn so konnte ich ein paar Wunschlisten-Bücher ergattern, die ich schon lange haben wollte:


In diesen Büchern geht es darum, wie beeinflussbar unser Denken durch unser Unterbewusstsein und durch äußere Einflüsse ist. Auch darum wie diese Tricks durch Werbung o. ä. genutzt werden, um uns zum Kaufen anzuregen. Finde ich sehr spannend, ich denke mal, dass ich beim Lesen viele Aha-Erlebnisse haben werde. Außerdem kann ich damit zur Now-or-Never-Challenge beitragen, die ich bisher eher stiefkindlich behandelt habe.

Dann habe ich bei Weltbild noch ein paar Bücher aus der kreativen Ecke gekauft - die habe ich erst einmal nicht fotografiert, weil ich nicht genau weiß, ob euch das auch interessiert. Zugegeben, seit ich blogge, habe ich weniger Zeit für Handarbeiten, aber an tollen Anleitungen kann ich trotzdem nie vorbeigehen.

Dieses Foto ist zuletzt entstanden, hier war Kurt dann endlich total erschöpft von den vielen Aufnahmen:



"Das Liebesspiel" habe ich ja diese Woche schon rezensiert (--> hier). Alexander Feltens Roman habe ich auf Kastanies Bücher Blog gewonnen - es ist sogar mit einer Widmung ausgestattet, wie toll! Und "Chuzpe" ist - wie man sieht - aus der Bücherfreunde-Aktion zum Welttag des Buches. Hier war die Katrin von Katrins Bücherbude so lieb mir eine Ausgabe zuzuschicken.

So, jetzt wird es erstmal Zeit für den Samstags-Einkauf. Was ich heute kochen will muss ich mir auch noch überlegen. Ein typischer Samstag halt. Hoffentlich kann ich mich von den Taschenbuchtag-Resten der Mayerschen fernhalten, da habe ich schon so zugeschlagen dass ich eigentlich definitiv in den nächsten Monaten nichts Neues mehr brauche...

Liebe Grüße
LeseMaus

Mittwoch, 9. Mai 2012

Rezension "Das Liebesspiel" von Dawn Tripp


Gemächliche Lektüre


 

Dawn Tripp
Das Liebesspiel
(Game of Secrets)
Arche Literatur Verlag
316 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-7160-2663-2
19,95  

 


Der Weg zu mir: Hier hatte ich bei Vorablesen das Glück, ausgelost worden zu sein. Es war der einzige zeitgenössische Roman zwischen Krimis und Thrillern in der Woche, und zu der Zeit brauchte ich gerade eine Abwechslung vom üblichen Genre. Vielen Dank also an den Arche Literatur Verlag und Vorablesen!

Der erste Satz: „Erzähl, sagt sie.“

Das Äußere: Man sieht aus dem Fenster auf eine Dünenlandschaft und das Meer. Ein wunderschönes Cover für das gebundene Buch, das für mich Gelassenheit und Ruhe versinnbildlicht. Leider hat sich genau das ein bisschen zu sehr im Roman durchgesetzt – aber dazu gleich mehr.

Das Innere: Marne kehrt nach Jahren zurück nach Hause zu ihren Eltern. Anlass war ein Anruf ihres Bruders Alex. Dort angekommen, versucht sie ihren Platz in der alten, bekannten Umgebung zu finden, und verliebt sich dabei in Ray, den besten Freund ihres Bruders. Doch die Familie der beiden verbindet noch mehr, denn Marnes Großvater Luce hatte früher eine Affäre mit Rays Mutter. Eines Tages war Luce verschwunden – erst Jahre später wurde sein Schädel aufgefunden. Welches Geheimnis sein Tod umgibt und wie die familiären Bande auch heute noch fortwirken, schildert Dawn Tripp in diesem Roman.

Das Wesentliche: Ich falle direkt mal mit der Tür ins Haus, indem ich sage, dass mir der Roman leider nicht so recht gefallen hat. Der Grund dafür ist, dass ich die ganze Zeit über nicht so recht mit den Charakteren warm geworden bin.

Da ist zum einen Marne, die aus Gründen in ihre alte Heimat zurückkehrt, die sich mir beim Lesen leider nicht erschlossen haben. Ich will nicht ausschließen, dass ich den Grund von Alex‘ Anruf bei Marnes einfach überlesen habe. Sie lebt nun wieder bei ihren Eltern – doch man lernt zu Beginn nur ihre Mutter Jane kennen. Marnes Vater wird zwar am Rande erwähnt, spricht sein erstes Wort jedoch erst etwa zur Hälfte des Buches. Möglicherweise auch hier ein stilistisches Mittel, dessen Sinn ich nicht verstanden habe: vielleicht soll es bedeuten, dass die Frauen die dominierenden Personen in beiden Familien sind. Marne verliebt sich in Ray, und dieses Gefühl beruht durchaus auf Gegenseitigkeit. Dennoch machen sich beide vorrangig irgendwie gegenseitig das Leben schwer. Ihre Mütter haben jedenfalls auch an der Situation zu knabbern, da beide Familien ja schon einmal auf verhängnisvolle Art und Weise miteinander verbunden waren.

Marnes Mutter Jane ist sehr gut bekannt mit Ada, der Frau, die in jüngeren Jahren eine Affäre mit Janes Vater Luce hatte. Sie trifft sich mit ihr regelmäßig zum Scrabble-Spielen. Dieses Spiel erscheint mehr wie ein Schachspiel: jeder Zug will überlegt sein, alle Möglichkeiten müssen ausgelotet werden, dabei sind bestimmte Grenzen zwischen den beiden jedoch nicht zu überschreiten. Jane versucht dabei auf ihre Art herausbekommen, was mit ihrem Vater geschehen ist. Es gab Gerüchte im Ort, dass Adas Mann dahinter stecken könnte – doch Ada scheint davon nichts zu wissen.

Die Rückblenden in die Vergangenheit fand ich im Gegensatz zu den Textpassagen, die in der Gegenwart spielen, wesentlich spannender. Hier war einfach mehr Inhalt, mehr Handlung, und hier hat mir Dawn Tripp dann auch erzähltechnisch gut gefallen. So erfährt man in diesen Rückblenden einiges über Janes Jugend, und auch mehr über die Kindheit und Jugend von Huck, einem weiteren der vier Söhne Adas, der Marne in der Gegenwart auch immer mal wieder über den Weg läuft.

Tripp verwendet eine bildhafte Sprache, arbeitet mit kurzen Sätzen und Aufzählungen. Ein Beispiel:
„Der Wald nun: blau. Diesseits des Abends. Die lang gewordenen Schatten der Bäume winden sich durch den Garten. In der Küche klingelt die Eieruhr.“ [Seite 245]
Einige dieser malerischen Sätze habe ich mir markiert, denn für solche Beschreibungen bin ich durchaus zu haben. Leider hat der lesetechnische Genuss von Dawn Tripps Schreibstil für mich jedoch nicht die recht zähflüssige Handlung aufgewogen.

Am Ende werden aber tatsächlich einige interessante Geheimnisse aufgedeckt. Das langsame Hinführen zu diesen Erkenntnissen war für mich aber einfach nicht spannend genug.

Das Fazit: In diesem Buch ist die Geschichte für mein Empfinden ohne wahre Höhen und Tiefen dahingeplätschert. Daher konnte mich der Roman leider gar nicht fesseln. Freunde von Familiengeheimnissen, die sich erst nach und nach in verschiedenen Rückblenden dem Leser offenbaren, finden aber vielleicht Gefallen daran.

Die Bewertung: 



Samstag, 5. Mai 2012

Rezension zu "Spionin wider Willen" von Mila Roth


Hausfrau auf spannenden Abwegen



Mila Roth
Spionin wider Willen - Fall 1 für Markus Neumann
und Janna Berg

E-Book
ca. 170 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ASIN: B007TVUOEA (Kindle-Version)
2,99 €



Der Weg zu mir: Ich habe das E-Book im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks gewonnen, die von der Autorin selbst gestartet wurde. Vielen vielen Dank an Mila Roth (oder besser gesagt Petra Schier, aber dazu später mehr). Die Leserunde läuft übrigens noch, vielleicht möchte noch jemand einsteigen (--> hier)? 

Der erste Satz: „Die Straßenbeleuchtung warf fahles Licht gegen die Hauswände, drang jedoch nicht bis in den dunklen Hinterhof des schmucklosen Mehrfamilienhauses.“

Das Äußere:  Da es sich um ein E-Book handelt, musste ich mir keine Gedanken um Größe und Format des Buches machen. Das Cover finde ich total passend, es zeigt in einem James-Bond-Stil die Silhouetten einer Frau und eines Mannes. Sie hält einen Mixer in der Hand – vor sich ausgestreckt wie eine Waffe – während er eine Pistole hält.

Das Innere: Eigentlich dachte Janna Berg nichts Böses, als sie ihre Schwester frühmorgens vom Flughafen abholen wollte. Kurz darauf hat sie jedoch einen Briefumschlag in der Tasche, die ihr ein Mann in einem Café zugesteckt hat, der sich wiederum auf der Flucht vor zwei anderen Männern befindet. Total überrumpelt sagt sie zu, den Briefumschlag zu der genannten Adresse zu bringen. Am Zielort angekommen laufen Janna zwei zwielichtige Personen über den Weg, und sie erhascht einen Blick in eine Wohnung, in der alles kreuz und quer durcheinander liegt. Glücklicherweise kann sich Janna mit einer kleinen Notlüge aus der gefährlichen Situation retten. Doch ihre Sicherheit währt nur kurz, denn die DVD, die sich in ihrem Briefumschlag befindet, birgt brisantes geheimdienstliches Material: Janna ist auf einmal im Visier einer terroristischen Organisation.

Das Wesentliche: Nach Mila Roths eigenen Worten handelt es sich bei „Spionin wider Willen“ um eine Vorabend-Serie in Buchform. Genau das trifft es perfekt: Ein toller, in sich abgeschlossener Plot mit sympathischen Charakteren, Spannung und offenem Ende, um Lust aufs Weiterlesen zu machen. Das Ganze mit nur 170 Taschenbuchseiten in der erforderlichen Kürze, um tatsächlich für das „Zwischendurch-Lesen“ geeignet zu sein.

Janna Berg, Hausfrau, (Pflege-)Mutter von achtjährigen Zwillingen, gelangt durch Zufall an eine hochbrisante DVD mit gefährlichem Inhalt, denn damit lassen sich die Mitglieder einer internationalen Terrorvereinigung ausfindig machen. Markus Neumann ist der gutaussehende Agent, der sich bestimmt am Flughafen für eine andere Kurierin entschieden hätte, wenn er gewusst hätte, was er sich mit Janna Berg für Scherereien einhandelt. Er muss nicht nur die DVD wiederbeschaffen, sondern Janna Berg vor den Beschattern in Sicherheit bringen und dafür sorgen, dass ihr als Zivilistin kein Haar gekrümmt wird. Dabei ist er eigentlich eher der Einzelgänger, der maximal mit professionellen Agenten zusammenarbeitet.

Eine kurze Erinnerung an eine ähnlich gelagerte Agentenserie aus den 80ern („Agentin mit Herz“) kommt natürlich beim Lesen hoch – das ist aber schnell wieder vergessen, denn ganz schnell hat man Janna Berg als Hauptprotagonistin total ins Herz geschlossen. Lieb und dabei sogar ein bisschen naiv, stolpert sie in ein unglaubliches Abenteuer. Mit Witz und ungewöhnlichen Ideen schafft Janna es, tatsächlich zur Entschlüsselung des geheimen Materials beizutragen und sich und Markus sogar aus einer brenzligen Situation zu retten.  

Erste Einblicke in Jannas Familie und ihren Familienstand sowie in Markus kollegiales Umfeld stellen sicher, dass in Zukunft genug erzählerisches Potenzial gehoben werden kann. Damit es mit Janna Bergs Abenteuern als unfreiwillige Agentin weitergehen kann, wird sie am Ende des Buches in die „Kartei für zivile Hilfspersonen“ aufgenommen. Markus Neumann graust es schon davor, sie auch in Zukunft beschützen zu müssen – ein perfekter Start in eine kurzweilige Krimi-Serie.  

Hinter Mila Roth verbirgt sich übrigens Petra Schier, die ihr vielleicht durch ihre historischen Romane (Adelina-Reihe, Aachen-Trilogie etc.) kennt. Ich wollte unbedingt wissen, ob mir Petra Schiers Schreibstil auch in einem ganz anderen Genre gefällt. Und ich kann uneingeschränkt sagen: Ja!

Das Fazit: Mit „Spionin wider Willen“ hat Mila Roth alias Petra Schier eine gute Idee auf interessante Art und Weise umgesetzt. Gedacht als Roman-Zwischenspiel in Serie, funktioniert das E-Book mit sympathischen Hauptdarstellern, die abenteuerliche Szenen erleben – späteres Verlieben steht zwar nicht im Vordergrund, ist aber auch nicht ausgeschlossen. Weiterlesen ist hier vorprogrammiert!

Die Bewertung: