Samstag, 30. Juni 2012

Rezension "Mörderische Pläne" von Kirsten Slottke


Krimi – unerwartet und gut



Kirsten Slottke
Mörderische Pläne
NEPA Verlag

320 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-9813800-4-0
12,95  

 



Der Weg zu mir: Dies ist das erste Buch, das ich in einer Leserunde außerhalb der LovelyBooks-Welt gelesen habe. Und zwar habe ich mich auf dem Blog Leseleidenschaft für ein Freiexemplar beworben und dort auch fließig mitdiskutiert. Es ist die erste Leserunde auf dem tollen Blog von Nicole und Monica, die auch von Kirsten Slottke selbst begleitet wurde. Und was soll ich sagen: ich habe mich da richtig wohl gefühlt und werde gerne beim nächsten Mal wieder dabei sein. Wer den Blog nicht kennt, sollte dringend da vorbei schauen! Einen lieben Dank an dieser Stelle auch an den NEPA Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars. 

Der erste Satz: „Felix Kruse kam von der Arbeit nach Hause, warf die Wohnungstür hinter sich zu und seinen Rucksack auf den Fußboden.“

Das Äußere: Da ich das Buch als E-Book für meinen Kindle erhalten habe, kann ich nichts zu Verarbeitung, Format und Qualität des gedruckten Buches sagen. Aber zum Cover: Es zeigt eine Art Maske, was zum Schauplatz des ersten Mordes passt – das Senckenberg Museum in Frankfurt. Einen reinen Krimi würde ich da jetzt nicht unbedingt vermuten – aber das war er ja auch nicht.

Das Innere: Der Direktor des Frankfurter Senckenberg Museums ist ermordet worden, und es gibt keinerlei Spuren. Katharina Bergen und ihr Kollege Thomas Lauter müssen die schier unmögliche Aufgabe lösen, den Täter zu finden. Währenddessen erhält Felix Kruse, ein Mitarbeiter des Museums, in seiner eigenen Wohnung rätselhafte Nachrichten, die darauf hindeuten, dass jemand in seiner Abwesenheit bei ihm eingedrungen ist. Die Puzzlesteine, die Kirsten Slottke dem Leser anbietet, fügen sich nach und nach zusammen, bis der Täter selbst sich dem Leser zeigt. Was er mit seiner ungewöhnlichen Vorgehensweise bezweckt, wird erst nach und nach deutlich – und das auf eine so ungewöhnliche Art, dass ich da nie im Traum drauf gekommen wäre.

Das Wesentliche: Ich bin ganz unvoreingenommen mit dem Buch gestartet – und kurz darauf habe ich mich in einer Story wiedergefunden, die ungewöhnlicher nicht sein konnte. Jetzt habe ich die fast unlösbare Aufgabe, eine Rezension zu schreiben, die dem Krimi vollauf gerecht wird, ohne Details zu verraten, die euren eigenen Lesegenuss trüben würden. Und das kann wohl nur jemand verstehen, der das Buch schon kennt ;-) Nun denn, ich versuche es mal.

Kirsten Slottkes Erstling ist ein spannender Krimi, der zunächst wie so viele seiner Art beginnt: Mit einem Mord. Dieser hier ist ganz besonders fies, denn der Direktor des bekannten Frankfurter Museums ist nahezu hingerichtet worden – und das direkt unter einem Dinosaurierskelett. Katharina Bergen und ihr Kollege Thomas Lauter tappen zunächst vollständig im Dunkeln, denn es gibt tatsächlich keine Spuren. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord, und in einem dieser Fälle geht der Täter nicht so sorgfältig vor. Damit ziehen sich die Kreise immer enger, während der Täter sich weiterhin in Sicherheit wiegt.

Die beiden Ermittler, Katharina und Thomas, verstehen sich sehr gut und arbeiten deswegen Hand in Hand. Hier gibt es keinerlei Kompetenzgerangel oder beruflichen Zwist, der die spannende Geschichte auch nur überfrachtet hätte. Die Ermittlungen werden Detail für Detail geschildert – manchmal sogar etwas zu ausführlich. Interessant fand ich, dass die beiden Kriminalbeamten auch abseits der Ermittlungen tatsächlich ein Privatleben haben, das parallel stattfindet. Bisher kannte ich nur Krimis, in denen die Kommissare sich ständig Nächte um die Ohren schlagen und ihre privates Umfeld damit total vor den Kopf stoßen. Hier jedoch trifft sich z. B. Katharina öfter mit ihrer Schwester, sie geht abends aus, oder sie trifft sich mit der Familie ihres Partners zum Grillen. Zwischenzeitlich habe ich tatsächlich beim Lesen Sonderschichten und Überstunden vermisst.

Man merkt es übrigens den detailreichen Schilderungen – z. B. bei Obduktionen – an, dass Kirsten Slottke, die im „richtigen Leben“ Ärztin ist, sich richtig gut damit auskennt, wie so etwas vonstattengeht. In der Leserunde hat sie uns verraten, dass sie selbst natürlich im Rahmen ihres Studiums an einigen Obduktionen teilgenommen hat – aber dass auch ihre Schwester einiges an Wissen aus ihrer Arbeit im Labor des LKA dazu beigetragen hat. Fundierte Recherche tut einem Buch immer gut, und das war auch hier der Fall.

Wenn vom Mörder selbst die Rede ist, dann wird dieser immer in Großbuchstaben geschrieben. Er ist also „ER“. Über diese etwas ungewöhnliche Schreibweise bin ich zu Beginn noch häufiger gestolpert, irgendwann hatte ich mich aber daran gewöhnt. Letztlich habe ich es als Hilfsmittel angesehen, der den Wechsel der Erzählperspektive auch visuell verdeutlicht. Interessant ist, dass man „IHN“ recht schnell kennenlernt (lange bevor die Ermittler ihm auf die Schliche kommen) aber sowas von vollständig im Dunklen tappt, wer er nun eigentlich genau sein könnte und welche Pläne er denn nun eigentlich über die Morde hinaus verfolgt.

Nicht zuletzt ist der Krimi auch deswegen recht ungewöhnlich, weil die Handlung auch nach der eigentlichen Identifikation des Täters noch weitergeht – und das noch einmal so richtig spannend wird.

Das Fazit: Ein toller Erstling der sympathischen Autorin. Auf einigen Umwegen führt Kirsten Slottke den Leser nach und nach zunächst aufs Glatteis, aber dann auch auf die Spur des Täters. So mitgerätselt habe ich schon lange nicht mehr bei einem Krimi! Dazu eine tolle Kriminalkommissarin, mit der ich mich im Laufe des Buches richtig angefreundet habe. An ein paar Stellen hätte die Geschichte etwas schneller voranschreiten können, was der einzige Grund für die nicht ganz volle Punktzahl ist. Ansonsten: unbedingt lesen, wenn ihr mal einen Krimi lesen möchtet, in dem abseits der üblichen Routineermittlungen etwas Ungewöhnliches zu entdecken ist.

Die Bewertung: 

Mittwoch, 27. Juni 2012

Harold Fry ist da!

Hallo in die Runde,

nun ist unser erstes echtes Wanderbuch bei Kurt und mir angekommen. Es ist "Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry" von Rachel Joyce, erschienen dieses Jahr im Krüger Verlag.


Hierfür habe ich mich bei Karla auf ihrem Blog Buchkolumne eingetragen. Bisher hatte es zwei Lesestationen vor mir - und es sind schon viele Eintragungen drin. Sinn uns Zweck der Aktion ist ja, das Buch möglichst "intensiv" zu lesen und durchaus als Notizbuch zu verwenden. Das ist etwas seltsam für mich, denn das mache ich normalerweise allerhöchstens bei Sachbüchern. Aber ich gebe mein Bestes!

Kurt wird sicher einen Abdruck seiner Löwentatze hinterlassen :-)

Liebe Grüße

Eure LeseMaus

Sonntag, 24. Juni 2012

Rezension "Solange du mich siehst" von Cecilia Ahern


Kurz aber übersinnlich



Cecilia Ahern
Solange du mich siehst
Krüger Verlag
122 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-8015-0149-3
9,99  €




Der Weg zu mir: Cecilia Ahern lese ich ja zwischendurch ganz gerne – und so konnte ich in der Bücherei nicht widerstehen und habe natürlich zugegriffen, als das Buch im Neuerscheinungs-Regal stand.

Der erste Satz: „So ein schöner Tag, sagt sie.“

Das Äußere: Das kleine Hardcover-Büchlein ist schön gemacht – der Titel ist in einen verzierten Rahmen geschrieben, der aussieht wie ein Spiegel. Da im Buch auch ein Spiegel vorkommt, passt das natürlich sehr gut. Der Schriftzug ist Ahern-like und passt gut zu den anderen Büchern – nur die lila Farbe ist ungewöhnlich. Mir gefällt’s.

Das Innere: Hier handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um zwei Kurzgeschichten, die Cecilia Ahern geschrieben hat, als sie sich eine Auszeit vom Romanschreiben genommen hat. In der ersten Geschichte („Im Lächeln der Erinnerung“) hat ein Erfinder eine Maschine entwickelt, die Erinnerungen erschafft und einem Menschen so ins Gehirn brennen kann, dass er glaubt, er habe sie genau so erlebt. Die zweite Geschichte („Das Mädchen im Spiegel“) handelt von einem jungen Mädchen, dessen blinde Großmutter im ihrem ganzen Haus die Spiegel verhängt hat. Was es damit auf sich hat, erfährt sie erst, als sie bereits erwachsen ist. 

Das Wesentliche:  Falls sich jemand an die „Gespenster-Geschichten“ erinnert, die es mal als „Groschenroman“ gab (oder immer noch gibt?), diese Stories sind so ähnlich. Und das ist jetzt nicht negativ gemeint, denn beide Geschichten sind sehr phantasievoll. Ich habe mich gefreut, dass Cecilia Ahern mit diesen Geschichten einen Schritt weiter gegangen ist, als sie es normalerweise in ihren Büchern tut. 

Bei der ersten Geschichte musste ich an den Film „Brainstorm“ denken. Falls ihr den nicht kennt, dann solltet ihr euch diesen Film aus den frühen 80ern mit Christopher Walken und Nathalie Wood auf jeden Fall mal irgendwo ausleihen. Da geht es darum, dass jemand mit Hilfe einer Art Kopfhörer seine eigenen Empfindungen aufnimmt. Wer sich im Anschluss den Kopfhörer aufsetzt, fühlt die gleichen Gefühle nach. Das ist erst mal nichts Spannendes – aber eines Tages zeichnet jemand seinen eigenen Tod auf…  Sorry für den Exkurs, aber das musste jetzt kurz sein, kicher.

Story Nummer 2 hat mir am besten gefallen. Ahern schildert in der nur etwa 50 Seiten langen Geschichte sowohl die Kindheit der jungen Protagonistin als auch ihr Erwachsensein. Bereits die Geschehnisse in der Kindheit lassen vermuten, dass es mit den verhangenen Spiegeln eine ganz besondere Bewandtnis hat. Die Auflösung ist aber nur zum Teil so vorhersehbar und hat mich doch noch überrascht.

Schade nur, dass das Büchlein so dünn ist. Ich hätte gerne noch mehr Geschichten von dieser Art gelesen und würde mich freuen, wenn sich Frau Ahern mal wieder eine solche „Auszeit vom Schreiben“ nimmt und in der Zeit eine ganze Reihe weiterer übersinnlicher Stories kreiert. Gut, dass ich das Buch aus der Bücherei leihen konnte, denn ansonsten wären mir 9,99 € für nur 122 Buchseiten im Verhältnis doch etwas viel gewesen.

Das Fazit: Zwei schöne Geschichten, die noch ein gutes Stück weiter von der Realität entfernt sind, als man es von Cecilia Ahern gewöhnt ist. Freunde übersinnlicher Geschichten werden auch dann ihre Freude daran haben, wenn sie bisher nichts mit Cecilia Ahern anzufangen wussten. Das einzige Manko ist der im Vergleich zu dem doch kurzen Lesegenuss recht hohe Preis.

Die Bewertung:
 

Bloggeraktion zu "Düsteres Verlangen"

Beim Stöbern habe ich gerade eine tolle Aktion gefunden, bei der dich doch nur zu gerne mitmache.


Beltz & Gelberg startet in Zusammenarbeit mit Blogg dein Buch ein ganz besonderes Gewinnspiel! Alle Teilnehmer haben die Möglichkeit, Kenneth Oppels „Düsteres Verlangen exklusiv vor dem Erscheinen in den Händen zu halten. Und damit nicht genug: Am Ende wird Beltz & Gelberg seinen offiziellen Buchblogger 2012 küren, auf den dann tolle Preise (z. B. eine Reise zur Frankfurter Buchmesse) warten!

Und darum geht's:
Dunkle Alchemie, ein diabolischer Gegenspieler, atmosphärische Settings, eine Dreiecksbeziehung,  Rivalitäten zwischen zwei Brüdern und gebrochene Charaktere – in seinem Prequel zu Mary Shelleys Klassiker gibt der international erfolgreiche Autor Kenneth Oppel eine schaurig-romantische Antwort auf die Frage, wie Victor Frankenstein zu dem wurde, den wir kennen. Die Geschichte, die der englische Autor erzählt, ist ein ebenso überzeugendes Psychogramm wie überraschendes Abenteuer, in dessen Mittelpunkt der 17jährige Victor steht. Als dessen innig geliebter Zwillingsbruder Konrad plötzlich erkrankt, ändert dies das Leben des  leidenschaftlichen und ehrgeizigen Jüngeren …
Seid ihr neugierig geworden und wollt alles über die düstere Vorgeschichte Frankensteins erfahren? Dann macht mit beim Blogg dein Buch - Gewinnspiel!


Samstag, 23. Juni 2012

Now-or-never-Challenge: Status 2012-06

So, hier kommt jetzt noch mein Sorgenkind: die Now-or-never-Challenge von Lena mit ihrem Blog Seite um Seite.

 

Eigentlich habe ich mich darauf am meisten gefreut. Jetzt hänge ich damit aber am weitesten hinterher...es gibt einfach sooo viele neue und aktuelle Bücher (oder bisher nicht gekannte alte Bücher auf Krabbeltischen, lach), dass ich einfach noch kaum etwas von meiner Wunschliste besorgt habe, das "alt genug" wäre, um zur Challenge zu passen.

Zur Erinnerung: hier sollten Bücher gelesen werden, die nicht auf dem SUB liegen, sondern schon lange auf der Wunschliste stehen. Außerdem müssen sie vor dem Jahr 2011 erschienen sein.

Also hier zu meinem echt mickrigen Status im Juni 2012:

  1. Lind, Hera: Der Mann, der wirklich liebte 
Besorgt habe ich zumindest weitere drei Bücher, die ich für die Challenge lesen könnte:
  • Ingemarsson, Kajsa: Das große Glück kommt nie allein
  • Lee, Patrick: Die Pforte
  • Oates, Joyce Carol: Du fehlst
Mein gesetzes Ziel waren 12 Bücher...da muss ja noch einiges besorgt werden, seufz.