Samstag, 29. September 2012

Rezension "Fatale Bilanz" von Stefanie Ross


Hamburger Ermittlungen par excellence



Stefanie Ross
Fatale Bilanz
Sutton Verlag
Taschenbuch
352 Seiten
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-95400-030-20
12,00 EUR



Der Weg zu mir: Da ich in diesem Jahr schon zwei Sutton-Krimis gelesen habe, die mich ziemlich überzeugt haben, habe ich mir nur allzu gern für die Leserunde dieses Debutromans von Stefanie Ross beworben. Lieben Dank an den Sutton Verlag und an LovelyBooks – und auch vielen Dank an Stefanie Ross für die vielen Hintergrundinformationen in der Runde.

Der erste Satz: „Er würde sie schließlich nicht gleich umbringen.“

Das Äußere: Das Taschenbuch hat das typische schwarzgründige Äußere, das man von den meisten Sutton-Krimis kennt. Sehr gut für die Sammlung im Regal! Rot abgesetzt sieht man die Skyline von Hamburg, dem Schauplatz des Romans. Die verschiedenen Hamburger Sets werden im Buch auch detailliert bezeichnet, so dass ein Hamburg-Kundiger sich gut zurecht findet und die Verbindung zum Cover hergestellt wird.

Das Innere: Zwei Handlungsstränge laufen in diesem Buch zusammen. Zunächst wird der Hamburger Bankmanager Joachim Kranz Opfer eines Anschlags, bei dem er allerdings nicht verletzt wird. Matthias Alberts und seine junge Kollegin Sandra werden in ihrem Dienstfahrzeug Zeuge des Attentats. Sven Klein vom Wirtschaftsdezernat des Landeskriminalamts Hamburg nimmt umgehend die Ermittlungen auf. Parallel ermittelt der Wirtschaftsprüfer Dirk Richter im Auftrag von Sven gemeinsam mit Mark Rawlins, einem Wirtschaftsprüfer des US-Schatzamtes, gegen eine Reederei, deren Überweisungen solche Ungereimtheiten aufweisen, die möglicherweise in Verbindung mit Al-Quaida stehen. Aus diesen zunächst unabhängig voneinander erscheinenden Ausgangssituationen entsteht ein spannender Kriminalfall, denn es gilt herauszufinden, ob Kranz möglicherweise mit der Reederei in Verbindung steht, um die Zahlungen zu decken…

Das Wesentliche:  Zu Beginn dieses Krimis gilt es – wie immer bei Sutton Kriminalfällen – die verschiedenen Charaktere, die nacheinander in ihren jeweiligen Handlungsrahmen vorgestellt werden, zu identifizieren, miteinander in Verbindung zu bringen – aber auch auseinander zu halten. Mir hilft da immer die eine oder andere Notiz, so dass ich immer nachschlagen kann, wenn ich zwischendurch nicht mehr sicher bin, welche Rolle eine Person spielt. Hat man diese kleine Anfangshürde überwunden, fluppt die Handlung nahezu reibungslos ineinander.

Besonders gut gefallen haben mir denn auch die verschiedenen Charaktere, die tatsächlich unterschiedlicher nicht sein können. Zunächst die Kriminalbeamten: Sven ist der Typ "einsamer Wolf", der vor einiger Zeit seine Familie auf tragische Weise verloren hat. Matthias ist sein Freund, der sich freut, in diesem Fall wieder mit ihm zusammen arbeiten zu können. Bei Sandra, der jungen Polizistin, habe ich mir manchmal die Haare raufen müssen, weil sie zu Beginn ihrer Karriere natürlich noch so rechtschaffen ist, dass sie die eine oder andere weniger enge Auslegung von polizeilichen Handlungsspielräumen nicht begreifen kann oder will. Damit legt sie ihren Partnern natürlich Steine in den Weg. 

Die "Zusammenführung" der verschiedenen Protagonisten passiert recht schnell: Alex, die Frau von Dirk, wird aufgrund eines Missverständnisses für eine kurze Zeit für die Attentäterin gehalten. Da  sie als ehemalige, sich im Mutterschutz befindliche Mitarbeiterin des Bankmanagers noch immer Zugang zur Bank hat, kann sie bei den Ermittlungen tatsächlich unterstützen. Dabei geht sie manchmal weiter, "als die Polizei erlaubt", und bringt sich selbst in Gefahr. Für uns als Leser steigert das aber nur noch mehr die Spannung, zumal Alex nicht zimperlich ist und den Männern in nichts nachsteht.

Spätestens in der Mitte des Buches macht Stefanie Ross den Krimi vollends zum Thriller: Es geschieht eine spannende Entführung, bei der alle Beteiligten eng zusammen arbeiten müssen. So schnell konnte ich gar nicht lesen, wie ich wissen wollte, wie es weiterging. Nicht jeder der Beteiligten ist am Ende der, der er zu Beginn des Romans war - zum einen, weil die Protagonisten zu einem richtig guten Team werden, zum anderen aber auch, weil der eine oder andere ein Geheimnis verbirgt, mit dem man zu Beginn nicht gerechnet hätte. Mehr will ich dazu aber nicht verraten!

Schön fand ich übrigens die recht detaillierten Hinweise zu den verschiedenen Schauplätzen, die im Buch vorkommen. Ich kenne Hamburg zwar nur von Kurztrips - mir erscheinen die Ortsangaben aber gut dosiert und nicht zuviel zu sein. Und die Hamburger freut's bestimmt.

Sutton wird für mich mehr und mehr ein Garant für geschickt konstruierte Romane. Ich habe mich gefreut zu hören, dass das Buch als Reihe angelegt ist. Es ist immer toll, schon beim ersten Teil dabei sein zu können. Stefanie Ross' Schreibstil ist sehr angenehm - von ihr werde ich sehr gerne mehr lesen.

Hier geht es zur Leseprobe auf der Seite des Verlags: klick

Das Fazit: Ein faszinierender Krimi aus dem Hause Sutton – wieder einmal. Top-Unterhaltung für alle, die Freude an herausfordernden, spannenden Verwicklungen mit sympatischen Charakteren haben.

Die Bewertung: 

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