Mittwoch, 17. April 2013

Rezension "Im Land der weiten Fjorde" von Christine Kabus

Berührende Familienbegegnungen


 
Christine Kabus
Im Land der weiten Fjorde
Taschenbuch
590 Seiten
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN 978-3-404-16758-6
9,99 EUR

 

Der Weg zu mir: Ich wollte endlich mal wieder einen sogenannten „Familiengeheimnis-Roman“ lesen – daher habe ich mich für die Teilnahme an der LovelyBooks-Leserunde beworben. Christine Kabus hat die Leserunde selbst begleitet, daher vielen Dank an sie und an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des schönen Testlesebuchs.

Der erste Satz: „Du darfst die Augen jetzt aufmachen.“

Das Äußere: Der Wälzer „Im Land der weiten Fjorde“ hat ein unheimlich schönes Cover. Man sieht einen norwegischen Fjord – passenderweise – und ein Pferd im Vordergrund grasen. Beide Themen finden sich auch im Inhalt des Romans wieder, und das Cover stimmt darauf optimal ein. Die Qualität der Bindung kann ich definitiv auch noch loben, denn trotz der Dicke des Buches sieht es nach meinem einmaligen Lesen noch aus wie neu.

Das Innere: Mari und Lisa – zwei Frauen auf dem Weg zu ihrer Bestimmung. Mari ist eine junge Frau, die sich auf dem Hof ihres Vaters im norwegischen Nordfjordeid um die Pferde kümmert und die Besatzungszeit Norwegens durch deutsche Soldaten während des 2. Weltkriegs miterlebt. Lisa lebt im Jetzt – beruflich erfolgreich, liiert mit einem ebenso erfolgreichen, gutaussehenden jungen Mann. Doch ihr Leben nimmt eine unerwartete Wendung, als sie nach dem Tod ihrer Mutter erfährt, dass diese ein Adoptivkind war. Lisa macht sich auf die Suche nach ihrer wahren Herkunft – und stößt in Nordfjordeid auf unerwartete Erfahrungen, Freunde, Freude, aber auch Sorgen…

Das Wesentliche: Mari ist eine junge, erfrischende Protagonistin, deren Lebenslauf man nur allzu gern verfolgt. Als junges Mädchen muss sie erst noch ihren Platz im Leben finden – und findet diesen in Form der Liebe zu Joachim, einem jungen Deutschen, der in ihrer Heimat stationiert ist. 

Ich habe bisher wenig über die Besatzungszeit in Skandinavien gewusst und konnte mit Hilfe dieses Buches einen guten Eindruck erhalten, wie die damalige Situation aus Sicht der Norweger empfunden wurde. Die sachliche Seite dieses Themas dominiert die Geschichte aber nicht, denn es stehen immer die Menschen und ihre persönlichen Schicksale im Vordergrund.  

Lisa ist – passend zur Jetzt-Zeit – eine eher gestandene Persönlichkeit, die dennoch von der Mitteilung ihrer Mutter aus der Bahn geworfen wird. Nahezu Hals über Kopf begibt sie sich an den vermeintlichen Herkunftsort ihrer Mutter, nach Norwegen, und kommt dort genau an den gleichen Hof, auf dem auch Mari aufgewachsen ist. Dabei begegnet sie natürlich auch den inzwischen alt gewordenen Protagonisten aus Maris Zeit. Die Familienverflechtungen konnte ich mit Hilfe des Familienstammbaums auf den ersten Seiten des Romans dabei gut nachvollziehen. 

Es ist schön mitzuerleben, wie Lisa nach und nach in Nordfjordeid heimisch wird. Wie sehr sie für ihre voraussichtliche „neue Familie“ einsteht, als es zu Schwierigkeiten auf dem Pferdegestüt kommt, ist zwar aus meiner Sicht etwas unrealistisch, passt aber dennoch gut zur Geschichte und letztlich auch zu Lisas Persönlichkeit. 

Den Verlauf der Geschichte hat Christine Kabus übrigens wunderbar vielfältig und abwechslungsreich konstruiert. Dabei wechseln die Schilderungen von Kapitel zu Kapitel von Mari zu Lisa und wieder zurück. Der einzige Nachteil, den ich darin erkennen konnte, war, dass ich die jeweils im Fokus stehende Person und ihre Geschichte nach Abschluss eines Kapitels immer nur ungern wieder verlassen habe, weil ich mich so gut auf die jeweilige Handlung habe einlassen können. 

Für einen Debütroman – und dabei handelt es sich bei diesem Buch – ist die Handlung beachtlich gut ausgearbeitet. Zwischendurch lässt Christine Kabus immer wieder kleine Ausblicke auf den weiteren Verlauf einfließen, die mich stets neugierig darauf gemacht haben, wie es weitergehen wird. Der erzählerische Schreibstil und die gedanklichen Ausflüge in die herrliche norwegische Landschaft lassen die Zeit beim Lesen außerdem nur so verfliegen.

Das Fazit: Wer mal wieder so richtig in einer Familiengeschichte versinken möchte, dem kann ich „Im Land der weiten Fjorde“ von Christine Kabus ans Herz legen. Eine zwar geruhsame aber aufgrund ihrer Vielfältigkeit dennoch nie langweilige Geschichte erwartet den Leser. Ein schöner Schmöker für freie Nachmittage mit Keksen und Kaffee.

Die Bewertung: 


Kommentare:

  1. Vielen Dank, liebe Lesemaus, dass du meinem Blog nun folgst. ich freue mich natürlich über jeden neuen Leser!

    Das Buch was du rezensiert hast klingt sehr schön, aber ist glaube ich nichts für mich zum Lesen. Grade auch bei 590 Seiten ..
    Familiengeschichten waren noch nie so meins.

    Liebst, Lotta!

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  2. Liebe Lesemaus,

    endlich habe ich meine Homepage überarbeitet und nun auch die Möglichkeit, mich mit Bloggern zu vernetzen :-)
    Ich hoffe, es ist okay, dass ich Deinen Blogg bei mir verlinkt habe: http://christine-kabus.com/

    Tusen takk für Deine ausführliche und nette Rezension!

    Alles Gute und liebe Grüße von Christine

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    1. Liebe Christine, das freut mich natürlich sehr :-)
      Ich werde gleich auch mal bei dir vorbeisehen und gerne auch deine Seite auf meiner Autorenblog-Seite eintragen.

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