Sonntag, 12. August 2012

Rezension "Schloss der Engel" von Jessica & Diana Itterheim

Engel an und für sich

Jessica & Diana Itterheim
Schloss der Engel
Aufbau Taschenbuch Verlag
Erschienen 2012
ISBN 978-3-7466-2855-4
400 Seiten
12,99 €





Der Weg zu mir: Ich hatte hier wieder einmal Glück und durfte das Buch in einer Leserunde bei LovelyBooks mitlesen. Da ich noch überhaupt kein Buch über Engel vorher gelesen hatte, war ich natürlich sehr gespannt, wie es mir gefallen würde. Vielen Dank an die beiden sehr sympathischen Autorinnen, die die Runde begleitet haben. Und natürlich an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Buches.

Das Äußere: Zunächst einmal hat das Buch ein traumhaft schönes Cover. Ja, schon klar, das Äußere ist nicht alles, aber dieses Cover mit der Frau im roten Kleid, die die Haare hochgesteckt trägt und nur einen kleinen Schritt davon entfernt ist, in die Fluten zu stürzen - das ist einfach toll. Außerdem ein Lob für die Bindung des Buches - nach einmaligem Lesen sind keinerlei Leserillen zu sehen.

Das Innere: Es geht um die 16-jährige Lynn, die von Italien aus nach Deutschland auf ein Internat geschickt wird. Dieses Internat ist jedoch keine gewöhnliche Schule, denn hier werden Engel ausgebildet. So trifft Lynn auch auf Christopher, einen faszinierenden jungen Mann, der die aufkeimende Liebe Lynn gegenüber erwidert. Christopher umgibt jedoch eine Aura des Geheimnisvollen, denn er ist ein Racheengel. Als Christopher sich zurückzieht, bricht für Lynn eine Welt zusammen. Wird sie Christopher je wiedersehen?

Das Wesentliche: Ich wusste überhaupt nicht, was bei diesem Roman auf mich zukommt, da ich noch nie vorher einen Roman über bzw. mit Engeln gelesen habe. Der Einstieg in die Geschichte war auf jeden Fall schon einmal toll. Lynns erstes Kennenlernen des ungewöhnlichen Internats und ihr erstes Zusammentreffen mit den Engeln haben mir gefallen. Ich hatte das Schloss der Engel, das mit dem privaten Internatsgymnasium Schloss Torgelow in Mecklenburg-Vorpommern ein echtes Vorbild in der realen Welt hat, durch die Beschreibungen immer gut vor Augen.

Lange Zeit bleibt übrigens die Frage unbeantwortet, wie Lynn überhaupt auf das Schloss gelangt ist, denn ihr Ziel war ja eigentlich ein ganz gewöhnliches Internat. Ein Engel kann sie natürlich nur sein, wenn sie in der wirklichen Welt verstorben ist. Lynns Rückblenden erscheinen jedoch so real und nah, dass man sich die ganze Zeit fragt, wie sie denn wohl zu Tode gekommen ist. Spannend gemacht!

Lynn, die eigentlich Linde heißt, ist ziemlich unselbständig. Leider entwickelt sie sich im Laufe des Buches auch nur marginal zu einer selbstbewussten jungen Frau weiter. Bis dahin ist es für den Leser manches Mal schwierig, mit ihr klar zu kommen. Ständig muss sich Lynn von den Mitschülern bemuttern lassen, ständig wird sie ins Bett geschickt weil wieder irgendetwas Aufregendes passiert ist, von dem sich Lynn erholen muss oder soll.

Erwartet habe ich auf jeden Fall auch eine schwülstige Liebesgeschichte - die bekam der Leser auch prompt geliefert. Mir persönlich war es fast ein wenig zu viel, zumal mir nicht klar war, wieso und warum Christopher Lynns Liebe erwidert. Ich hatte es überhaupt schwer mit Christopher - ich habe seine Motivation und Beweggründe überhaupt nicht nachvollziehen können. Dass er richtig toll aussieht, hätte ich den Autorinnen auch ohne die vielen Wiederholungen geglaubt ;-)

Glücklicherweise hat die interessante Handlung meine kleinen Schwierigkeiten mit den Protagonisten wieder wett gemacht. Lynn hat als Neuling an der Schule zunächst auch viel zu lernen. Da ist von Gefahrenkunde bis Flugunterricht alles dabei. Darüber hinaus muss Lynn etliche außerschulische Prüfungen bestehen, besonders, als die sogenannte Totenwächterin auf sie aufmerksam wird und sie in ihr Reich holen will. Schade, dass einige Handlungsfäden noch offen blieben - hier bleibt wohl nichts anderes übrig, als auf Teil 2 zu warten.

Alles in allem haben Jessica und Diana Itterheim einen spannenden Debutroman verfasst, der mit dem zweiten Teil der Trilogie, "Tanz der Engel" im März 2013 fortgesetzt wird. Besonders bemerkenswert: Jessica Itterheim ist selbst erst 16 Jahre alt. Wer mag, kann sich auf der Website der Autorinnen umsehen, um auf dem Laufenden zu bleiben *klick*.

Das Fazit: Eine tolle Story mit zahlreichen spannenden Elementen - allem voran einigen Cliffhangern, die es schwer machen, mit dem Lesen aufzuhören. Die Hauptprotagonistin ist jedoch mit ihrer unselbständigen Art auf Dauer recht schwierig, und auch mit Christopher konnte ich nicht ganz so warm werden. Deswegen gibt es von mir drei von fünf möglichen Leselöwen.

Die Bewertung: 

Kommentare:

  1. Hey :)

    Ich wollte nur sagen , dass mir deine Rezis echt gut gefallen :D
    Die Aufteilung ist sehr übersichtlich ud du bleibst immer objektiv und erklärst dich. Das finde ich super ! In letzter Zeit lese ich immer wieder Rezis, die fast schon unhöflich sind.
    Also großes Lob an dich ;)

    Liebste Grüße Alina :)

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    1. Danke dir - letzte Woche habe ich schon ein so positives Feedback zu meinen Rezis gehört. Das freut mich richtig, denn ich versuche immer, objektiv zu sein - auch dann, wenn das Buch vielleicht nicht zu meinen persönlichen Favoriten gehört.

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  2. Hallöchen :-) Ich habe dir gleich 2 Awards verliehen :D Ich hoffe du hast sie noch nicht ;-) Schau mal hier: http://bookaddicted.de/?p=1611

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    1. Das ist ja riesig, vielen vielen Dank! Den einen der Awards habe ich sogar schon - aber damit habe ich jetzt insgesamt schon drei Awards bekommen, dabei blogge ich noch nicht einmal ein Dreivierteljahr. Juhuuu!

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