Dienstag, 19. März 2013

Rezension "Jay - Explosive Wahrheit" von Stefanie Ross


Romantic Thrill – fesselnd und berührend


Stefanie Ross
Jay – Explosive Wahrheit
Egmont Lyx
Band 2 der DeGrasse-Reihe
Taschenbuch
528 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-8025-8860-0
9,99 EUR


Der Weg zu mir: Stefanie Ross kenne ich bereits durch ihren tollen Krimi „Fatale Bilanz“ (Rezi hier: klick), den ich im letzten Jahr gelesen habe. Da lag es nur nahe, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und mich für eine Leserunde ihres neuen Buches bei LovelyBooks zu bewerben. Und: Glück gehabt! Sowohl hinsichtlich des Buchgewinns, aber auch und vor allem in Sachen Lesegenuss. Dafür vielen Dank an Egmont Lyx und Stefanie Ross!

Der erste Satz: „Er hätte sich nie auf diesen Kampf einlassen dürfen.“

Das Äußere: Ein ziemlich dickes Buch habe ich da auspacken dürfen – ein paar Seiten mehr, und ich hätte ein Buch mehr für meine Wälzer-Challenge gezählt. Trotz der vielen Seiten liegt das Buch gut in der Hand, und die Qualität ist wirklich sehr gut, denn es ist nicht eine einzige Leserille zu sehen. Auf dem Cover sieht man zu allererst in die Augen eines gutaussehenden Mannes. Für mich eine Spur zu kitschig – aber da es sich um eine Reihe handelt, deren Bücher alle im gleichen Stil erscheinen, durchaus zu verzeihen ;-)

Das Innere: Jay DeGrasse ist als Special Agent beim FBI mit seinem Team auf der fieberhaften Suche nach den Hintergründen der ungebremst steigenden Drogenimporte aus Mexiko. Seine neue Vorgesetzte und Technik-Expertin Elizabeth Saunders passt mit ihrem strengen Äußeren und ihrer disziplinierten Haltung zudem nicht unbedingt in die Mannschaft hinein. Dennoch raufen sich die beiden zusammen, um gemeinsam gegen das Verbrechen vorzugehen. Bald gibt es erste Spuren und einen schwerwiegenden Verdacht: Gibt es womöglich einen Maulwurf im Team? Und schon bald schweben nicht nur Jay und Elizabeth in Lebensgefahr…

Das Wesentliche: Vorab ein Hinweis meinerseits: dieses Buch war mein allererster Ausflug in das Genre „Romantic Suspense“. Und wäre Stefanie Ross nicht gewesen, hätte ich mich nie getraut, in dieses Genre hineinzuschnuppern. Aber da mir ihr Krimi „Fatale Bilanz“ im letzten Jahr enorm gefallen hat, habe ich es einfach gewagt. Glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht!

In Stefanie Ross‘ DeGrasse-Reihe geht es jeweils um einen der fünf Brüder aus der DeGrasse-Familie. So steht dieses Mal Jay DeGrasse im Vordergrund. Er ist auf den ersten Blick ein lässiger und impulsiver Charakter, aber sehr verlässlich, wenn es darauf ankommt. Auf etwas eigenwillige Art und Weise führt er sein Team an, doch die Zusammenarbeit funktioniert Hand in Hand. Und natürlich sieht Jay auch noch enorm gut aus.

Elizabeth Saunders passt zu Beginn überhaupt nicht ins Team, kehrt sie doch viel zu sehr die unnahbare Vorgesetzte heraus. Die kleinen Wortgefechte zwischen Jay und Elizabeth machen das Buch aber schon zu Beginn zu einem Lesevergnügen. Elizabeth‘ eigenwilliger Charakter, ihre altkluge Art und ihre scheinbar pedantische Vorgehensweise könnten theoretisch dazu führen, dass der Leser für Elizabeth eher verhaltene Sympathie empfindet. Aber keine Sorge, das ist nicht der Fall! Denn schnell erkennt man, dass auch Elizabeth‘ Geschichte vielschichtiger ist, als es zu Beginn scheint. 

Außerdem wäre das Buch ein ganz normaler Thriller und keines aus dem Genre „Romantic Suspense“, wenn es nicht eine ganze Reihe vorhersehbarer Ereignisse gäbe - vor allem wenn es darum geht, dass sich die Hauptpersonen – natürlich – im Laufe des Buches mehr und mehr annähern. Dabei ist die Handlung so abwechslungsreich und rasant, dass die Spannung nie abreißt. Es gibt zahlreiche Szenen, in denen Jay und Elizabeth so dermaßen in Gefahr geraten, dass man sich am liebsten die Fingernägel abknabbern würde.  Kaum hat man eine Szene hinter sich gebracht, folgt die nächste auf dem Fuße – hier liegt Stefanie Ross ein irres Tempo vor.

Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen Spannung und Gefühl – aber damit erzähle ich einem Kenner des Genres bestimmt nichts Neues. Für mich jedoch war genau diese Art Handlungsablauf sowohl inhaltlich als auch stilistisch neu und durchaus überzeugend. Bewegung in die Handlung brachten auch die vielen verschiedenen Schauplätze – die Protagonisten haben dabei zu Fuß, mit dem Auto und dem Flugzeug enorme Strecken hinter sich gebracht. 

Mir hat es übrigens keine Schwierigkeiten bereitet, mit dem zweiten Roman in die DeGrasse-Reihe einzusteigen. Jays Bruder Luc, der im ersten Band die Hauptrolle spielte, taucht auch hier wieder auf, genau wie einige andere Mitglieder der recht umfangreichen Familie. Mir hat dieses Buch auf jeden Fall Lust darauf gemacht, sowohl den Vorgänger als auch die Nachfolger zu lesen, was dafür spricht, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist, trotz der Einbettung in die Buchreihe eine in sich abgeschlossene und gut lesbare Geschichte zu erzählen. 

Das Fazit: Mein erster Roman aus dem Bereich „Romantic Suspense“ war ein enormer Lesegenuss! Ich bin so in der Geschichte aufgegangen, dass ich einmal sogar meine Haltestelle verpasst habe (siehe hier: klick), was wohl mehr als viele Worte für die Wirkung des Buches spricht. Sehr empfehlenswert für Anfänger und ganz sicher auch für Kenner des Genres – mehr davon! 

Die Bewertung: 

Kommentare:

  1. Mir ist es im Verlauf des Buchs auf die Nerven gegangen, dass ständig was explodiert ist. So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Den ersten Satz in der Rezi zu zitieren, ist eine gute Idee.

    LG Heather

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  2. Ja, da steckt eine ganze Menge Action in dem Buch. Als reinen Action-Thriller hätte ich das auch nicht gut gefunden - aber hier fand ich es richtig gut gemischt und damit auch "Frauen-tauglich". Oder zumindest "LeseMaus-tauglich", lach.

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