Montag, 2. Juli 2012

Rezension "Mygnia - Die Entdeckung" von Karl Olsberg


Phantastische Welten mit Leserinteraktion



Karl Olsberg
Mygnia – Die Entdeckung
Verlag: ePubli GmbH
172 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-8442-2123-7
9,95  

 



Der Weg zu mir: Glücklicherweise konnte ich endlich einmal an einer Leserunde mit Karl Olsberg teilnehmen. Diese fand bei LovelyBooks statt, und ich hatte tatsächlich auch ein Buch mit Widmung gewonnen – wie genial! Aber auch ohne den Buchgewinn hätte ich hier teilgenommen, denn Karl Olsberg ist einer meiner liebsten Autoren, bekannt durch seine Wissenschaftsthriller. Dieses Projekt hier ist Fantasy – was mich zusätzlich gereizt hat. 

Der erste Satz: „Ein kühler Nordostwind blähte die Segel der Fairwind und sorgte für vereinzelte Schaumkronen auf dem endlosen Ozean.“

Das Äußere: Das Buch ist als „Eigenproduktion“ bei ePubli erschienen, es hat ein DIN A5 Format, das ich meistens wegen der Unhandlichkeit etwas schwierig finde, was mich hier jedoch überhaupt nicht gestört hat – es kommt halt am Ende doch nur auf den Inhalt an. Das Titelbild zeigt zwei Welten, die über einen Blitz wie miteinander verbunden wirken – hier denkt man sofort an parallele Universen, um die es ja auch geht. 

Das Innere: Alex Mars ist Journalist bei der kränkelnden Zeitschrift „Abenteuer Universum“. Um das auf der Kippe stehende Blatt zu retten, soll er auf Geheiß seines Redakteurs durchaus auch einmal reißerische Artikel verfassen. So reist Alex zum CERN nach Genf, wo gerade eine Demonstration gegen die Versuche mit dem Teilchendetektor im Gange ist. Während Alex vor Ort recherchiert, fällt der Teilchendetektor aus – und es scheint eine Art Riss im Universum zu geben, durch die ein Weg in eine andere Welt – Mygnia –  geöffnet wird. Ein unbekanntes Wesen gelangt so auf die Erde – und ein kleiner Junge verschwindet. Und Alex steht auf einmal vor einer viel größeren Herausforderung als ursprünglich gedacht…

Das Wesentliche: Eigentlich sollte man, wenn man den Klappentext gelesen hat, wissen, was bei „Mygnia – Die Entdeckung“ auf einen zu kommt. Aber: weit gefehlt. Denn Mygnia ist mehr als ein „einfacher“ Fantasy-Roman über den Kontakt zu einer Parallelwelt. Mygnia ist ein ganzes Universum, das zwar auf der Idee von Karl Olsberg fußt, jedoch als Gemeinschaftsprojekt im Rahmen einer Internet-Community weiterentwickelt wird. So fließen Geschichten, Charaktere, Bilder und Ideen aller Art in die Weiterentwicklung der ursprünglichen Story ein. Dazu hatte ich hier ja schon einiges geschrieben.

Dieser Roman ist zunächst der Erstling – der Einstieg in die fantastische Welt. Es geht um Alex, den rechtschaffenen Journalisten, der gar nicht damit klar kommt, auf einmal von der bekannt seriösen Berichterstattung des Wissenschaftsmagazins abweichen zu müssen, um die Verkaufszahlen der Zeitschrift „Abenteuer Universum“ anzukurbeln. Mit gemischten Gefühlen reist er nach Genf zum CERN – der europäischen Organisation für Kernforschung. Die hier durchgeführten Versuche mit dem größten Teilchenbeschleuniger der Welt rufen einige Demonstranten auf den Plan – und wie es scheint, zu Recht. Denn während einer der Versuchsreihen wird auf einmal – noch unerkannt – ein Portal in eine andere Welt geöffnet. 

Mit der Hilfe einer der Demonstrantinnen, Maja Rützi, versucht Alex die Hintergründe der immensen Kritik an den Versuchsreihen für sein Magazin aufzubereiten. Beide Charaktere – die sich im Laufe des Buches etwas näher kommen - sind sehr sympathisch gestaltet. Als Majas Sohn auf einmal verschwindet, muss sich Alex beweisen – und er lässt sich nicht davon abbringen, den Jungen wiederzufinden. Sein Einsatz für Maja und ihren Sohn ist sehr glaubhaft geschildert, was dem Leser seinen Charakter noch ein Stück besser verstehen lässt.

Schön wie immer in Karl Olsbergs Büchern: man kann sich so gut vorstellen, dass das, was er beschreibt, Realität ist, denn es sind in seinen Büchern immer Bestandteile aus dem realen Leben zu finden. Hier z. B. der CERN und die Versuche mit dem Teilchenbeschleuniger, die ja tatsächlich stark in der Kritik standen und noch stehen. Ein „Original-Artikel“ aus Alex‘ Feder, der im Buch abgedruckt ist, erscheint ebenfalls wie echt. Ich mag dieses Art und Weise sehr, wie Fiktion und Realität miteinander verwoben werden.

Es gibt neben der Erzählebene rund um Alex und Maja eine weitere – nämlich die der Welt „Mygnia“. Hier gibt es seltsame Wesen – eines davon ist Gord. Gord ist in seinem Stamm ein junger Mann, der einen Einführungsritus hinter sich bringen muss, um als Krieger aufgenommen zu werden. Dabei gelangt er über das Portal in unsere Welt, die er natürlich gar nicht einordnen kann. Gerade die Passagen rund um Gord und seinen Stamm machen Lust darauf, mehr von Mygnia zu entdecken. Mir ging es so, dass ich die Passagen, die in unserer Welt spielten, zwar zunächst lieber mochte – ich aber im Laufe der Zeit immer mehr in die Parallelwelt eingetaucht bin. Und jetzt will ich möglichst alles darüber wissen!

Mehr über Mygnia gibt es laufend auf www.mygnia.de. So ist nicht nur der komplette erste Teil dort kostenfrei zu lesen – auch erste Kapitel von Teil zwei sind schon veröffentlicht. Wer das Lesen am Rechner nicht so mag, kann alternativ 1,49 EUR in das E-Book investieren. 

Das Fazit: Tolle Ideen, tolle Story, und ein noch besserer Cliffhanger – das muss man einfach gelesen haben! Auch das Projekt hinter dem Buch verdient volle Punktzahl  - ich freue mich schon auf mehr!

Die Bewertung: 

Kommentare:

  1. Ich mag ja Karl Olsberg recht gerne und Science Fiction auf jeden Fall, aber dass er das nun mit Fantasy koppelt...puh...
    Ich glaube da warte ich eher noch auf die Fortsetzung und schaue ob das nicht zu sehr in Fantasy abdriftet.

    Aber irgendwie interessant klingt es ja. Wirst du die Vortsezung lesen? Werde es mal im Auge behalten :)

    LG
    Niniji

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    1. Die Fortsetzung werde ich auf jeden Fall lesen! Der Cliffhanger am Ende dieses Buches war wirklich fies. Augenscheinlich passiert bald etwas und Alex wird nach Mygnia gelangen...total aufregend.

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  2. Süßer Blogname :)
    Bin gleich mal Leserin geworden.

    Schau doch auch mal bei mir vorbei.
    Würde mich freuen!:)

    Liebe Grüße Marigona <3
    http://meine-buecherwelten.blogspot.de/

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  3. Hallo :)
    Hier kommt mein Gegenbesuch und ich muss gleich mal loswerden: schönes Blog-Design ;)
    Diese Rezension hier gefällt mir sehr gut und ich bin ganz versucht, mir das Buch zu kaufen. Ich kenne noch keine Bücher von dem Autor, aber was nicht ist kann ja noch werden ;) Solche Geschichten mit Parallelwelten und -universen finde ich immer interessant (daher mochte ich auch den Film Thor sehr gerne^^) und was du geschrieben hast klingt echt gut :)
    Allgemein finde ich deinen Blog sehr gut aufgebaut und informativ und ich werde auch gleich mal Leserin :)
    Liebe Grüße, KQ
    kaugummiqueen.blogspot.de

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