Sonntag, 27. November 2016

Rezension “Und nebenan warten die Sterne” von Lori Nelson Spielman

Zwei Frauen nähern sich an

Spielman_Nebenan warten die Sterne

Lori Nelson Spielman
 Und nebenan warten die Sterne
 FISCHER Krüger
ISBN 978-3-8105-2471-3
384 Seiten
14,99 Euro

Hier geht es zur Leseprobe: klick

 

 

Der Weg zu mir: Dieses Buch erhielt ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks. Ein ganz herzliches Dankeschön also an LovelyBooks und an den FISCHER Krüger Verlag für das Leseexemplar.

Der erste Satz: “Wenn dich etwas aufhält, bleib stehen.”

Das Äußere: Ein schönes Cover hat sich der FISCHER Krüger Verlag da ausgedacht. Zum einen passt es hervorragend in die Reihe der bereits erschienenen Bücher von Lori Nelson Spielman,zum anderen wirkt es aber auch, wenn man nur dieses eine Buch im Regal stehen hat. Hier sind es die Farben und die Aufmachung – sogar die übergroße Blume auf dem Titelbild ist erhaben dargestellt, so dass es eine Freude macht, über den Buchdeckel zu streichen.

Das Innere: Erika und Annie erleiden beide einen großen Schicksalsschlag: Kristen, Erikas Tochter und Annies Schwester, kommt bei einem Zugunglück ums Leben. Beide fühlen sich aus verschiedenen Gründen schuld an Kristens Tod – und beide versuchen auf unterschiedliche Weise, mit der Trauer umzugehen, ihr auszuweichen oder sich zurück ins Leben zu kämpfen. Dabei verlieren sie aber einander…und es ist nicht sicher, dass sie überhaupt wieder zueinander finden…

Das Wesentliche: Was für ein Schicksalsschlag, der Erika und ihre Tochter Annie gleich auf den ersten Seiten dieses fast 400 Seiten starken Buches trifft. Die geliebte Tochter bzw. Schwester – Kristen – sitzt in einem Unglückszug und rast in ihren Tod. Fast zu schnell wird der Leser mitten in dieses furchtbare Geschehen geworfen – und fast zu schnell scheint die erste Zeit nach dem Unglück zu vergehen. So fehlte in meinen Augen gerade die Schilderung der ersten Zeit der Trauer aus dem Blickwinkel von Mutter und Schwester.

Doch darum geht es der Autorin gar nicht – das habe ich erst im weiteren Verlauf verstanden. Lori Nelson Spielman hat vielmehr im Fokus, den schweren Weg zurück ins Leben, den sowohl Mutter als auch Schwester gehen müssen, aus dem Blickwinkel der beiden darzustellen. Und so wechseln die Kapitel im Laufe des Buches jeweils ab. Wenn Erikas Sichtweise dargestellt wird, so erzählt die Autorin in der Ich-Form. Wenn aber Annies Schilderungen an der Reihe sind, so werden diese aus der dritten Person heraus formuliert. Ungewöhnlich – denn so fühlt man sich automatisch Erika näher als Annie, fast so, als wäre eigentlich Erika die Hauptperson des Romans.

Beide Protagonisten sind aber auf ihre Weise liebenswert – und man wünscht ihnen beiden, dass es ihnen gelingt, mit dem Schicksalsschlag umgehen zu lernen. Natürlich gibt es im Verlauf des Buches Höhen und Tiefen im Leben der beiden. Schön ist, dass dabei die Schauplätze wechseln. Sowohl für Erika als auch für Annie bleibt die Zeit nicht stehen, was durch die wechselnden Handlungsorte noch unterstrichen wird.

Welche Wege Mutter und Tochter gehen, um mit ihrer vermeintlichen Schuld umgehen zu lernen, muss natürlich jeder selbst lesen. Es sei nur so viel verraten: an der einen oder anderen Stelle hätte ich Erika, aber auch Annie, die sich oftmals nicht altersgemäß verhalten hat, gerne mal gepackt und ordentlich durchgeschüttelt, um sie damit zur Besinnung zu bringen.

Ein schönes Detail: Es finden sich im Buch viele wunderbare Zitate, die Erikas Mutter ihrer Tochter und diese wiederum ihren Kindern über ganz besondere “Sprüchealben” mitgegeben hat. Hier ist die eine oder andere Perle zu finden, z. B.:

“Ein kluger Forscher prüft seine letzte Reise, bevor er sich auf die nächste begibt.”

“Verwechsle niemals das, was wichtig ist, mit dem, was wirklich zählt!”

Übrigens: Auch der oben schon beschriebene erste Satz des Buches ist bereits ein solches Zitat!

Das Fazit: Eine Lektüre zum Eintauchen! Nicht immer war ich einverstanden damit, wie sich Annie und Erika verhalten haben – aber da ich nicht aufhören konnte zu lesen, hat die Autorin wohl alles genau richtig gemacht!

Die Bewertung:

 4von5

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