Samstag, 21. Februar 2015

Rezension " Ben Fletchers total geniale Maschen" von T. S. Easton

Strickverrückt und authentisch - Ben Fletchers Tagebuch macht Spaß!


T. S. Easton
Ben Fletchers total geniale Maschen
Ueberreuter
ISBN 978-3-7641-7031-8
320 Seiten
14,95 €
Lesealter: ab 12 Jahren
Erscheinungstermin: 14.01.2015
auch als E-Book erschienen


Der Weg zu mir: Wie so oft bin ich bei LovelyBooks über dieses tolle Buch gestolpert. Der Verlag hat die Leserunde dazu organisiert, und da ich selbst erst so ungefähr im Alter des Protagonisten Ben war, als ich selbst das Stricken gelernt habe, habe ich mich riesig gefreut, dabei sein zu können. Herzlichen Dank also an den Ueberreuter Verlag und an LovelyBooks für diese tolle Geschichte.

Der erste Satz: "Mum und Dad tun es schon wieder."

Das Innere: Ben hat es nicht leicht. Er möchte eigentlich nur unbeschadet durch sein jugendliches Leben kommen, aber mit seiner chaotischen Familie und seinen unberechenbaren Freunden hat er es wahrlich nicht leicht. Als ein zweifelhafter Streich seiner Freunde dazu führt, dass Ben eine Bewährungsstrafe erhält, versucht er alles, um seine befleckte Weste wieder reinzuwaschen. Er führt Tagebuch für seine Bewährungshelferin und hat auch gar nichts dagegen, den Abendkurs, zu dem er verdonnert wird, zu besuchen, auch wenn es dabei um "Stricken für Anfänger" geht - zumal seine angebetete junge Lehrerin diesen leiten soll. Doch es kommt alles ganz anders, und auf einmal wird es für Ben richtig turbulent...

Das Wesentliche: Zunächst einmal: Ich bin ein Freund von Handarbeiten. Stricken liebe ich selbst, komme nur viel zu wenig dazu. Dieses Buch hat mich dazu animiert, endlich mal wieder meine Strickarbeit zur Hand zu nehmen, denn wenn sogar Ben das kann, kann ich das schon lange! Doch von Anfang an: Ben ist ein toller Junge. Er lebt in einer etwas seltsamen Familie: Bens Mutter ist kaum da, weil sie als Zauberin ihren Lebensunterhalt verdient. Bens Vater geht in seiner Freizeit am liebsten der Autoschrauberei nach und genießt seine freien Stunden, indem er Fußballspiele besucht, zu denen er Ben gerne mitschleppt, der dem Thema aber so gar nichts abgewinnen kann. Nein, Ben sagt sogar von sich selbst: "Ich schreibe und lese gerne, mag Mathematik und das Organisieren von Dingen". Wenn man diese Sätze liest, bekommt man schon einen guten Einblick in Bens Charakter. Bens Familie wird komplettiert durch seine kleine altkluge Schwester Molly, auf die der Autor aber auch hätte verzichten können, denn sie spielt für die Geschichte eigentlich gar keine Rolle.

Bens sogenannte "Freunde" hat er eigentlich auch eher notgedrungen. Aber so ganz kann er sich deren Einfluss nicht entziehen, und so passiert es, dass wegen eines Missgeschicks rund um den Diebstahl einiger Flaschen Alkohol nur Ben zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wird, während die anderen Jungs mit einer Verwarnung davon kommen. Ben bemüht sich ab sofort nach Kräften, auf dem rechten Weg zu bleiben, was man ihm als Leser auch sofort abnimmt. Es kommt recht glaubhaft rüber, dass Ben Tagebuch führt, um seiner Bewährungshelferin seinen Tagesablauf zu schildern, und das sogar gerne tut. In diesem Tagebuchstil sind dann auch die Kapitel geschrieben, was dem Leser erst recht einen guten Einblick ins Bens Gefühls- und Gedankenwelt gibt.

Wie Ben an den Strickkurs gelangt, sollte jeder selbst lesen. Als es dann so weit ist und Ben nach und nach in der Strickwelt versinkt, ist es ein wahrer Genuss, seinem "Werdegang" zu folgen. Zu Beginn versteckt er noch verschämt seine Strickzeitschriften zwischen den Seiten des "Playboy", nur um im weiteren Verlauf jede freie Minute dazu zu nutzen, um auf seinem Zimmer ganz in Ruhe seinem neuen Hobby nachzugehen. Mehr und mehr lernt er dazu, bis er irgendwann ganz professionell über Stricknadel-Marken und die Zusammensetzung seiner Wolle diskutiert und sich sogar über Strick-Podcasts weiterbildet...

"Stricken ist in Gesellschaft lustiger. Gesellschaft ist lustiger mit Stricken."

Aber das ist es nicht alleine, es gibt darüber hinaus noch richtig viel im Buch zu entdecken: Bens Schwärmerei für die junge, hübsche Lehrerin und parallel sein Wunsch nach einer echten Freundin, eine ältere Dame, die ihr wahres Ich erst zeigt, als sie feststellt, dass Ben und sie auf der gleichen Wellenlänge liegen, chaotische Strickwettbewerbe und die ersten Versuche eines angehenden Jungautors, auf der "Shades of Grey"-Welle mitzuschwimmen. Alle diese Themen in ein Buch verpackt geben ein rundes Bild, und die tolle, dem Autor scheinbar wie von selbst von der Hand gegangene Schreibweise hat mich gepackt und mir richtig Freude beim Lesen bereitet. Oft musste ich tatsächlich laut lachen, und das hätte ich von diesem Buch ursprünglich nicht erwartet - insofern war das Lesen dieses Jugendromans tatsächlich eine große Überraschung für mich.

Übrigens wird Bens strickverrückte Geschichte weitergehen: Teil 2 ist bereits auf Englisch erschienen und heißt "An English Boy in New York". Ich freue mich schon auf die deutsche Fassung!

Das Fazit: Ein lustiges und kurzweiliges Buch, wenn man einen Einblick in das Leben eines etwas schräg im Leben stehenden, phantasievollen Jungen erlangen möchte und zudem ein Fan von Handarbeiten ist. Vielleicht nicht unbedingt für das Lesealter ab 12 geeignet, aber für alle anderen sicher ein großer Lesespaß, vor allem, wenn nicht allzu viel Tiefgang gewünscht ist, sondern die Unterhaltung im Vordergrund stehen soll - und davon hat man mit diesem Buch reichlich.

Die Bewertung: 

Samstag, 14. Februar 2015

Rezension "Insel der blauen Gletscher" von Christine Kabus

Wundervolle Reise nach Spitzbergen aus der Perspektive zweier starker Frauen 





Christine Kabus 
Insel der blauen Gletscher 
Bastei Lübbe 
ISBN: 978-3-404-17154-5 
622 Seiten 
9,99 € 
Erscheinungstermin: 15.01.2015 
Auch als E-Book erschienen 


Der Weg zu mir: Den Debütroman von Christine Kabus durfte ich bereits vor zwei Jahren lesen und rezensieren. Bereits damals war ich von der Kombination der Charaktere zweier starker Persönlichkeiten vor der Landschaft Norwegens begeistert. Ich habe mich riesig gefreut, nun Christine Kabus gerade erschienenen dritten Roman im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks lesen zu dürfen und bedanke mich herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für das Leseexemplar.

Der erste Satz: Der Vorhang hob sich und gab den Blick frei auf mehrere Paare, die zu den Klängen eines Walzers unter einem riesigen Kristallkronleuchter tanzten.

Das Äußere: Das Buch hat ein wundervolles Cover im HDR-Look, der die Schönheit der norwegischen Landschaft noch hervorhebt. Zwischen schneebedeckten Bergen und eisblauen Gletschern blickt man auf ein Meer, während sich ein Husky, der im Vordergrund auf einem Felsen steht, sich gerade zum Betrachter umzudrehen scheint.

Das Innere: Zwei Frauen entdecken auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen das norwegische Spitzbergen. Zum einen ist da Emilie, die junge, behütet aufgewachsene Tochter einer bürgerlichen Familie, die im Jahre 1907 kurz davor steht, gegen ihren Willen verheiratet zu werden. Zum anderen begegnet man in der Gegenwart der Hausfrau und ehemaligen Reisereporterin Hanna, deren Mann mit einer jüngeren Frau auf und davon ist und seine Frau daheim sitzengelassen hat. Beide Frauen stehen vor der Reise ihres Lebens - der Leser darf sie auf ihren teils gefährlichen, teils unverhofft gefühlvollen Reisen durch eisige Gletscherlandschaften begleiten...

Das Wesentliche: Wer Christine Kabus schriftstellerischen Weg verfolgt hat, weiß, dass sie erst vor zwei Jahren ihren ersten Roman "Im Land der weiten Fjorde" veröffentlicht hat. Seither ist mit "Töchter des Nordlichts" ein weiteres Buch und nun mit "Insel der blauen Gletscher" bereits ihr dritter Roman erschienen. In meinen Augen ist Christine Kabus mit diesem dritten Roman ein perfektes Buch gelungen, das mich von der ersten bis zur letzten Seite komplett begeistert hat. Hier stimmt einfach alles!

Wie immer in ihren Büchern verzahnen sich die Lebenswege von zwei Frauen, die zu unterschiedlichen Zeiten - immer etwa 100 Jahre voneinander getrennt - leben. So begegnen wir hier zunächst im Jahr 1907 der jungen Emilie, die bekommen ihrer Zukunft entgegen sieht, weil ihre Familie sie endlich gut verheiratet sehen möchte. Die Unausweichlichkeit ihrer Zukunft trifft einen ins Herz. Als Emilie die Möglichkeit bekommt, sich insgeheim und als Mann verkleidet einer Forschergruppe anzuschließen, die in Richtung Arktis aufbricht, freut man sich sofort mit ihr auf die unglaubliche Reise, die sie erwartet. Emilies Reise ist dann auch unglaublich - bezaubernd und zugleich gefährlich und geprägt von vielen Begegnungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Mehr als einmal habe ich dabei um Emilies verdeckte Mission und sogar um ihr Leben gefürchtet.

Auch Hannas Geschichte ist faszinierend: sie erlebt als Frau, deren Kinder aus dem Haus sind, eine große Enttäuschung mit ihrem Ehemann und sieht sich so - ähnlich wie Emilie - gezwungen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dies macht sie, indem Sie ihre Kenntnisse und Erfahrungen als Reisereporterin wieder hervorkramt und sich kurzerhand bereit erklärt, einen Bericht über Spitzbergen zu verfassen. Hanna reist im Vergleich zu Emilie nahezu komfortabel und definitiv weniger gefährlich, aber auch ihre Reise ermöglicht ihr wunderbare Begegnungen und unverhoffte Freuden. Auch hier ist man als Leser ganz nah dabei, wenn Hannas auf ihrer Entdeckungsreise nicht nur sich selbst neu entdeckt, sondern auch eine Begegnung machen darf, die ihre Zukunft wieder verheißungsvoll erscheinen lässt.

Man darf nicht glauben, dass die beiden Handlungsstränge auf irgendeine Art und Weise vorhersehbar verlaufen. Christine Kabus lässt den Leser in beiden Plots viel entdecken, mit den Charakteren mitfiebern und zauberhafte wie auch aufregende Begegnungen machen. Nicht zuletzt die Einbettung beider Geschichten in die wundervolle Umgebung der Landschaft Spitzbergens, die man vielleicht nicht unbedingt selbst in seinem Leben bereisen wird, lässt einen die Abenteuer der beiden Frauen auf besondere Weise genießen.

Der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Erzählebenen erscheint dem Leser beim ersten Mal abrupt, ist er aber so gesehen gar nicht, weil die Geschichten nach kurzer Zeit wie von selbst ineinander fließen. Beide Frauen sind letztlich in einer ähnlichen Situation - beide wollen oder müssen sich freistrampeln und sich von den Zwängen ihrer jeweiligen Umgebung befreien, um ihr Glück zu finden. Damit schließt sich bei jedem einzelnen Kapitel der Kreis wie von selbst, so dass man als Leser zwar zunächst unwillig die eine Zeitebene verlassen muss, aber nur um wenige Zeilen später bereits wieder von der anderen Geschichte umfangen zu werden - es ist dabei jedes Mal fast so, als wäre man nie weg gewesen. Die flüssige Sprache, die die Gefühlswelt beider Protagonistinnen wunderbar untermalt, tut das Übrige dazu, um das Buch einfach nur genießen zu können.

Das Fazit: Erneut begeistert Christine Kabus mit einem Norwegenroman besonderer Güte. Exakt ausgearbeitete Charaktere und wundervolle Landschaften kombiniert in einem erzählerischen Glanzstück - genau so wünscht man sich als Leser einen Roman, der für mehr als ein paar Stunden Abtauchen in andere Lebensgeschichten ermöglicht. Sicher besonders geeignet für Frauen, die sich mal wieder so richtig in eine Geschichte fallen lassen wollen.

 Die Bewertung: 

Montag, 2. Februar 2015

Leserunde Eleanor und Park auf Lottasbuecher - ich mache mit!

Hallo ihr Lieben,

kurzentschlossen mache ich ab morgen bei einer Leserunde mit, die Lotta auf ihrem Blog Lottasbuecher organisiert. Es geht um das Buch Eleanor und Park von Rainbow Rowell, das ja schon länger in aller Munde ist und das bestimmt eine bittersüße Geschichte beinhaltet.

Leserunde Eleanor und Park von Rainbow Rowell auf Lottasbuecher

Wer mag und das Buch schon zur Hand hat, kann sich der Runde noch anschließen. Bei Lotta kann man natürlich alles nachlesen: klick. Es gibt auch einen eigenen Hashtag, damit sich alle Leser in den Weiten der Social Media Welt wiederfinden: #euplr

Das Buch ist vorbestellt und soll morgen bei mir eintreffen - ich freue mich schon sehr!

Eure LeseMaus


Sonntag, 1. Februar 2015

Challenges 2015: Kommentar-Challenge

Eine Challenge habe ich noch, die ich in diesem Jahr nicht so wie letztes Jahr wieder aus den Augen verlieren möchte: die Kommentar-Challenge von Bouqueen

Kommentar Challenge 2015 bei Bouqueen
(c) Bouqueen

Veranstaltet von: Bouqueen | Challenge-Link
Dauer: 01.01.2015 - 31.12.2015

Regeln:
Gezählt wird jeder Kommentar, der auf einen anderen Blog hinterlassen wird! Spam-Kommentare zählen natürlich nicht. Es sollte schon ein ordentlicher Kommentar sein, der zu dem Thema des Blogposts zusammenhängt. Es zählen übrigens auch eure Antworten auf euren eigenen Kommentar, falls der Blogger euch ebenfalls antwortet.

Meine Fortschritte werde ich natürlich monatlich melden und auch direkt hier im Post veröffentlichen.

  • Januar: 65 Kommentare
  • Februar: 39 Kommentare
  • März: 52 Kommentare
  • April: 45 Kommentare
  • Mai: 42 Kommentare
  • Juni: 7 Kommentare
  • Juli: 8 Kommentare
  • August - Oktober: 0 Kommentare
  • November: 10 Kommentare
  • Dezember: 5 Kommentare
 in Summe: 273 Kommentare und Platz 8